Free Jazz, Free Space & Impro: Nordic Balm

Musik | Karl Seglem Acoustic Quartet: ›Nordic Balm‹

Norwegische Jazzwelten mit ›Nordic Balm‹ von Karl Seglem Acoustic Quartet: Es gibt drei Alben des Acoustic Quartet von Karl Seglem als Triologie zu verstehen innerhalb seiner 27 Veröffentlichungen: ›Norskjazz.no‹, ›NyeSongar.no‹ und das neue ›Nordic Balm‹. Von TINA KAROLINA STAUNER

Außer dem Saxofonisten Seglem gehören zum Quartet: Pianist Andreas Ulvo, Kontrabassist Sigurd Hole und Schlagzeuger und Perkussionist Jonas Howden Sjøvaag. Mit abgemischt hat Stephan van Wylik in den Fattoria Studios in Deutschland.

Karl Seglem Nordic BalmDas Karl Seglem Acoustic Quartet ist verortet in skandinavischem Jazz und Folk in Relation zu Weltmusik: Unterkühlte und magische Momente und Phasen ziehen in den Bann. Der Norweger Karl Seglem spielt dafür neben Tenorsaxofon auch das seltene Instrument Ziegenhorn. Seine Musik ist nicht untypisch nordisch-world-jazzig und klingt aber speziell. Stücke wie aus gegensätzlichen Polen entstanden: Weltgewandtheit und Naturerfahrung.

Unspektakulär sagt Seglem: »Wir machen einfach Klänge und klingen dabei wie keine andere Jazzband der Welt.« Es werden Wortpaare dafür genannt wie: Disziplin und Freiheit, Vertrauen und Risiko, Gefühl und Energie. Und es gibt Songtitel dafür wie: ›Myrull‹, ›Fjordskimr‹. Der Osloer kennt die Tradition des nordischen Folk, die Energie von Ambient und den Spielraum von Free Jazz. Seine Jazz-Tracks fließen eher ruhig dahin. Stimmen meditativ. Klingen nach Archaischem im Kontext von Intellektuellem. Haben Suggestivkraft.

Seglems Tenorsaxofon hat bei allem Anziehenden seine Sprödheiten. Und wenn man sein Gesamtwerk noch nicht näher kennt, wird man leicht dazu verleitet, nach weiteren Alben zu forschen. Nachdenklich in Mythen, Melodien Kompositionen und Improvisation. An kalten Dezembertagen, in verhangenen Sommerstunden, an flirrenden Hitzenachmittagen, in beschaulichen Regenmomenten. Im Zwiespältigen, Mehrdeutigen, Unbestimmten.
Seglem hat einige musikalische Formationen. Es existiert auch Karls Worldjazz und das North East Project. Von ihm als Autor gibt es Lyrik und Prosa.

| TINA KAROLINA STAUNER

Titelangaben
Karl Seglem Acoustic Quartet: ›Nordic Balm‹
(Ozella Music, 2016)

Reinschauen
| Blog des Musikers

Ihre Meinung

Your email address will not be published.

Voriger Artikel

Folkdays aren’t over… Finnische Grenzgänger

Nächster Artikel

Das sind die Bretter, die die Welt bedeuten!

Weitere Artikel der Kategorie »Platte«

Folkdays… Lambchop mit FLOTUS

Musik | Lambchop: FLOTUS »In the end I just really wanted to make a record that my wife would like,« verbreitet Kurt Wagner über seine aktuelle CD ›FLOTUS‹. Jedenfalls hat der 58-jährige Wagner, immerhin so was wie Musikergenius mit Lambchop, diese Veröffentlichung seiner Frau Mary gewidmet. Die Songs sind ein facettenreiches, komplexes Themenspektrum. Von TINA KAROLINA STAUNER

Folkdays aren’t over…

Musik | Mark Knopfler: Tracker / Rolling Stones: Blue & Lonesome Retro – Another side of Mark Knopfler mit ›Tracker‹ und Blues Roots bei den Rolling Stones mit ›Blue & Lonesome‹. Von TINA KAROLINA STAUNER

The End – The Doors

Musik | The Doors: The Doors ›The End‹ ist ein wilder Trip durch den Geist von Jim Morrison, der auf einem psychedelischen Klangteppich tief in das Bewusstsein eindringt. MARC HOINKIS begab sich auf die Reise.

SHORT STORIES

Musik | Short Story | Is A Mood Konzert von Giant Sand im Ampere. Szenepublikum. Sie gut gelaunt. Doch bald seltsam genervt von Howe Gelb. Der bricht ständig daneben und ironisch den guten Set. Die Band zieht dann das Ganze immer schnell wieder in die Qualität. Von TINA KAROLINA STAUNER

Introspection Is Overrated Anyway: New Album Reviews

Music | Bittles’ Magazine: The music column from the end of the world Now that we have moved to a monthly format I have had lots of time on my hands. Rather than trying to listen to numerous albums a day I have been able to take my time and get to know the nuances of some hand-picked gems. This month I will be dissecting some of the the best LPs to hit the shops so far this year. We have the haunted electronica of Pye Corner Audio, the emotion rich indie rock of Twilight Sad, the fuzz-filled psychedelica of