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Geschichte - page 3

Ulrike Heider: Vögeln ist schön
Gesellschaft/Sachbuch

Einige ziehen blank, andere Bilanz

Gesellschaft | Ulrike Heider: Vögeln ist schön

»Sexualität ist gefährlich und schmutzig. Sexualität ist gut und sorgt für Frieden. Sexualität ist weiblich. Sexualität ist Identität. Sexualität ist Macht und kommt vom Verbot. Sexualität ist Verhandlungssache.« Das ist der Sex der letzten fünfzig Jahre. Vieles wurde verworfen, einiges wiederholt. Fasziniert von der Gegensätzlichkeit der Beschreibungen begibt sich Ulrike Heider in ›Vögeln ist schön‹ auf die Suche nach dem Sexualbegriff ihrer eigenen Lebenszeit. Während der Betrachtung der wichtigsten sexualpolitischen Ereignisse und der Analyse philosophischer Klassiker, zeitgenössischer Literatur und Filme, kommt sie nicht umhin ihre ganz persönliche Geschichte zu erzählen. Mit der Würze ihrer intimen Konfessionen und oft scharfer Kritik schickt sie uns auf eine ideologische Zeitreise von den späten 50er Jahren bis heute. Von EVA HENTER-BESTING

Tobias Wunschik: Knastware für den Klassenfeind
Gesellschaft/Sachbuch

Unter Gefahr für Leib und Leben

Gesellschaft | Tobias Wunschik: Knastware für den Klassenfeind

Wer im Westen eine Praktica oder Exakta erwarb, wusste um ihre Ostproduktion. Auch bei Billy-Regalen und beim ein oder anderen Buch konnte, wer wollte, die Herkunft erahnen. Doch kaum jemand wird sich zur Produktion Zwangsarbeit in Ostgefängnissen vorgestellt haben. Tobias Wunschik schafft mit ›Knastware für den Klassenfeind‹ die Grundlagen für eine notwendige Debatte. Von PIEKE BIERMANN

Noam Chomsky: Die Herren der Welt
Gesellschaft/Sachbuch

Geschichte neu schreiben

Gesellschaft | Noam Chomsky: Die Herren der Welt

Der in Philadelphia, Pennsylvania, geborene Noam Chomsky lebte sein erstes Leben als erfolgreicher und angesehener Sprachwissenschaftler der USA, er revidierte die traditionelle Grammatik von Grund auf. Durch den Vietnamkrieg wurde er zum Dissidenten. Er erwarb sich weltweites Ansehen, wurde in den USA mehrmals inhaftiert, zum ersten Mal 1967 anlässlich einer Demonstration gegen den Vietnamkrieg, und ist heute eine Leitfigur des Widerstands gegen die gedankenlose Fortsetzung herkömmlicher Politik. Von WOLF SENFF

Kulturbuch/Sachbuch

Verkehrssystem im Eiltempo

Kulturbuch | Hendrik Ammoser: Das Buch vom Verkehr

Einer globalisierten Welt liegt die Mobilität von Waren, Dienstleistungen und Menschen zugrunde. Wie gestalten sich Mobilitätskonzepte und -strukturen? Welche Entwicklungen haben sie bis zum heutigen Tag durchlaufen – und wie können wir sie uns nutzbar machen? ›Das Buch vom Verkehr‹ sucht Antworten. Und passt sich dabei in seinem Stil dem Thema an. JÖRG FUCHS auf der Spur des Transports – zu Wasser, zu Lande und in der Luft.

