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Deutschland

Anne Will ARD
Film/TV/Porträt & Interview

Koalitions-Geplauder

Interview | Im TV: Anne Will. Polittalk (ARD) 3.12.17, 21:45 Uhr

Seit Monaten befassen sich unsere diversen Politik-Talkshows mit Wahlen und Regierungsbildung. Bei Frau Will, man denke, läuft dieses Thema dauerhaft seit dem zwanzigsten August, ein einziges Mal unterbrochen von der aus USA herübergeschwappten #metoo-Debatte. Wir werden berieselt, wir werden eingelullt. Von WOLF SENFF

Weigt_Demokratie jetzt
Gesellschaft/Sachbuch

Widerstand ist zweckmäßig

Gesellschaft | Gerhard Weigt: Demokratie Jetzt

Augenzeugenberichte sind nie einfach. Gefärbt von subjektivem Empfinden, beschränktem Informationszugang und Emotionen werfen sie ein Bild auf die Welt, das nicht korrekt sein muss. Zeitzeugen muss es ähnlich gehen. So entspinnt sich die Komplexität von Gerhard Weigts ›Demokratie Jetzt‹. Der schwierige Weg zur deutschen Einheit schon im Eingang, im Appell an die eigene Objektivität, die keine sein kann. Dennoch bleibt ein atemberaubendes Zeugnis eines starken Willens zum Widerstand. VIOLA STOCKER zollt Respekt.

mythos mitte
Gesellschaft/Sachbuch

Ein Konstrukt

Gesellschaft | Ulf Kadritzke: Mythos »Mitte« oder: Die Entsorgung der Klassenfrage

Diese vergleichsweise kurze Arbeit greift ein Thema auf, das noch im vergangenen Jahrhundert stets wieder diskutiert und stets wieder unter den Teppich gekehrt wurde. Die neueste Version, diesmal von gänzlich unerwarteter Seite, schuf der Milliardär Soros mit seinem Bonmot vom »Klassenkampf von oben«. Von WOLF SENFF

Brussig - Beste Absichten 978-3-10-397243-6
Roman

Die unbekannteste Band eines untergegangenen Staates

Roman | Thomas Brussig: Beste Absichten

Wenn Thomas Brussig erzählt, wird es nie langweilig. Nur aufpassen muss man. Denn leicht verleitet den Berliner Autor sein Temperament, den schmalen Grat zwischen Verbürgtem und Hinzufantasiertem zu überschreiten. Von DIETMAR JACOBSEN

Rolf Schneider (2010) Abb: Therese Schneider

Zeit der Fiktion ist vorbei

Menschen | Zum 85. Geburtstag des Schriftstellers Rolf Schneider am 17. April*

»Ich betrachte die deutsche Wiedervereinigung und die heutigen Zustände in der Bundesrepublik alles in allem doch als einen Glücksfall«, hatte der Schriftsteller Rolf Schneider vor vier Jahren in einem Interview mit dem ›Deutschlandradio Kultur‹ erklärt. Zeitlebens ist er immer etwas gegen Strom geschwommen. Von PETER MOHR

Roman

Er war einmal ein Asylsuchender in Deutschland: Literatur als Debattenbeitrag

Roman | Abbas Khider: Ohrfeige

Es gibt Romane, die erscheinen exakt zur richtigen Zeit, um Diskussionen zu befeuern: Ohrfeige von Abbas Khider ist so einer. Es geht darin um einen jungen Mann aus dem Irak, der in Europa studieren und sich medizinisch behandeln lassen möchte. In Deutschland erwarten ihn allerdings nur unüberwindbare bürokratische Hürden und Fremdfeindlichkeit. Der Roman kann als Debattenbeitrag zur sogenannten Flüchtlingsfrage gelesen – und als literarische Ohrfeige für den Umgang mit Flüchtlingen in Deutschland. Von VALERIE HERBERG

Beste deutschsprachige Comic-Künstlerin: Barbara Yelin Copyright: Internationaler Comic-Salon Erlangen – Foto: Erich Malter, 2016

Den Zweifel sichtbar machen

Comic | ICSE 2016 Spezial: Interview mit Max und Moritz Preisträgerin Barbara Yelin

Die Verkündung des Preisträgers des Max und Moritz Preises für den besten Deutschen Comickünstler soll ja immer eine Überraschung sein. So jedenfalls kündigte Hella von Sinnen während der Max und Moritz Gala den Laudatoren Andreas C. Knigge an. Erst nach und nach während seiner Laudatio sollten Publikum und Preisträger merken, von wem überhaupt die Rede sei. Knigge aber machte diesem Zauber schnell ein Ende und verriet den Namen Barbara Yelin schon sehr früh in seiner Ansprache. Es wäre ohnehin keine große Überraschung mehr gewesen. Nicht nach der Veröffentlichung eines so gelungenen und wichtigen Comicromans wie ›Irmina‹. Über dessen Entstehungsgeschichte hat sich BORIS KUNZ mit der Autorin und Zeichnerin unterhalten.

Jean Mattern September
Roman

Von Liebe im Angesicht des Terrors

Roman | Jean Mattern: September

Die olympischen Spiele 1972 in München – ein Kräftemessen der besten Athleten, ein Schaulaufen der Presse. Doch kein besonders glorreicher oder überraschender Sieg sorgt in diesem Wettkampf für Aufregung. Dieses Mal ist alles anders, denn eine Tragödie wirft einen schweren Schatten über das Ereignis. In seinem Roman September verarbeitet Jean Mattern das Unglück der olympischen Spiele 1972, bei denen die israelische Delegation als Geiseln genommen wird und spickt diese mit privaten Emotionen seines Erzählers. Von ANNA NISCH

Adrienne Braun Künstlerin, Rebellin, Pionierin

Malen kann das Frauenzimmer!

Menschen | Adrienne Braun: Künstlerin, Rebellin, Pionierin

Luise Duttenhofer, Emmy Schoch oder Gerta Taro: Künstlerin, Rebellin, Pionierin waren sie alle, eine jede in ihrem Ressort und zu ihrer Zeit. Grund genug, diese und über ein Dutzend weitere herausragende Frauen-Biographien aus Baden-Württemberg (wieder) zu entdecken. Die Stuttgarter Kulturjournalistin Adrienne Braun hat dazu eine Auswahl von überaus geistreichen und anregenden Porträts verfasst. Von INGEBORG JAISER

Unterleuten von Juli Zeh
Roman

Idylle negativ

Roman | Juli Zeh: Unterleuten

Sie hätte schon immer einen großen Gesellschaftsroman schreiben wollen, hat Juli Zeh jüngst verlauten lassen. Mit ›Unterleuten‹ hat sie sich diesen Wunsch jetzt erfüllt. Obwohl das Buch in der brandenburgischen Provinz spielt, da, wo sich Fuchs und Hase »Gute Nacht« sagen. Seine Helden sind deshalb auch nicht die Entscheider unser aller Zukunft, sondern die kleinen Leute, die mit dem andernorts Entschiedenen zu leben haben. Von denen aber fährt Zehs Roman eine ganze Palette an unterschiedlichen Charakteren auf – nicht immer vollständig klischeefrei, aber durchaus tauglich, die Widersprüche unserer Zeit und Gesellschaft sichtbar zu machen. Von DIETMAR JACOBSEN

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