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Die Krähe

Lite Ratur | Die Krähe

Das Leben, nein, es ist reich, erm, an, ja überhaupt, verstehen Sie. Es regt auch zum Nachdenken an, jederzeit. Sehen Sie bloß mal einer Krähe zu, eine Krähe ist ein höchst elegantes Geschöpf. Nein, ihr Hüpfen ist nicht unbeholfen, kein bisschen, absolut nicht, man kann es zögerlich nennen, einverstanden, doch es ist unverfälschtes Hüpfen.

kraeheWährend eine Taube, dieser plumpe Vogel, trippelt. Nein, unerträglich, dieses affektierte Getue bei diesem ungestalten Geschöpf.
Die Krähe ist ein schlanker Vogel. Ich bin stehengeblieben und dachte, wenn ich ein paar Worte rede, geht sie weg. Aber nein, sie hüpft näher heran. Ich mag dieses rabenschwarze Tier.

Hingegen die Elster, dieses schwarzweiße Elend, die sollte man auf Diät setzen oder gleich zur Fastenkur durchreichen. Solch potthässliche Gebilde dürften in der Natur gar nicht vorkommen dürfen. Elstern sind fett, oder? Jedenfalls wenn man sie mit Krähen vergleicht.

Ach, der Mensch könnte viel mehr tun. Wozu haben wir unsere Denkfabriken, womit beschäftigen die sich eigentlich. Triviales Zeug. Wissen Sie, wenn ich weitergehe und das Gekreische der Gänse höre, ist mir sofort der ganze Tag verdorben. Das schlägt einem aufs Gemüt.

Soll mir niemand weismachen, dass sich daran nichts ändern ließe. Und die Gans ist so ein  misstrauisches Geschöpf, ich meine, man könnte es doch einmal ausprobieren. Stimmungsmäßig, meine ich. Dass man ihr ein bisschen Lebensfreude verschafft, nicht gleich Partydroge, aber in die Richtung schon. Der Mensch kann der Natur so viel geben.

| WOLF SENFF

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