Tag archive

Israel

Beste deutschsprachige Comic-Künstlerin: Barbara Yelin Copyright: Internationaler Comic-Salon Erlangen – Foto: Erich Malter, 2016

Den Zweifel sichtbar machen

Comic | ICSE 2016 Spezial: Interview mit Max und Moritz Preisträgerin Barbara Yelin

Die Verkündung des Preisträgers des Max und Moritz Preises für den besten Deutschen Comickünstler soll ja immer eine Überraschung sein. So jedenfalls kündigte Hella von Sinnen während der Max und Moritz Gala den Laudatoren Andreas C. Knigge an. Erst nach und nach während seiner Laudatio sollten Publikum und Preisträger merken, von wem überhaupt die Rede sei. Knigge aber machte diesem Zauber schnell ein Ende und verriet den Namen Barbara Yelin schon sehr früh in seiner Ansprache. Es wäre ohnehin keine große Überraschung mehr gewesen. Nicht nach der Veröffentlichung eines so gelungenen und wichtigen Comicromans wie ›Irmina‹. Über dessen Entstehungsgeschichte hat sich BORIS KUNZ mit der Autorin und Zeichnerin unterhalten.

Asaf Hanuka - Abb: Darthradar

»In Israel kann man nicht unpolitisch sein«

Comic | ICSE 2016 Spezial: Interview mit Asaf Hanuka

Der Cartoonist Asaf Hanuka ist einer der wenigen Comic-Zeichner aus Israel, die auch in Europa bekannt sind, etwa durch Werke wie ›Der Realist‹ oder ›The Divine‹. Dieses Jahr war der Künstler auch auf dem Internationalen Comic Salon in Erlangen zugegen. PHILIP J. DINGELDEY hat sich dort mit Hanuka getroffen und über seine Cartoons, seinen Stil, seine Farbgebung und den politischen Gehalt seiner autobiographischen Geschichten unterhalten.

Bühne

Liebe bis über alle Grenzen hinweg?

Bühne | ›Love hurts/!לא לשכוח – לאהוב‹ – ein deutsch-israelisches Dokumentarstück (Badisches Staatstheater Karlsruhe)

Dass Liebe und Beziehungen zwischen Mann und Frau keine leichte Angelegenheit sind, davon erzählen Klassiker der Weltliteratur und das Leben selbst. Daraus schöpfen Filmemacher ihre Stoffe – und nicht nur diese: Auch im Badischen Staatstheater ging es um die Liebe, um die Art, die schmerzt, wie es schon der Titel ›Love hurts‹ verrät. Doch das beeindruckende und überraschende Resumée des deutsch-israelischen Dokumentarstücks von Avishai Milstein (Koproduktion mit dem Teatron Beit Lessin, Tel Aviv) ist ein anderes: Die deutsche Schuld gibt es nicht. Von JENNIFER WARZECHA

Gesellschaft/Sachbuch

Ungewohnte Perspektiven

Gesellschaft | Klaus Hillenbrand: Fremde im neuen Land. Deutsche Juden in Palästina und ihr Blick auf Deutschland nach 1945

Reportagen aus Deutschland nach der Katastrophe des Nationalsozialismus sind nicht allzu selten. Die Berichte, die der Journalist und Zeithistoriker Klaus Hillenbrand in Fremde im neuen Land vorstellt, bieten allerdings höchst ungewöhnliche Durchblicke. Denn sie sind geschrieben von deutschen und deutschsprachigen Juden, die oft nur wenige Jahre zuvor aus ihrer alten Heimat verjagt worden waren. Von PETER BLASTENBREI

Kulturbuch/Sachbuch

Spielarten der Gewalt, Deutungen der Gewalt

Kulturbuch | Der Gewalt ins Auge sehen. Mittelweg 36 – Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung

