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Viel mehr als nur das »Seelchen«

Menschen | Vor 100 Jahren wurde Maria Schell geboren

Maria Schell hatte zeitlebens mit dem »Seelchen«-Klischee aus den 1950er Jahren zu kämpfen, das seinen Ursprung in einigen kitschigen Liebesfilmen hatte. »Mich hat nicht die Seele, sondern das ›chen‹, diese Verniedlichung, gestört«, erklärte die Schauspielerin einmal in einem Interview. Dass sich die achtmalige Bambi-Preisträgerin in mehr als 70 Filmen, über 40 Fernsehproduktionen und unzähligen Bühnenengagements in anspruchsvollen Charakterrollen quer durch die Weltliteratur gespielt hat, ist beinahe schon in Vergessenheit geraten. Von PETER MOHR

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E-Sport zwischen Ehrenamt und politischer Anerkennung

Digitalspielkultur | Leon Janßen über die Zukunft des organisierten E-Sports in Bayern

RUDOLF THOMAS INDERST spricht mit Leon Janßen, dem neuen Präsidenten des E-Sport Verband Bayern, über Aufbruch und Verantwortung. Im Gespräch geht es um Gemeinnützigkeit, Verbandsarbeit und die politische Verortung des E-Sports. Ein Blick auf Strukturen, Hoffnungen und die Frage, wie nachhaltig digitale Spielkultur organisiert werden kann.

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Bewegung ist Leben

Roman | Lídia Jorge: Erbarmen

»Bewegung ist Leben, die, die sich am meisten bewegen, sind die, die am meisten leben«, bekennt die im Rollstuhl sitzende Maria Alberta Nunes Amado, genannt Dona Alberti, die nach einem Unfall in einem Pflegeheim mit dem irreführenden Namen »Hotel Paraíso« lebt. Sie ist eine betagte, starke, eigenwillige Frau und hat ihrer Tochter in mehreren Audiodateien ihre Lebenserinnerungen diktiert. Dies ist der erzählerische Rahmen des neuen Romans der portugiesischen Schriftstellerin Lidia Jorge (Jahrgang 1946), deren Romane viele Jahre im Suhrkamp Verlag erschienen waren, sich aber im deutschsprachigen Raum nicht durchsetzen konnten. Von PETER MOHR