Get to the choppa!

Digitales | Games: Choplifter HD

Rette sich, wer kann! Und wenn keiner mehr kann, dann hofft man eben auf Hilfe von oben. Erhört hat die Armen, Geknechteten und Schwachen ein Hubschrauber-Pilot mit eisernem Willen und feuriger Leidenschaft: Ihr! RUDOLF INDERST stellt Choplifter HD vor.

Choplifter HDChoplifter wanderte regelmäßig in den Modulschacht meines Sega Master System. Kaum ärgert man sich 30 Jahre, dass man nie weiter als Level 3 kam, kommt das HD-Remake auf den Markt. Der Vorteil des Spieles damals lag übrigens klar auf der Hand: Liebe Eltern, eindimensionales Abschießen der Gegner war gestern, hier handelt es sich um absolut humanitäre Rettungsaktionen unschuldiger Zivilisten. Alles rennt, rettet und flüchtet!

Wenn allerdings unterwegs Jets oder Raketenstellungen durch eigenes Feuer in Rauch aufgingen, war es uns SpielerInnen auch ganz recht. Und galt selten mehr, als nur der Fluch der guten Tat zu sein!

Fliegen für das Gute – und den Highscore

In Choplifter HD, übernehmen Spieler die Rolle eines Rettungspiloten, der sich der »Elite«, einem internationalen Helikopter-Rettungsteam, anschließt. Piloten werden dazu ausgebildet, eine Vielzahl von Helikoptern, mit offensiven Fähigkeiten wie Raketen und Mini-Kanonen zu steuern und bekommen einen sehr lautstarken Co-Piloten an die Seite gestellt. In 30 Rettungsmissionen – von der Befreiung unschuldig Eingesperrter bis hin zur Rettung Überlebender von Pandemien – müssen stahlharte Nerven bewiesen werden, denn mitunter zieht der Schwierigkeitsgrad gehörig an.

Dabei bewegt sich die Grafik auf augenschmeichelndem Mittelmaß; entscheidend dürfte allerdings klassische Highscore-Jagd sein, die durch Wüsten, Stadtterrains und Dschungel führt. Insgesamt hätten hier auch 800 statt 1.200 Microsoft-Punkte als Einpreisung gereicht. 

| RUDOLF INDERST

Ihre Meinung

Your email address will not be published.

Voriger Artikel

Vom Ende des Begehrens

Nächster Artikel

Was vom Tage übrig bleibt

Weitere Artikel der Kategorie »Digitale Spiele«

Spiele, Sex und Social-Media

Digitales | Bert te Wildt: Digital Junkies – Internetabhängigkeit und ihre Folgen für uns und unsere Kinder Für die meisten ist das Internet schon lange kein Neuland mehr. Ob Mails checken, mit Freunden chatten, ob Online-Game oder Online-Fame durch Instagram – wir sind im Netz. Und zwar täglich. Psychotherapeut Bert te Wildt schlägt Alarm, denn der Grat zwischen tatsächlicher Notwendigkeit des Nutzens und einem Suchtverhalten ist schmal. DANIEL MEYER über ›Digital Junkies – Internetabhängigkeit und ihre Folgen für uns und unsere Kinder‹.

Die Brücke zwischen Spielekultur und Gesellschaft

Digitalspielkultur | Christian Huberts über Schnittstellen von digitalen Spielen, Erinnerungskultur und wissenschaftlichen Herausforderungen

In einem Interview mit RUDOLF THOMAS INDERST gibt Christian Huberts Einblicke in seine Arbeit an der Schnittstelle zwischen Games und Gesellschaft. Er spricht über die Bedeutung von Erinnerungskultur in digitalen Spielen, seine Erfahrungen als Kulturwissenschaftler und die Herausforderungen der wissenschaftlichen Arbeit im Bereich der Game Studies.

Wir wollen doch nur … spielen, oder?

Digitalspielkultur | Der Jahresrückblick 2025

Digitale Spiele haben auch in diesem Jahr Diskurse eröffnet, verschoben wie verdichtet und standen im Spannungsfeld von Ästhetik, Politik und Alltagserfahrung (freilich ohne deshalb ein Leitmedium zu sein!) In unserem Ressort blicken wir zu dritt zurück auf Spiele, Debatten und Konstellationen, die das Medium als kulturelle Praxis sichtbar gemacht haben: ein Jahresrückblick auf Linien, Brüche und offene Fragen.

Tokyo sucht den Superstar

Digitales | Games: Tokyo Mirage Sessions #FE So viel vorweg: ›Tokyo Mirage Sessions #FE‹ wurde für den japanischen Markt entwickelt. Das verrät schon einiges, oder? Zumindest erwarteten die Entwickler offensichtlich keinen allzu großen Umsatz in Europa, denn es wird ausschließlich ein englischer Bildschirmtext in japanischer Sprachausgabe geboten. Zudem ist der Name des Hauptcharakters »Itsuki Aoi «für den Standard-Europäer nicht ohne Grimassen auszusprechen. Wenn das alles nicht abschreckt: Macht euch bereit für eine bunte Mischung voller Kitsch und Absurdität! Liebe Anime-Fans, hier ist TMS. Von PHILIPP LINKE.

Auf High Heels durch den Zombiemob

Digitales | The Evil Within: The Assignment Der DLC ›The Assignment‹ krempelt das Gameplay von The Evil Within gehörig um – keine Schusswaffen, viel Schleichen und geringe Überlebenschancen, falls wir entdeckt werden. Warum die Protagonistin nicht auf ihre Stöckelschuhe verzichten kann und ob wir uns trotz Waffenmangel gegen die Mutantenplage behaupten können, beantwortet PHILIPP LINKE (mit EVA HENTER-BESTING).