/

Nullte Stunde

TITEL-Textfeld | Peter Engel: Nullte Stunde

Ich atme mit dem Unterarm
und schlucke mit den Augen,
mit meinen Haaren höre ich,

du wirst es mir nicht glauben,
wie ich auch mit dem Herzen seh
und rieche mit dem Munde,
es ist nicht die verkehrte Welt,
es ist die nullte Stunde.
Es ist die Zeit, die es nicht gibt,
das kleine Loch im Tage,
durch das die Welt sich kurz verkriecht,
was ich nicht weitersage,
der Spalt, die Lücke, das Versteck,
worein die Dinge fallen,
und plötzlich ist der Sinn ganz weg,
dann kommt er wieder – und mit Krallen.

| PETER ENGEL

Ihre Meinung

Your email address will not be published.

Voriger Artikel

Dub Be Good To Me: An Interview With Kenneth Christiansen

Nächster Artikel

Mein Steinzeitschaber

Neu in »Lyrik«

Wann, wenn nicht heute?

Lyrik | Vierzeiler der Woche – von Michael Ebmeyer  Durch die Servicewüste schleicht ein einzelner Fuchs PDF erstellen

Dichter in León

Lyrik | Lyrik aus Nicaragua Eine Reise durch das Land mit Ausflügen zu den Dichtern – eine Reportage von PETER STÄUBER PDF erstellen

Knut Schaflinger: Texte

Lyrik | Texte von Knut Schaflinger Knut Schaflinger liest am Mittwoch, 21. Juni, um 19.00 Uhr im Kulturcafé Chavis in Hamburg aus seinem aktuellen Gedichtband ›Die Ungewissheit der Quadrate‹. TITEL-Textfeld stellt ausgewählte Texte vor. PDF erstellen

Das Grollen in den Träumen

Lyrik | Sascha Kokot: Zwei Gedichte vor uns der Sandur im tiefen Frost liegt die Ringstraße auf schwarzem Quarz halb abgeräumt vor dem Ozean verkeilt der Sockel vom Gletscherlauf aufgezehrt gelangen wir nicht mehr zu den Kaltblütern um sie in die geschützten Gehege zu führen und uns vor dem Wintereinbruch einzudecken so setzen wir zu den letzten Nachbarn über senden von dort Anweisungen auf Kurzwelle bis wir etwas erreichen das Plateau wieder offen ist jagen die Meuten durch die Frequenzen und lassen uns in den ewigen Nächten nicht schlafen weil wir nicht sicher sein können ob das nur die Sturmfront