Gewalt in den verschiedensten Formen scheint uns zu umgeben. Jugendgewalt gegen Gleichaltrige, Polizeikugeln für junge Farbige in den USA, Gewaltkriminalität, rassistische Übergriffe auf Einwanderer, offener Krieg in der Ukraine, in Syrien, im Jemen und wer weiß wo in Afrika, terroristische Anschläge, strukturelle Gewalt (Galtung, H. Marcuse) in zunehmend ungerechter werdenden neoliberalen Gesellschaften. Der neue Themenband ›Der Gewalt ins Auge sehen‹ der ›Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung‹ (HIS) stellt Facetten des Phänomens vor. Von PETER BLASTENBREI

Comic

Friedlich lässt es sich hier nicht leben

Comic | B.Yakin (Text)/N.Bertozzi (Zeichnungen): Jerusalem. Ein Familienporträt

Es gibt wohl nur wenige politische Themen der heutigen Zeit, die brisanter und auch schwieriger sind, als der blutige Israel-Palästina-Konflikt, der im öffentlichen Diskurs mit hoher Emotionalität geführt wird. Ausgerechnet aus dem Beginn dieses Konfliktes in Jerusalem haben Regisseur und Comic-Autor Boaz Yakin und Zeichner Nick Bertozzi eine Graphic Novel kreiert: ›Jerusalem. Ein Familienporträt‹. Von PHILIP J. DINGELDEY

Gesellschaft/Sachbuch

Neue Weltunordnung

Gesellschaft | Michael Lüders, Wer den Wind sät. Was westliche Politik im Orient anrichtet

Fakten. Fakten in erfreulicher Klarheit. Wer seine eigenen Fehler nicht wahrnimmt, nicht erkennt, nicht einsieht, kann nicht lernen. Das schreibt Michael Lüders den westlichen Staaten ins Stammbuch. Er beschreibt die über Jahrzehnte bis ins Detail identisch gebliebene, aggressive Invasionspolitik seitens der USA, Großbritanniens und Kontinentaleuropas. Von WOLF SENFF

Gesellschaft/Sachbuch

Alter Streit und neue Lösung

Petra Wild: Die Krise des Zionismus und die Ein-Staat-Lösung

Der Palästinakonflikt ist in den letzten Jahren medial in den Hintergrund getreten. Der Vormarsch des IS und der Zerfall Syriens und Libyens haben ihn von den Titelseiten verdrängt. Nur wenn wieder einmal ein deutscher Außenminister lustlos die Fortsetzung des Friedensprozesses anmahnt, nimmt man ihn noch wahr. Die Islamwissenschaftlerin Petra Wild macht uns in ›Die Krise des Zionismus und die Ein-Staat-Lösung‹ mit einem neuen Denkmodell bekannt. Von PETER BLASTENBREI

Gesellschaft/Sachbuch

Israel: Eine Erfolgsgeschichte?

Gesellschaft | Ari Shavit: Mein gelobtes Land. Triumph und Tragödie Israels

Unsicherheit ist das prägende Gefühl im Israel der heutigen Zeit. Das Land, das als jüdische Insel im islamisch-geprägten Nahen Ostens liegt, sieht sich mit externen, aber auch internen Bedrohungen konfrontiert. Wie es in Zukunft um die Sicherheit des Staates steht, bleibt offen. Um zu ergründen, warum sich sein Heimatland aktuell in einem Zustand der Ungewissheit befindet, hat der Journalist Ari Shavit eine Zeitreise angetreten und den Weg hin zum heutigen Israel nachgezeichnet. Von STEFFEN FRIESE

Gesellschaft/Sachbuch

Wendepunkte

Gesellschaft | Dan Diner: Rituelle Distanz. Israels deutsche Frage

Lange bevor die Bundesrepublik Deutschland und Israel 1965 diplomatische Beziehungen aufnahmen, öffnete das Luxemburger Abkommen von 1952 den Weg zu einer behutsamen Annäherung beider Staaten. Die Ereignisse sind längst ausführlich historisch beleuchtet worden, nicht wenige der Protagonisten haben ihre Erinnerungen veröffentlicht. Dan Diner, 1999-2014 Direktor der Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte in Leipzig, interessieren in ›Rituelle Distanz‹ allerdings gerade nicht die bekannten diplomatischen, politischen und wirtschaftlichen Aspekte. Von PETER BLASTENBREI

1 2
Gehe nach oben