Wächter der Metallfabrik

Digitales | Games: Star Fox Guard

Zeitgleich mit dem Hauptspiel ›Star Fox Zero‹ erschien auch der Ableger ›Star Fox Guard‹ (SFG). Die Spiele haben nicht unmittelbar miteinander zu tun, doch teilen sie einige Besatzungsmitglieder. In SFG weist uns Slippy ein – schließlich geht es um die Verteidigung der Metallfabrik seines Onkels. Von PHILIPP LINKE.

Star Fox GuardEine Schaar feindlicher Roboter versucht in die Fabrik von Slippys Onkel einzudringen und wir müssen das verhindern. Das Gebäude ist von einem Labyrinth umgeben, indem wir Kameras platzieren können. Jede von ihnen ist mit einer Laserkanone ausgestattet und lässt sich via Gamepad auswählen und steuern. Während wir das Bild der aktiven Kamera im Bildmittelpunkt sehen, sind die übrigen bis zu zwölf Kameras rundherum angeordnet, sodass wir theoretisch das ganze Geschehen im Blick behalten können. Sobald die Roboter auftauchen, ist jedoch Multitasking gefordert, da wir schnell zwischen den richtigen Kameras hin- und herwechseln müssen.

Bei fast jeder neuen Mission wird eine neue Kamera- oder Roboter-Art eingeführt, was in den ersten Runden stark motiviert. Dabei gibt es etwa Kameras, die mehrere Gegner gleichzeitig anvisieren oder mit einem Schuss eliminieren können, dafür aber nur begrenzt Munition zur Verfügung haben. Auf der Seite der Roboter gibt es zwei Arten: Die einen greifen die Fabrik direkt an, während andere unsere Kameras manipulieren, etwa durch Störsignale oder Rauchbomben. Den Hauptreiz des Spiels bildet die große Anzahl verschiedener Feinde, die jeweils unterschiedliche Eigenschaften haben, auf die wir entsprechend reagieren müssen; beispielsweise können einige Roboter nur aus dem Hinterhalt beschädigt werden oder werden schneller, wenn sie erstmalig getroffen werden. Sogar Endgegner-Missionen wollen bewältigt werden, in denen unsere kleine Basis gegen abstruse Ungetüme antritt.

Auch ein Online-Modus ist vorhanden, der uns eigenen Roboterarmeen zu einem beliebigen Level aufstellen lässt. Dabei können wir den Zeitpunkt bestimmen, an dem sie auftauchen und welchen Weg sie laufen. Eine obere Grenze für Roboter pro Zeiteinheit kann jedoch nicht überschritten werden. Das fertige Level kann anschließend hochgeladen  werden, sodass alle Welt die Herausforderung annehmen kann. Sollte die eigene Roboterarmee gegen einen menschlichen Gegner gewinnen, erhalten wir Punkte, mit denen wir neue Kameras oder Roboter freischalten können.

Fazit

Als kurzweiliger Spaß beschäftigt das bodenständige SFG Highscorejäger und Tower-Defense Fans. Entgegen dem ersten Eindruck wird überraschend viel Inhalt geboten und mit dem asynchronen Online-Modus noch eins draufgesetzt. Da man kaum einen Überblick über alle Kameras gleichzeitig haben kann, macht SFG auch mit Freunden Spaß, selbst wenn diese nicht aktiv eingreifen, sondern nur auf besonders gefährliche Roboter aufmerksam machen. SFG ist nicht als Erweiterung von SFZ zu sehen, es bildet viel mehr ein eigenes Spiel, das neben dem großen Bruder leider unterzugehen droht. Ein Blick lohnt sich aber allemal, da es jede Menge Spaß macht, die aufdringlichen Blechbüchsen unschädlich zu machen.

| PHILIPP LINKE

Titelangaben
Star Fox Guard
Nintendo
seit dem 21. April exklusiv erhältlich für WiiU.
ab 14,99€.

Ihre Meinung

Your email address will not be published.

Voriger Artikel

Sch’majas Traum

Nächster Artikel

Ausgefuchst

Weitere Artikel der Kategorie »Digitale Spiele«

Ungewaschene Götter auf dem Nerd-Olymp

Digitales | Games: Die Most Epic Game Moments der TITEL-Schreiber Digitale Spiele schenken ihren Spielern Geschichten über heroische Momente, Epiphanien und Triumphe über sich und andere. Heute teilen die Autoren des Digitale-Spiele-Ressorts in ›TITEL‹ ihre »Most Epic Gaming Moments« mit uns. Zusammengestellt von PETER KLEMENT

Halb-göttlich, voll-zornig

Digitales | Games: Asura’s Wrath Für diesen jungen Mann muss der Begriff »anger management« völlig umgedeutet werden – denn, wenn jener kräftige Kerl erst einmal in Rage geraten ist, gibt es kein Halten mehr. Vorbei die Zeiten, in denen Kerle vor Wut ein Handy gegen die Wand warfen – hier geht es um Zerstörung im intergalaktischen Maßstab. RUDOLF INDERST schaut vorsichtig um die (Planeten-)ecke.

Prügeln wie in alten Zeiten

Digitales | Games: Tekken 7 Die ›Tekken‹-Serie zählt seit je her zu den bekanntesten Titeln auf der heimischen Konsole. Entwickelt von Namco Bandai begann der 3D-Beat-em-up schon 1994 auf der PlayStation One. Nun erscheint die Serie endlich auch auf der Ps4, wobei Fans des japanischen Prügelspiels bereits seit 2015 in den Spielhallen die Gelegenheit hatten, den Titel ausgiebig zu testen. ›Tekken 7‹ ist ein Update aus der im Jahre 2015 erschienenen Arcade-Version und der ersten Erweiterung aus dem Jahre 2016, allerdings mit zusätzlichen Spielelementen und Charakteren. Von LINH NGUYEN.

Ludische Gottheiten?

Digitalspielkultur | Interview mit Jan Wysocki

Obschon wir in einer vermeintlich entzauberten Welt leben, sind unser Alltag und unsere Medien dennoch durchdrungen von Vorstellungen über Götter, Göttinnen, Gottheiten und anderen mächtigen, übermenschlichen Wesen. Das betrifft auch die Welten digitaler Spiele und genau darüber hat Jan Wysocki ein Buch geschrieben. RUDOLF INDERST hat sich mit dem Religionswissenschaftler darüber unterhalten.

Nintendos eiserner Griff um die Handheldkrone

Digitales | Hardware: Nintendo 3DS Ende März war es soweit – der Marktführer speist seine neue mobile Konsole, den Nintendo 3DS, in das System ein und hofft, dass eine Ziffer und zwei Buchstaben sofort kommunizieren, was Kernbotschaft sein soll. 3DS – das steht für mobiles Spielen ohne spezielle 3D-Brille. RUDOLF INDERST ist seit dem Starttag dabei! Im Folgenden schildert er seine ersten Spieleindrücke und -erfahrungen.