Herzlichen Glückwunsch, Du bist tot!

Digitale Spiele | ›Dungeons of Dredmor‹

Roguelikes? Sind das nicht diese Spiele, die furchtbar sind? »Nein, DENNIS KOGEL«, sagt ›Dungeons of Dredmor‹ »ich bin ein bisschen anders«. Aber nur ein bisschen. Und das reicht auch schon, um von »furchtbar« auf »furchtbar toll« zu kommen.

dungeons-of-dredmorIch sollte vielleicht anfangen mit einer Geschichte von meinem ersten Helden, dem hochintelligenten Wissenschaftler, Archäologen, Mathemagiker und Dandy-Schwertmeister Bronsky. Ein Held für ein aufgeklärtes Zeitalter. Er starb im ersten Raum, totgeprügelt von einem wilden Diggle, einer diabolischen Kreuzung zwischen Goblin und Delfin.

Bronsky II. hatte mehr Glück, mit seinen Doppeläxten schlug er sich durch Lord Dredmors Verlies,   bevor er tapfer im Kampf gegen eine Monster-Menagerie starb, zu dumm und stolz durch ein diabolisches Portal zu flüchten. Ein Elektroblob gab ihm den Todesstoß.

Bronsky XI, der verfluchte Vampir, kam weiter als alle anderen zusammen. Er sah wildgewordene Roboter und Schnurbart-Golems, Mini-Kühlschränke gefüllt mit frischen Steaks – ein Hexendoktor hat ihn in Stücke gehauen. Meine Helden sterben tausend Tode – und alles was ich will, ist noch einen Helden in das vielarmige Verlies einzuwerfen. ›Dungeons of Dredmor‹ ist das erste »richtige« Roguelike, das ich bewusst gespielt habe …  und kann ich jetzt bitte weiterspielen?

Wahrscheinlich nicht, nein. Zuallererst: Roguelikes! An anderer Stelle ist schon viel zum Genre gesagt worden, deshalb hier nur kurz: Roguelikes sind das Destillat früher Rollenspiele: Verließe, Monster, magisches Zeugs, komplexe Regeln. Seit jeher in ASCII-Grafik gehalten, schicken Spieler ein den Helden repräsentierendes »@« in zufällig generierte Verliese, um mit einem mündlich (oder in wiki-Form) überlieferten komplexen Regelsystem rundenweise Monster zu bekämpfen. Ein arkanes Genre.

Roguelike? Roguelike!

Was ›Dungeons of Dredmor‹ aber mit dem Genre anstellt, ist überaus clever und zwar: wenig. Statt wie der ebenso großartige Steampunk Bullet Hell Shooter ›Jamestown‹

| DENNIS KOGEL

Ihre Meinung

Your email address will not be published.

Voriger Artikel

Wenige von der Sorte

Nächster Artikel

Elektrisierende Gesamtleistung

Weitere Artikel der Kategorie »Digitale Spiele«

Fuuuuusiooon!

Digitales | Games: DRAGON BALL FighterZ Ein neues 2D-Kampfspiel mit dem wohl bekanntesten Affenalien der Welt? Mehr Action und Explosionen als je zuvor?!  Das kann nur ›Dragon Ball: FighterZ‹ sein! Von DANIEL MEYER.

Touristen im Kugelhagel

Digitales | Games: Bulletstorm Neulich des Nachts sah ich auf einem Privatsender die – zugegeben etwas spekulative – Dokumentation ›Zukunft ohne Menschen‹. Das eigentlich Interessante waren die Computeranimationen, die zeigten, wie sich die Natur Stück für Stück die städtischen Errungenschaften der Menschen zurückerobert. Mit Epics neuem Shooter ›Bulletstorm‹ hat diese Bilderflut natürlich ihre Faszination auf einen Schlag verloren. Denn hier zeigt sich Mutter Natur von ihrer widerlich-schönsten Seite! RUDOLF INDERST gibt da nur zu gern den Pauschaltouristen.

Schießeisen statt Schokoriegel – Der Mars macht mobil

Digitales | Games: Red Faction: Armageddon Bereits zum dritten Mal dürfen Spielerinnen auf dem Mars die Fetzen fliegen lassen. Sprichwörtlich, denn die Reihe ist u.a. dafür bekannt, dass eine grundlegende Deformation der Spielwelt möglich ist. Diesmal geht es allerdings nicht wie in den Vorgängern um menschlich-politische Machtspiele, sondern um ein anderes Problem. Die Ur-Einwohner des Planeten machen sich bemerkbar, und offensichtlich haben sie eine Vorliebe für Menschenfleisch. RUDOLF INDERST widmet sich der Siedlerproblematik.

Die Brücke zwischen Spielekultur und Gesellschaft

Digitalspielkultur | Christian Huberts über Schnittstellen von digitalen Spielen, Erinnerungskultur und wissenschaftlichen Herausforderungen

In einem Interview mit RUDOLF THOMAS INDERST gibt Christian Huberts Einblicke in seine Arbeit an der Schnittstelle zwischen Games und Gesellschaft. Er spricht über die Bedeutung von Erinnerungskultur in digitalen Spielen, seine Erfahrungen als Kulturwissenschaftler und die Herausforderungen der wissenschaftlichen Arbeit im Bereich der Game Studies.

Zurück zu den Ursprüngen

Digitales | Games: Battlefield V Mit ›Battlefield V‹ wagt sich das schwedische Entwicklerstudio DICE in die Epoche zurück, in der mit ›Battlefield 1942‹ alles begonnen hat: den Zweiten Weltkrieg. Von vielen als simples Grafik-Update verschrien, muss der jüngste Serienableger in unserem Test beweisen, dass er sich vom direkten Vorgänger ›Battlefield 1‹ absetzen kann. Wie gut das klappt, weiß SEBASTIAN BLUME.