Kinderbuch | Gudrun Mebs: Ferien nur mit Papa Ferien nur mit Papa. Das klingt eigentlich toll. Nur bis daraus das wird, was sich die neunjährige Maja wünscht, muss eine ganze Menge geschehen. Von ANDREA WANNER
Digitales | Games: Horizon: Zero Dawn Eine Welt in ferner Zukunft. Die Menschheit, 1000 Jahre lang vom Erdboden verschwunden und jeglichem Fortschritt beraubt, ist zurückversetzt in eine technologische Steinzeit. Individuen rotten sich erneut in Stämmen zusammen, Familien versuchen den neuen Lebensumständen zu trotzen und niemand weiß, oder denkt überhaupt daran, welche Umstände sie eigentlich in diese annähernd prähistorische Phase zurückwarf. Von DANIEL MEYER.
Musik | Sanna Kurki-Suonio: The Unparalleled System Die unkonventionelle Finnin Sanna Kurki-Suonio spielt und performt akustischen und elektronischen Indiefolk in Verbindung mit experimenteller Rockmusik und bluesigem Feeling. Von TINA KAROLINA STAUNER
Musik | Mighty Oaks:Howl / Hannah Köpf: Lonely Dancer Amerikanesques Songwriting aus Deutschland mit Mighty Oaks und Hannah Köpf. Gehört von TINA KAROLINA STAUNER
Gesellschaft | Mirian Goldenberg: Untreu Gender-Forschung ohne Konfrontationskurs? Starker Tobak. Mirian Goldenberg versteht sich als Anthropologin, sie führt umfangreiche Forschungsvorhaben durch und beschäftigt sich in ihren zahlreichen Publikationen durchgängig mit dem Verhalten brasilianischer Mittelschichten, was Liebe, Begehren, Ehe, Familie und Treue betrifft. Legen wir das ungelesen beiseite ins Regal für Spießbürger? Mal halblang, meint WOLF SENFF.
Mirjam Pressler: Wer morgens lacht (Jugendbuch ab 15) Annas ältere Schwester Marie verschwand kurz vor ihrem achtzehnten Geburtstag. Verstanden haben sich die beiden nie. Sieben Jahre später, Anna ist inzwischen Anfang zwanzig, erkennt sie, dass sie sich erinnern muss. An Marie, an ihr gemeinsames Leben in dem kleinen Haus ihrer Eltern. Sonst droht das Trauma sie zu verschlingen. Mirjam Pressler legt mit Wer morgens lacht einen Roman vor, der tief an die schmerzlichsten Wunden rührt, die Familienbeziehungen schlagen können. Von MAGALI HEISSLER
Kinderbuch | Anna Benotto: Reisen
Den Rucksack geschultert und los geht’s. Ein Bär hat große Pläne und hält seine Stationen in einem Reisetagebuch fest. Da bekommt man sofort Lust, auch aufzubrechen, findet ANDREA WANNER.
Roman | Hans Rosenfeldt: Die Farm der Mädchen
Als Teil des Autorengespanns Hjorth/ Rosenfeldt hat Hans Rosenfeldt gemeinsam mit seinem Partner Michael Hjorth die erfolgreiche Romanreihe um den Profiler und Polizeipsychologen Sebastian Bergman entwickelt. Deren achter und bisher letzter Band, Die Schuld, die man trägt, erschien sowohl im schwedischen Original wie auch auf Deutsch im Jahr 2023. Anschließend widmeten sich die beiden Autoren zunächst einmal je eigenen Projekten. Dabei hatte Rosenfeldt mit Wolfssommer (2020) bereits während der gemeinsamen Arbeit mit Michael Hjorth den ersten Band eines neuen Romanprojekts publiziert. Er ließ ihn in der nordschwedischen Provinz rund um die schwedisch-finnische Grenzstadt Haparanda spielen und präsentierte mit der im Mittelpunkt stehenden Polizistin Hannah Wester eine komplexe Frauenfigur, die von privaten Problemen und einem 26 Jahre alten Trauma gequält wird. Mit Die Farm der Mädchen kehrt Rosenfeldt nun, sechs Jahre später, in die 7.000-Seelen-Gemeinde zurück und konfrontiert die ein Jahr nach dem Tod ihres Mannes in den Polizeidienst zurückgekehrte Hannah mit einem Fall, der bei ihr alte Wunden wieder aufreißt. Von DIETMAR JACOBSEN
Roman | Elizabeth Strout: Erzähl mir alles
Sie gilt als Chronistin des amerikanischen Alltags. Nun hat die Pulitzer-Preisträgerin Elizabeth Strout die unsentimentale, ruhige Erzählweise ihrer bisherigen Romane aufgebrochen und wagt sich an einen Kriminalfall. Erzähl mir alles, bittet der Anwalt den Mordverdächtigen, der verunsicherte Ehemann seine Frau, die Schriftstellerin ihr Gegenüber. Von INGEBORG JAISER
Bühne | Oper: Nabucco
Giuseppe Verdis Oper ›Nabucco‹ wurde 1842 an der Mailänder Scala uraufgeführt. Auch wenn die gesehene Inszenierung 184 Jahre später möglicherweise nicht darauf abzielte, ein politisches Statement abzugeben, waren etwaige Parallelen durchaus erkennbar. Kein Wunder, denn die Oper ist als Kunstform nicht nur politisch relevant, sondern wird auch im Kontext unserer Realität interpretiert. Verdis frühes Meisterwerk wurde am 23.05.26 im Opernsaal der Staatsoper Berlin sowie als Liveübertragung auf dem angrenzenden Bebelplatz für ungefähr 15.000 Menschen mit Fantasie und Intensität auf die Bühne gebracht und hinterließ nicht nur bei Anna Noah einen bleibenden Eindruck.

