Step into my Dojo

Digitales | Game: Shinobi

Feuerwehrmann, Polizist oder Astronaut? Pah, ich wollte schon immer ein Ninja sein! Mit ›Shinobi‹ ist die Ninja-Legende von Sega wieder zurück und einmal mehr treibt ihn der Gedanke der Rache an. Wurfmesser? Check. Riesiges Schwert? Check. Badass-Ninja-Aufmachung? Check. Dann kann die Reise ja beginnen. NORMAN VOLKMANN auf den Spuren einer Legende.

ShinobiMeinen ersten Kontakt mit dem berühmten Ninja von Sega hatte ich Anfang der Neunziger. Trotz mitleidigen Blickes meiner Mitschüler habe ich mir kein neues Super Nintendo gewünscht, sondern wollte mit dem, zu dieser Zeit schon etwas in die Jahre gekommenen, Sega Mega Drive und Sonic & Co. durchstarten. Als Starterpaket gab es damals eine Cartridge mit 6 Spielen – unter anderem auch darauf vertreten: ›The Revenge of Shinobi‹. Es entwickelte sich schnell eine Hassliebe zu dem Spiel: Auf der einen Seite machte es Spaß, mit Kunais nach den Gegnern zu werfen, auf der anderen Seite war der Schwierigkeitsgrad doch ordentlich hoch angesetzt.

Hier ist Einsatz gefragt

Mit dieser Tradition brechen die Entwickler aber auch nach 20 Jahren nicht. Will man ›Shinobi‹ auf dem 3DS erfolgreich meistern, sind schnelle Reaktionen und vollste Konzentration Voraussetzung – so wie es sich für einen vernünftigen Ninja gehört. Schon auf der einfachsten Schwierigkeitsstufe bekommt man von den Gegnern nichts geschenkt. Priorität ist es, die Schultertaste zum Blocken und Kontern rasch zu beherrschen, andernfalls darf man den Levelanfang sehr häufig bestaunen. Die Gegner sind dabei vielfältiger denn je: Niederträchtige Ninjas, gepanzerter Samurai-Kämpfer, Soldaten mit Flammenwerfern oder anderen großen Waffen und, etwas abgedrehte, angriffslustige Gehirne samt Wirbelsäule versuchen in Scharen, den Helden unter die digitale Erde zu bringen.

Anspruchsvoll sind auch die Endgegner, die obligatorisch jeden Levelausgang bewachen. Bis hierhin sollte man vor allem die gesammelte Ninja-Magie aufsparen, die verschiedene Vorteile im Kampf verschafft. Feuer, Erde, Blitz und Wasser haben verschiedene Vor- und Nachteile, die, je nach Art des Gegners, abgewogen werden müssen.

Die Kunai sind, wie in den vergangenen Teilen der Serie, Herzstück des Angriffes des Helden. Zudem darf man nun auch das riesige Schwert häufig und vielseitiger zum Einsatz bringen. Bis zu neun der Wurfmesser kann man gleichzeitig werfen und damit mehrere Gegner zu kleinen Knochenhäufchen verarbeiten. Den Abgang der Gegner liebte ich schon damals: Auf dem Mega Drive haben sie sich in Feuerbälle aufgelöst.

Story? Ich bin ein Ninja, verdammt!

›Shinobi‹ spielt man nicht, um zu erfahren, was am Schluss der spannenden Handlung passiert. Es gibt keine Cliffhanger, die am Ende eines Levels Schockmomente erzeugen. Das bisschen Geschichte, das es gibt, wird durch ansehnliche Comiceinspieler erzählt. Worum es neben Verrat und Rache genau geht, habe ich bis jetzt noch nicht durchschaut. Wenn das Spiel im Jahre 1256 beginnt und man kurze Zeit später gegen Soldaten im Jahr 2056 kämpft, sollte man wahrscheinlich auch nicht so viele Fragen stellen.

