• Japan liegt an der Ostsee

    Roman | Christoph Peters: Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln

    Hatte der Autor Christoph Peters die Absicht, einen Roman über eine aussterbende Berufsgattung zu schreiben? Oder gibt er der Agentur für Arbeit Tipps für Berufsinformation einmal anders? Jedenfalls wählt Peters in seinem neuen Roman ›Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln‹ – wie zuvor schon in ›Mitsukos Restaurant‹ (2009) – erneut ein kulturell etwas abseitiges Thema, den fast ein wenig marginal erscheinenden Beruf des japanischen Zen-Töpfers. Der Autor blickt dabei mit viel Humor auf diese alte fernöstliche Handwerkstradition, die sich ein deutscher Wandergeselle mit gewerkschaftlich erkämpften Rechten nicht freiwillig aussuchen würde. Was Peters uns in dieser Geschichte erzählt, haben selbst Kenner früher Japan-»Soaps« wie ›Shogun‹ (1982) nicht für möglich gehalten. Von HUBERT HOLZMANN (mehr …)

    Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln von Christoph Peters
  • Some new album to cuddle up to this February

    Music | Bittles’ Magazine

    I am moving house this month, and have thus gone a little bit insane. But since I have always believed that all great art needs a mixture of talent, madness, depression, anger and despair I’m attempting to put all the stress and emotional turmoil to good use by writing a story about a cowboy rat, (he’s called Bradley Scott, and he doesn’t like ketchup, shampoo commercials, or people who make fun of his hat). By JOHN BITTLES (mehr …)

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  • Vom kulturellen Kannibalismus oder Das Prinzip des Hybriden

    Gesellschaft | U.Prutsch, E.Rodrigues-Moura: Brasilien. Eine Kulturgeschichte

    »Dr Zoch kütt!« Es ist wieder so weit: Verkleidete Menschen auf den Straßen, freudentrunken Arm in Arm – singend, tanzend, das Leben feiernd. Karneval! Paraden und Lindwürmer, Samba und Bläck Fööss. Brasilianische Verhältnisse in Köln, Kölner Verhältnisse in Brasilien! Und unsere Autorin SUSAN GAMPER fragt sich: »Brasilien? Da war doch was …« (mehr …)

    Brasilien350
  • Eine Riesenmenge Faktenlage

    Gesellschaft | George Packer: Die Abwicklung. Eine innere Geschichte des neuen Amerika

    Diese Darstellung schildert Odysseen, und oft sind diese Irrfahrten abenteuerlicher noch als das Vorbild, fremdgesteuert jedes Leben, dass man sich fragt, wozu das gut sein soll. Unbarmherzig angetrieben von Geiz wie Sam Walton, Begründer und Eigentümer von Wal-Mart, der mit seinen überbordenden Expansionen – »Das ganze Land war eine Art Wal-Mart geworden« – eine verheerende ökonomische und kulturelle Monostruktur schuf und, ohne dass es in seiner Absicht gelegen hätte, den Zerfall gesellschaftlichen Zusammenhalts betrieb. Von WOLF SENFF (mehr …)

    Amerika350
  • Mit dem Djerba-Visum auf dem Schirm der NSA

    Roman | Christoph Keller: Übers Meer

    In Christoph Kellers aktuellem Roman ›Übers Meer‹ kreuzen sich auf dem Wasser die Wege von Arm und Reich, der Wanderungsstrom von Afrika ins sichere Europa reißt nicht ab, der Kampf der Religionen eskaliert. Und dazwischen zeigt eine Staatsmacht Panikreaktionen. Diesen Roman nach historischen Ereignissen »mit freier Sicht aufs Mittelmeer« – im Schweizer Rotpunktverlag erschienen – hat HUBERT HOLZMANN gelesen. (mehr …)

    Übers Meer
  • Die Deckung aufgeben

    Jugenbuch | Rusalka Reh: back to blue

    Deckung ist Schutz, das lernen Kinder schnell, wenn ihre engste Umgebung gefährlich ist. Sind sie Teenager, ist ihnen das Deckung suchen in Fleisch und Blut übergegangen, mehr noch, sie finden es normal. Auf dem Weg zum Erwachsenwerden ist Wegducken aber schädlich, denn es bedeutet, dass man auf das verzichtet, was man sich sehnlich wünscht. Das Schreiben z.B. Oder die große Liebe. Welche bösen Konflikte daraus entstehen können, erzählt Rusalka Reh in back to blue. Von MAGALI HEISSLER (mehr …)

    Back to blue350
  • 19 Reasons why my life is fine even though I don‘t have a dog

    Music | Bittles’ Magazine

    As part of my New Year’s resolutions I was going to give up listening to music, and take up dog-walking instead. Then I realised that I didn’t actually have a dog. And the cat rather unhelpfully refuses to be walked, claiming to be too embarrassed to be seen with me in public. So, a little sheepishly I have immersed myself back within the forgiving world of rhythmic sound. By JOHN BITTLES
    (mehr …)

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  • Die (Bild-)Sprache der Unterdrücker

    Comic | Anton Kannemeyer: Papa in Afrika

    Bei Avant ist unter dem Titel ›Papa in Afrika‹ eine Werkschau des südafrikanischen Comickünstlers und provokanten Satirikers Anton Kannemeyer erschienen. Die Ähnlichkeiten mit dem ersten Band von Tim und Struppi sind natürlich alles andere als zufällig – und gut dazu geeignet, einem Hergé-Fan wie BORIS KUNZ die Schamesröte ins Gesicht zu treiben. (mehr …)

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  • »Guter Nazi, böser Nazi?«

    Menschen | Manfred Wieninger: Die Banalität des Guten

    Das Böse hat Konjunktur. Die Jahrestage von Erstem und Zweitem Weltkrieg sorgen für einen steten Schub an Darstellungen von Abgründigem. Warum blicken wir so selten auf diejenigen, die sich in dieser Zeit ein Minimum an Menschlichkeit bewahrt haben? Ist Gutes zu tun einfach zu banal – oder in einer Zeit des Opportunismus viel zu schwierig? Das fragt sich Biografieforscher JÖRG FUCHS angesichts der Lektüre von Manfred Wieningers Buch ›Die Banalität des Guten‹. (mehr …)

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