Lyrik | Vierzeiler der Woche – von Michael Ebmeyer

Woher wohin woraus worüber
wie viel wie weit wie blöd wieso?
so fragt das Ich sein Gegenüber
im Sonderzug nach nirgendwo
| MICHAEL EBMEYER
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| Webseite von Michael Ebmeyer
Mit der Hand schließe ich mich kurz
beim Schreiben, lasse den Wortstrom
fließen durch mich hindurch,
damit er mich genau ausdrückt,
meine verschiedenen Stimmungen
zwischen heiter und bedeckt,
wie sie der Himmel mir vormacht.
Lite Ratur | Die Krähe Das Leben, nein, es ist reich, erm, an, ja überhaupt, verstehen Sie. Es regt auch zum Nachdenken an, jederzeit. Sehen Sie bloß mal einer Krähe zu, eine Krähe ist ein höchst elegantes Geschöpf. Nein, ihr Hüpfen ist nicht unbeholfen, kein bisschen, absolut nicht, man kann es zögerlich nennen, einverstanden, doch es ist unverfälschtes Hüpfen.
Ihre Kreativität war imponierend. Bis zuletzt hat die Grande Dame der österreichischen Literatur, Friederike Mayröcker, geschrieben und fast Jahr für Jahr »ihr letztes Buch« veröffentlicht. Im letzten Herbst war noch der Band ›da ich morgens und moosgrün. Ans Fenster trete‹ erschienen, in dem sie sich selbst als »Debütantin des Todes« bezeichnete. Von PETER MOHR
TITEL Textfeld | Verena Stegemann: Vierte Ausfahrt Ich liebe dieses grüne Haus im Nachbarort. Wenn ich das passiere, wird langsam die Sitzheizung warm. Glücklich die, die nie flüchten mußten, vor sich selbst, ihrer Zerrissenheit, dem Mangel an einem sinnerfüllten, inneren Ort.
Mit einem Hauch deines Atems
und mit deiner warmen Hand,
mit der Ausstrahlung deiner Augen
und einem ganz tiefen Blick,
steck mich an mit dir.