Grafisch ist Shinobi ordentlich, bleibt aber hinter Titeln wie ›Super Mario 3DS Land‹ oder ›Zelda: Ocarina of Time 3D‹ zurück. Held Jiro Musashi ist toll animiert, doch der 3D-Effekt kommt in den Side-scrolling-Levels nicht so gut zur Geltung. Die Kulissen sind nicht besonders detailreich und auch einige der Gegner wirken zum Teil matschig. Neues Leben in alte Helden zu hauchen gehört momentan zum guten Ton in der Spieleindustrie und im Fall von ›Shinobi‹ kann man ohne Frage von einem Klassiker sprechen, der eine Neuauflage mehr als verdient hatte. Besonders schön war es dabei, dass die Entwickler sich selbst und der Serie treu blieben und auch auf dem 3DS, wo sich so die Casual-Titel die Klinke in die Hand geben, mit einem gepfefferten Schwierigkeitsgrad Schweißperlen auf die Stirn gestandener Spieler treiben.

| NORMAN VOLKMANN

Titelangaben
Shinobi
Plattform: Nintendo 3DS
bereits erschienen
Genre: Action-Jump ’n‘ Run
Entwickler: Griptonite Games
Publisher: Sega
USK: ab 6 Jahren

Ihre Meinung

Your email address will not be published.

Voriger Artikel

Gefährlich leben

Nächster Artikel

Leidensgeschichte

Weitere Artikel der Kategorie »Digitale Spiele«

Bis einer weint!

Digitales | Games: WWE ’12 Da ist er, der neue Titel für die WWE-Reihe von THQ. Aus ›WWE Smackdown vs Raw‹ wird schlicht und einfach ›WWE ’12‹. Ein kompletter Neustart der Serie ist es keinesfalls – dieser war aber auch nicht notwendig. Änderungen gibt es aber an einigen Teilen des Spiels dennoch. NORMAN VOLKMANN hat sich die Spandexhosen übergezogen, die Ellenbogenschoner angelegt und sich mit einem großen Elbow Drop auf WWE ’12 gestürzt.

Holt den Fatman raus!

Digitales | Games: Fallout 4 Na na na na na na na na FATMAN! Sieben Jahre nach dem Erscheinen des letzten Teils veröffentlicht Bethesda nun die Fortsetzung seiner lang ersehnten ›Fallout‹-Reihe, ›Fallout 4‹. Doch wird das Spiel seinen Vorgängern gerecht? Wir durchstreifen postapokalyptische Einöden, Supermutanten-Kolonien und das ein oder andere Ghoulnest, immer auf der Suche nach dieser einen Antwort. Den Fatman bedient: DANIEL MEYER.

Nintendos eiserner Griff um die Handheldkrone

Digitales | Hardware: Nintendo 3DS Ende März war es soweit – der Marktführer speist seine neue mobile Konsole, den Nintendo 3DS, in das System ein und hofft, dass eine Ziffer und zwei Buchstaben sofort kommunizieren, was Kernbotschaft sein soll. 3DS – das steht für mobiles Spielen ohne spezielle 3D-Brille. RUDOLF INDERST ist seit dem Starttag dabei! Im Folgenden schildert er seine ersten Spieleindrücke und -erfahrungen. 

Die japanische Bibelexegese des kleinen Mannes

Digitales | Games: El Shaddai – Ascension of the Metatron Style über Substanz? Das Videospiel als Jahrmarktattraktion? Oder doch wieder die alte Kunstdebatte? RUDOLF INDERST wirft einen Blick auf ›El Shaddai: Ascension of the Metatron‹.

Jetzt mit Extra-Ork!

Digitales | Games: Two Worlds 2 Die zweite Auflage des Rollenspiels ›Two Worlds‹ schickt den Spieler auf erneute Schwesterrettung nach Antaloor, inklusive ungewöhnlicher Verbündeten und einigen überraschenden Wendungen. PETER KLEMENT hat – mal wieder – die Welt gerettet und dabei Schmiedeutensilien auf allerlei böswillige Kreaturen regnen lassen.