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Menschen - page 14

Henker

Nachdenken über Karl H.

Menschen

Menschen | Hazel Rosenstrauch. Karl Huß. Der empfindsame Henker

Eine Biografie erfordert als Gegenstand eine Ausnahme, das Besondere, womöglich Exemplarische. Ein Scharfrichter in einer Zeit, in der die Todesstrafe nur noch selten verhängt oder überhaupt abgeschafft wurde, sein ehrloser Stand, der in sozialen Umwälzungen obsolet zu werden begann, und seine Wirkungsstätte, Eger/Cheb, das mit dem Ende des Alten deutschen Reichs zu einem neuen Staat, Österreich, geschlagen wurde, erfüllen die Voraussetzungen perfekt. Hazel Rosenstrauch, Kulturwissenschaftlerin aus Österreich, hat sich von dem speziellen Fall des letzten Scharfrichters von Eger zum Nachdenken und einem biografischen Essay Karl Huß. Der empfindsame Henker anregen lassen. Von MAGALI HEISSLER
China

China zeigt sein wahres Gesicht

Gesellschaft/Menschen

Menschen | Liao Yiwu: Die Kugel und das Opium

Der Dissident und Lyriker Liao Yiwu klagt die chinesische Regierung an: Selbst der Tod sei verlockender als ein Leben unter der repressiven Folter der KPC. Die erbrachten Opfer der Studentenbewegung im Jahr 1989, insbesondere des Massakers am Platz des Himmlischen Friedens dürften nicht in Vergessenheit geraten. Als Beweislage bringt Yiwu Die Kugel und das Opium hervor, in denen Augenzeugen und Beteiligte der Demonstrationen über ihre anschließenden Qualen berichten. Ein erschreckendes Gesellschaftsbild der Volksrepublik gerät ans Tageslicht. Von MARC STROTMANN
Verborgene Ordnung

Kunstvoll rund wie die Null

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Menschen | Alfred van Cleef: Die verborgene Ordnung

Die Null ist eine faszinierende Zahl, weil sie keine ist. Sie ist ein willkürlich gesetztes Zeichen für etwas ohne konkreten (Zahlen-) Wert. Was passiert eigentlich, wenn man eine ebenso willkürlich über den Globus gezogene, unsichtbare Linie als Reiseroute wählt? Davon erzählt in seinem neuen Buch Die verborgene Ordnung. Eine Reise entlang des Nullmeridians der niederländische Journalist und Reiseschriftsteller Alfred van Cleef. Von PIEKE BIERMANN
Gellhorn

»Krieg ist immer schlimmer, als ich beschreiben kann«

Menschen

Menschen | Martha Gellhorn: Das Gesicht des Krieges

Sie war die Kriegsreporterin des letzten Jahrhunderts – Martha Gellhorn, Amerikanerin, links, intellektuell und auch noch schön. Was – und vor allem wie – sie erzählt aus fünfzig Jahren Krieg, das ist auch im neuen Jahrhundert dringend nötige Aufklärung, gerade für deutsch(sprachig)e Leser. Der Züricher Dörlemann-Verlag hat sie jetzt wieder zugänglich gemacht: Das Gesicht des Krieges. Reportagen 1937-1987. Von PIEKE BIERMANN
Großvater im Krieg

Enttarnt und entzaubert

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Menschen | Moritz Pfeiffer: Mein Großvater im Krieg 1939-45

Mein Großvater im Krieg 1939-45. Erinnerung und Fakten im Vergleich ist ein schlanker Band, der es in sich hat. Vor allem wegen der Geschichte dahinter, die mit einer herzlichen Tollkühnheit beginnt und ihren Autor ziemlich bald zwischen Scylla und Charybdis bringt. An Büchern und Dokumentarfilmen zur Frage »War auch meine Familie Nazi?« herrscht nicht eben eklatanter Mangel, aber so wie der junge Historiker Moritz Pfeiffer hat noch niemand das Thema angepackt. Von PIEKE BIERMANN
Gauck - Freiheit

Die Freiheit, die er meint

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Menschen | Joachim Gauck: Freiheit

Der Katzenjammer ist vorprogrammiert. Wo so viel Vorschusslorbeeren verteilt werden und so viel Jubel auf Verdacht ertönt, kann es nur Enttäuschungen geben. Es ist ähnlich wie bei der Bestellung des künftigen Intendanten für das Stuttgarter Schauspiel, Armin Petras. Berauscht von dem Coup, der einen Theaterleiter aus der Hauptstadt weglocken konnte, verspricht man sich am Neckar ein Goldenes Zeitalter. Von THOMAS ROTHSCHILD
Vaclav Havel - Foto Martin Kozák

Kampf über 26 Jahre und 26 Tage

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Menschen | Zum Tod des Dramatikers und Staatsmannes Vaclav Havel

„Das einzige feste Fundament eines wirklichen und dauerhaften Friedens zwischen den Staaten und Völkern ist der Frieden innerhalb der Staaten und Völker. Dieser Frieden ist aber undenkbar ohne Respekt vor den menschlichen Freiheiten und den menschlichen Rechten“, bekannte Vaclav Havel im Oktober 1989. Havel wusste genau, wovon er sprach. Die tschechischen Behörden hatten ihm wenige Tage vorher die Ausreise nach Frankfurt zur Entgegennahme des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels verwehrt. Von PETER MOHR
Neuenfels - Bastardbuch

Gefährlich leben

Gesellschaft/Menschen

Menschen | Hans Neuenfels: Das Bastardbuch

Künstler sind immer besonders, aber Hans Neuenfels ist – ohne Zweifel – besonders besonders. Als Schauspiel- und Opernregisseur polarisierte der heute Siebzigjährige Publikum und Fachwelt. Indem er seinen Lebenserinnerungen den Titel Bastardbuch gab, verlieh er sich das Prädikat eines Nichtangepassten, eines Unzugehörigen, gar eines Ungehörigen, gleich selbst. Sicher ist auch ein wenig Theaterpose dabei. Doch hinter der Selbststilisierung steckt der unerbittliche Ernst einer beispiellosen Kunstbesessenheit. Eine (existentialistische) Haltung, die das Leben prägt. Ein »gefährliches« Leben jedenfalls, nach der Formel Nietzsches. Da kann der Anschein bürgerlicher Geordnetheit täuschen. Von HANS-KLAUS JUNGHEINRICH
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