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Biografie - page 3

Comic

Von, über und für die hinreichend fürsorgliche Mutter

Comic | Alison Bechdel: Wer ist hier die Mutter?

Die »hinreichend fürsorgliche Mutter« entstammt dem psychoanalytischen Modell Donald Winnicotts. Alison Bechdel zieht ihn und andere Geistesgrößen zu Rate, um in einem ›Work-In-Progess‹-Comic das komplizierte Verhältnis zu ihrer Mutter zu entschlüsseln – mit der literarischen Wucht, mit der sie bereits in ›Fun Home‹ die tragische Geschichte ihres Vaters sezierte. Von Von CHRISTIAN NEUBERT

Comic

Der umgezogene Stadtneurotiker

Comic | Jimmy Beaulieu: Am Ende des Tages

Ein loses Konglomerat an autobiographischen Kurzcomics, die zusammengenommen ein komplexes Selbstbildnis ergeben: Jimmy Beaulieus Sammelband ›Am Ende Des Tages‹ vereint ältere und neuere Erzählungen, die tief blicken lassen – nicht jedoch in die Röhre. Von CHRISTIAN NEUBERT

Kurzprosa

Der Anwalt der Schwachen

Kurzprosa | Erich Hackl: Dieses Buch gehört meiner Mutter | Drei tränenlose Geschichten

Es gibt zwei neue Bücher des Schriftstellers Erich Hackl: ›Dieses Buch gehört meiner Mutter‹ und ›Drei tränenlose Geschichten‹ sind beide im Schweizer Diogenes Verlag veröffentlicht. Von PETER MOHR

Roman

Leben und Sterben im bürgerlichen Zeitalter

Roman | Asta Scheib: Sonntag in meinem Herzen. Das Leben des Malers Carl Spitzweg

FLORIAN WELLE rezensiert Asta Scheibs Romanbiografie Sonntag in meinem Herzen, in der sie vom Münchner Maler Carl Spitzweg erzählt.

Vita Obscura
Allgemein

Bunte Denkmäler für schräge Helden

Comic | Simon Schwartz: Vita Obscura

Mit großem Einfallsreichtum hat der deutsche Zeichner Simon Schwartz seit 2012 abgefahrene historische Biographien für die Zeitung ›Freitag‹ als Comicseiten umgesetzt. Jetzt ist ›Vita Obscura‹ als überarbeitete Komplettausgabe bei avant erschienen. BORIS KUNZ hat schon lange nicht mehr so viel Freude mit einem Comic gehabt.

Karl Marlantes: Was es heißt, in den Krieg zu ziehen
Gesellschaft/Menschen/Sachbuch

Nacktes Grauen selbst erlebt

Menschen | Karl Marlantes: Was es heißt, in den Krieg zu ziehen

Als Karl Marlantes 1968 für die USA in den Vietnamkrieg zieht, hat er die typischen Motive der meisten Soldaten: Er will seine Männlichkeit beweisen, er will raus aus dem Einerlei, sehnt sich nach etwas »Höherem«. Nicht nur mit Tapferkeitsorden kommt er zurück – seine Lebensbilanz »Was es heißt, in den Krieg zu ziehen« sucht nach einem Moralkodex für Kriege. Hochaktueller Stoff für hier und heute, wo es wieder mal nach einem Sieg säbelrasselnder Dummheit riecht. Von PIEKE BIERMANN

Marie Jalowicz Simon: Untergetaucht
Menschen/Sachbuch

Volles Risiko

Menschen | Marie Jalowicz Simon: Untergetaucht. Eine junge Frau überlebt in Berlin 1940-1945

Wer heute zu seinem Chef geht und sagt: »Ich möchte entlassen werden«, hört allenfalls, dass er Hartz IV und den sozialen Abstieg riskiert. Marie Jalowicz riskiert ihr Leben, warnt der Hallenleiter bei Siemens, als sie ihm im Frühsommer 1941 damit kommt. Sie ist Jüdin, Zwangsarbeiterin, sie darf nicht kündigen, sie kann nur entlassen werden. Er versucht ihr abzuraten, verweist auf die relativ geschützte Umgebung, die Kolleginnen: »Da draußen sind Sie ja allein in der Eiswüste.« Sie entgegnet: »Ich will in die Eiswüste, und ich will allein sein.« Sie ist neunzehn und hat den Satz einer Siemens-Kollegin im Ohr: »Fräulein Jalowicz, Sie haben einen Fehler gemacht, Sie haben sich normal benommen.« Den Fehler wird sie nie wieder machen. Sie hat das Paradox begriffen, dass sie ihr Leben nur retten kann, wenn sie es riskiert. Von PIEKE BIERMANN

Gleichauf: Ingeborg Bachmann und Max Frisch
Menschen/Sachbuch

Alles ist offen und nichts ist geklärt

Menschen | Ingeborg Gleichauf: Ingeborg Bachmann und Max Frisch

Sie gehören zu den größten Literaten des 20. Jahrhunderts. Sie teilen ihre Leidenschaft, ihre Gedanken, später auch das Bett. In Ingeborg Bachmann und Max Frisch. Eine Liebe zwischen Intimität und Leidenschaft wagt sich Ingeborg Gleichauf an die wechselvolle Geschichte des Schriftstellerpaares. Von EVA HENTER-BESTING

Paradiessucher
Jugendbuch

Ist das schon Sozialtourismus?

Jugendbuch | Rena Dumont: Paradiessucher

Mit der Definition »Gesamtheit der Ortswechsel, die die Betreffenden nur vornehmen, um sich in den Genuss bestimmter Sozialleistungen zu bringen« wurde der Begriff »Sozialtourismus« zum Unwort des Jahres 2013 gekürt. Ist es das, was die 17jährige Lenka und ihre Mutter aus einer tschechischen Kleinstadt tun, als 1986 für sie ein Urlaub in der BRD zum Sprungbrett ins Westparadies wird? ANDREA WANNER hat der Ich-Erzählerin aufmerksam zugehört.

Roman

Fremd in der Heimat

Roman | Andreas Maier: Die Straße

»Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh ich wieder aus.« Diese Verse von Wilhelm Müller, die in Franz Schuberts Winterreise eingeflossen sind, beschreiben treffend die inneren Befindlichkeiten des jungen Protagonisten in Andreas Maiers neuem Roman Die Straße. Von PETER MOHR

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