Helmut Lethen: Der Schatten des Fotografen
Kulturbuch/Sachbuch

Sechs Worte und eine Jahreszahl

Kulturbuch | Helmut Lethen: Der Schatten des Fotografen

Gibt es eine Wirklichkeit hinter Bildern? Die Sehnsucht nach dem unvermittelten Blick ist so alt wie die Menschheit selbst. In seinem heute mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2014 ausgezeichneten Werk* Der Schatten des Fotografen geht Helmut Lethen der Frage auf einem Streifzug durch die Geschichte des 20. Jahrhunderts und unserer Gegenwart nach. Die Suche nach Realität. Von EVA HENTER-BESTING

Marie Jalowicz Simon: Untergetaucht
Menschen/Sachbuch

Volles Risiko

Menschen | Marie Jalowicz Simon: Untergetaucht. Eine junge Frau überlebt in Berlin 1940-1945

Wer heute zu seinem Chef geht und sagt: »Ich möchte entlassen werden«, hört allenfalls, dass er Hartz IV und den sozialen Abstieg riskiert. Marie Jalowicz riskiert ihr Leben, warnt der Hallenleiter bei Siemens, als sie ihm im Frühsommer 1941 damit kommt. Sie ist Jüdin, Zwangsarbeiterin, sie darf nicht kündigen, sie kann nur entlassen werden. Er versucht ihr abzuraten, verweist auf die relativ geschützte Umgebung, die Kolleginnen: »Da draußen sind Sie ja allein in der Eiswüste.« Sie entgegnet: »Ich will in die Eiswüste, und ich will allein sein.« Sie ist neunzehn und hat den Satz einer Siemens-Kollegin im Ohr: »Fräulein Jalowicz, Sie haben einen Fehler gemacht, Sie haben sich normal benommen.« Den Fehler wird sie nie wieder machen. Sie hat das Paradox begriffen, dass sie ihr Leben nur retten kann, wenn sie es riskiert. Von PIEKE BIERMANN

Felix Römer: Kameraden
Menschen/Sachbuch

Totale Indolenz

Menschen | Felix Römer: Kameraden

Nach Sönke Neitzels und Harald Welzers Soldaten ist eine zweite große Studie zur Mentalitätsforschung in Sachen Wehrmacht erschienen: Für Kameraden hat der Historiker Felix Römer die Ab- und Verhörprotokollen aus einem amerikanischen Geheimlager für Kriegsgefangene ausgewertet. Der Zweite Weltkrieg aus deutscher Perspektive im O-Ton – minutiös dokumentiert und glänzend erzählt. Von PIEKE BIERMANN

Michael Brenner (Hg.): Geschichte der Juden in Deutschland
Menschen/Sachbuch

Boden ohne Blut, bitte!

Menschen | Michael Brenner (Hg.): Geschichte der Juden in Deutschland von 1945 bis zur Gegenwart

Die schlechte Nachricht zuerst: Nein, es hätte sie nicht geben sollen – Juden und Geschichte in diesem Land nach der Shoah. Weder für die gojischen Deutschen noch für den Jüdischen Weltkongress. Jetzt die gute: Doch, es gibt sie wieder! Wie, gegen welche Widerstände und durch welche Kräfte sie trotzdem zustande kam, zeichnet die von Michael Brenner herausgegebene Geschichte der Juden in Deutschland von 1945 bis zur Gegenwart nach. Ohne Scheu vor ungemütlichen Fakten und ohne »Oh-wie-schön!«-Schmu. Von PIEKE BIERMANN

Stephen Greenblatt: Die Wende
Kulturbuch

Die Macht der Worte

Kulturbuch | Stephen Greenblatt: Die Wende. Wie die Renaissance begann

Über die Renaissance ist viel geschrieben worden, aber dieses ist ein Buch, in dem ein Autor einem anderen nachspürt und diesem dann eine sagenhafte Verantwortung in die Schuhe schiebt. Ein Werk soll Ursprung eines neuen Zeitalters sein, wegbereitend für Generationen, bedeutungsschwangere Prophezeiung der intellektuellen Elite. Stephen Greenblatt forschte in Die Wende. Wie die Renaissance begann über eine fast vergessene philosophische Strömung. VIOLA STOCKER ließ sich auf eine sagenhafte Reise ins Herz einer bibliophilen Gesellschaft ein, der es gelang, Worte vor dem Vergessen zu bewahren, die Jahrzehnte später Europas ethisches Grundkonstrukt in Frage stellen sollten.

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