/

Mit dem Wohnwagen quer durch Deutschland

Kulturbuch | Unterwegs zuhause – Deutschland

Die Zahlen derer, die mit ihrem Wohnmobil durch die Lande fahren, sie steigen und steigen. Camping, die Freiheit, ohne Termine, ohne Stress fahren zu können, wohin und wann man möchte, das ist beliebter denn je, nicht nur bei Senioren, zunehmend auch bei jungen Menschen. ›Mit dem Wohnmobil durchs Land‹ präsentiert eine Fülle an Tipps und Anregungen. BARBARA WEGMANN ist eine Runde mitgefahren

Unterwegs zuhauseOft ist es erst einmal ein »Mietmodell«, mit dem man unterwegs sein möchte. »Mit dem Wohnmobil durch Deutschland«, das ist ein, wie aus dem Verlag gewohnt, äußerst praktisches Buch, im flexiblen Einband, mit einer Fülle an Informationen, kurz, bündig, übersichtlich, bestens anwendbar!

20 Touren innerhalb Deutschlands werden vorgestellt und da sind nicht nur die so bekannte »Romantische Straße« oder die »Deutsche Alpenstraße« dabei. Egal ob Wein oder Wälder, ob Kirchen oder Klöster, Seen oder sagenumwobene Routen, jede präsentierte Strecke hat ihre großen Reize.

Ganz unterschiedlich sind die Längen der Routen, oft sind es Strecken, die in wenigen Tagen zu bewältigen sind, manche dauern etwas länger und man verweilt vielleicht auch bei der einen oder anderen Streckenführung gern freiwillig länger.

Vielleicht begeistert Sie ja spontan die »Reise ins Mittelalter«, beginnend in Hildesheim, über Braunschweig nach Magdeburg, über die bezaubernden Orte Quedlinburg und Goslar. Die Streckenlänge wird mit 930 Kilometern angegeben, Dauer ihrer Reise wären acht bis zehn Tage. Vielleicht ein Projekt für den nächsten Herbst?

Romantischer wird es auf der Route »Burgen und Schlösser«, 530 Kilometer, sechs bis acht Tage von Mannheim nach Bayreuth. Über alle einzelnen Zwischenstationen gibt es kurze Infos, und natürlich auch einen Campingplatz- oder Stellplatz-Vorschlag. Diese Infos sind allerdings etwas spärlich, Alternativen werden nicht genannt, Preise ebenso nicht, Telefonnummern leider auch nicht.

Schön und Lust auf Besichtigung machen die Reiseinfos zu den Stationen, Abstechern oder Sehenswürdigkeiten. Alle Touren also immer mit dem Blick nach rechts oder links, dargestellt auf einer Karte, die die Streckenführung zeigt und mit ausführlicher Legende die Einzelheiten aufzeigt.

Eine vielleicht etwas ungewöhnliche aber sicher auch sehr spannende Route: »Spurensuche im Revier«. 400 Kilometer, drei bis vier Tage von Duisburg bis Duisburg, über all die Revierorte, die neben Zechengeschichte heute viele andere Reize haben: Oberhausen, Gelsenkirchen, Castrop- Rauxel, Dortmund, Hamm, Unna, Hagen, Essen und Mühlheim. »Vor wenigen Jahren hätte sich kaum jemand vorstellen können, im Land der Fördertürme und Schlote auch Ruhe und Erholung zu finden. … Auf der Route der Industriekultur begegnen wir nicht nur Industriedenkmälern, sondern auch einer lebendigen Kulturlandschaft voller Überraschungen.« Na dann: Wohnmobil klar machen, Buch einpacken und los.

| BARBARA WEGMANN

Titelangaben
Unterwegs zuhause – Deutschland
Mit dem Wohnmobil durchs Land
München: Kunth Verlag 2019
24,95 Euro, 296 Seiten
| Erwerben Sie dieses Buch portofrei bei Osiander

Ihre Meinung

Your email address will not be published.

Voriger Artikel

Skepsis, Leidenschaft und visionäre Kraft

Nächster Artikel

Das Grollen in den Träumen

Neu in »Kulturbuch«

Schluss mit den Vorurteilen

Kulturbuch | Petra Stuiber: Kopftuchfrauen Nur ein Stück Stoff auf dem weiblichen Kopf, das war es einmal. Seit über zehn Jahren wird eine zuweilen unangenehm vehemente öffentliche Debatte über das Kopftuch geführt. Die österreichische Journalistin Petra Stuiber zeigt in ihrem Buch, dass es bei der Kopftuchfrage vor allem um Vorurteile geht, die nicht nur muslimische Frauen treffen. »Schluss damit!«, fordert sie. Und belegt dieses überzeugend. Von MAGALI HEISSLER PDF erstellen

Das Geräusch einer Schnecke beim Essen

Kulturbuch | Elisabeth Tova Bailey: Das Geräusch einer Schnecke beim Essen

Dass Schnecken Geräusche machen, ist ja schon kaum glaublich - auch für den, der die glibbrigen Gartenbewohner schon einmal näher & länger beobachtet hat oder sie als Gärtner hasst, weil sie, aus dem Nichts nach Regen aufgetaucht, sich gefräßig über Zier- & Nutzpflanzen hermachen & einem die schönsten gepflegten Erwartungen zunichtemachen. Von WOLFRAM SCHÜTTE

Über die Entzauberung des Genies

Kulturbuch | Bas Kast: Und plötzlich macht es Klick! Der Psychologe Bas Kast möchte mit ›Und plötzlich macht es Klick! Das Handwerk der Kreativität oder wie die guten Ideen in den Kopf kommen‹ den althergebrachten Nimbus der Genialität entzaubern. Was zeichnet einen kreativen Menschen aus und weshalb gibt es so wenige davon? Bas Kast erläutert Funktionsweisen eines kreativen Gehirns und gibt all denen Hoffnung, die ihr bislang wenig kreatives Leben etwas aufmöbeln möchten. VIOLA STOCKER ging in die Schule der Genies. PDF erstellen

Genießen, wenn alles schläft

Kulturbuch | Claus Schulz, Jürgen Becker (Fotografien): Der Garten im Winter Jurist, Gartenliebhaber und Inhaber eines Gartengestaltungsunternehmens Claus Schulz hat in Jürgen Becker einen kongenialen Beobachter eines Gartens im Winterschlaf gefunden. Der Garten im Winter ist mehr als nur ein hübsches »Coffeetable-Buch«, es mahnt die Schönheit einer Jahreszeit an, die von den meisten Liebhabern von Flora ignoriert wird. Zu Unrecht, denn VIOLA STOCKER lässt sich von den berückenden Fotografien eines Dornröschenschlafs verzaubern. PDF erstellen

Paläste für Arbeiter, sozialistische Musterstädte

Kulturbuch | Tilo Köhler: »Seht wie wir gewachsen sind« Nach Josef Stalin wurden in den Jahren nach 1945 im sowjetischen Einflussbereich zahlreiche Objekte benannt, Straßen und Plätze, Fabriken und ganze Städte – nur die Umbenennung von Bergen blieb der UdSSR selbst vorbehalten (und Kanada). Der Name Stalins kann also durchaus für die ersten Jahre des sozialistischen Aufbaus in Ost-Europa stehen, bevor nach 1956 »der weise Führer des Weltproletariats« langsam aus dem öffentlichen Gedächtnis getilgt wurde. So kurios man das heute finden mag, Tilo Köhler hat seine Kulturgeschichte der frühen DDR ›Seht wie wir gewachsen sind‹ nicht ohne Grund an solchen