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Kurzprosa

Einst galt Prosa als Sprache der Wissenschaft. Heute lesen wir in ihr Alltagssprache und auch künstlerische fiktionale Texte. Jeden Montag in TITEL.

Ankommen

in Kurzprosa
Goldrausch

TITEL-Textfeld | Wolf Senff: Ankommen

Er sei nicht angekommen im Leben, behauptet Gramner: Wie meint er das?

Ist das ein Problem?

Was bedeutet es denn, Tilman, daß jemand ankommt im Leben? Du kommst ja im Leben nicht an wie ein ICE, der in den Bahnhof einläuft, oder?

Nein, eher nicht. Gramner hat eben das Gefühl, er müßte ankommen im Leben, Susanne.

Das vermißt er.

Gut möglich. 

Cale-Raunacht

in Kurzprosa/Prosa
Cale

Kurzprosa | Tina Karolina Stauner: Cale-Raunacht

Die Zuhörer im Quasimodo noch in Gesprächslaune. Small Talk und Namedropping. Jemand sagt: »Calexico und Simple Minds haben gerade eine neue CD raus.« Eine Frau, die sich ganz an den Bühnenrand drängt, schreit jemandem nach hinten zu: »Von John Cale haben wir doch auch eine CD, oder?«  

Rückbau

in Kurzprosa/TITEL-Textfeld
TITEL Textfeld

Textfeld | Wolf Senff: Rückbau

Der Leitgedanke der neuen Zeit, sagt Gramner, werde Rückbau sein, die industrielle Zivilisation sei gescheitert, sagte Thimbleman, definitiv, sagte er, Rückbau werde zum Namen der neuen Epoche, er setzte sich aufrecht.

Du warst zu lange im Wasser, entgegnete der Ausguck. Wasserkopf!, spottete er, stand auf, nahm Anlauf und schlug einen Salto. Und überhaupt, rief er: Welche neue Zeit?

Das dritte Jahrtausend, sagt Gramner. 

Tambora

in Kurzprosa/TITEL-Textfeld
Vulkan

Textfeld | Wolf Senff: Tambora

Nein, nicht ich, sagte der Ausguck, ich war nicht dabei.

Thimbleman lachte. Du warst noch gar nicht auf der Welt, stimmt’s?

Meine Eltern erzählten davon. Sie sagen, es sei schrecklich gewesen.

Ich weiß, Gramner erwähnte den Ausbruch.

Das Ende der Welt, sagt Gramner. Der Tambora befindet sich auf Sumbawa, einer Insel des Sundabogens östlich von Java. Weit, weit weg von unserer idyllischen Lagune, sagte der Ausguck

Endlos weit. Und dennoch – ein nie dagewesener Ausbruch zu Beginn unseres Jahrhunderts, sagt er, folgenschwer wie der des Krakatau, als schon das Jahrhundert zu Ende ging, Jahrzehnte nach unserer Zeit. 

Lesen und Leben

in Kurzprosa
Arche Literaturkalender 2019

Kurzprosa | Arche Literaturkalender 2019

Auch in diesem Jahr vereint der alljährlich erscheinende Literaturkalender des Schweizer Arche Verlags unter dem Motto »Lesen und Leben« alte und neue, illustre und weniger illustre Dichter und Literaten.Von BETTINA GUTIERRÉZ 

Stimmungen und Empfindungen

in Kurzprosa/Prosa
Schlafende Erinnerungen

Kurzprosa | Patrick Modiano: Schlafende Erinnerungen

»Es geht in meinen Büchern überhaupt nicht um mein eigenes Leben. Ich benutze nur Empfindungen, die ich gehabt habe, und Stimmungen, in denen ich gelebt habe«, bekannte Patrick Modiano, Nobelpreisträger des Jahres 2014, in einem seiner wenigen Interviews. Und doch schreibt der inzwischen 73-jährige französische Autor, für dessen umfangreiches Werk Paris mindestens ebenso wichtig ist, wie es Köln einst für Heinrich Böll war, stets sanft an seinem eigenen (Er)-Leben entlang. Von PETER MOHR 

Umblättern bitte!

in Kurzprosa
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Literatur | Literaturkalender 2019

Kalender sind uns Taktgeber und Maßband, Lebensplaner und Orientierungshilfe übers ganze Jahr hinweg. Garniert mit literarischen Appetithappen versüßen sie so manchen Tag, bieten neue Anregungen und überraschende Entdeckungen. Als Geschenk entfalten sie sogar eine ungeahnte Langzeitwirkung. INGEBORG JAISER stellt eine kleine Auswahl von lesens- und beachtenswerten Wegbegleitern vor. 

Von Rügen nach Rom

in Kurzprosa
an der prorer wiek und anderswo-196625867

Kurzprosa | Hartmut Lange: An der Prorer Wiek und anderswo

»In der Unheimlichkeit steht das Dasein ursprünglich mit sich selbst zusammen.« Dieser Heidegger-Satz, den Hartmut Lange 1994 seinen Erzählungen ›Schnitzlers Würgeengel‹ vorangestellt hatte, könnte auch als Leitmotiv für den neuen, zehn Novellen umfassenden Band des Berliner Autors fungieren. Von PETER MOHR 

Koma, Koks und Kiss-Cam

in Kurzprosa/Live
Bachmannpreis 2018

Live | 42. Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt

14 Autoren, 7 Juroren, 5 Preise, 1 Stipendium und eine charismatische, längst nicht mehr lebende Namensstifterin im Geiste: das zeichnet den diesjährigen Klagenfurter Bachmannwettbewerb (4. bis 8. Juli 2018) aus. Seit mehr als vier Jahrzehnten lockt der Charme des Ortes, der ganz besondere Mix zwischen See und Gesehenwerden, zwischen Thrill und Chill. Von INGEBORG JAISER 

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