Dinos auf Ausflug

Kinderbuch | Marie Gamillscheg: Was macht ein Dino im Museum

Man stelle sich vor: Da kommt ein Bus an einem vorbei auf der Straße und darin sitzen lauter Dinos, nicht zu fassen. Und noch kurioser: diese Dinos wollen alle ins Museum. Na, das kann ja nur eine abenteuerliche Geschichte werden, und die wird es auch, meint BARBARA WEGMANN.

Mehrere Dinos sind nachts in einem Museum und leuchten mit einer Taschenlampe auf ein Dinosaurierskelett.Kleine, große, gelbe, grüne, rote Dinos, alle sind sie auf dem Weg ins Museum. Minisaurus, Rexi, Linseblick, Langhals, der Flugsaurier Windikus, alle haben Stifte, Papier und Snacks dabei, »tipptopp vorbereitet. Dinotopp!« Nur der kleine Rexi ist verschnupft und hat seinen »Rotzeimer« dabei. An der Kasse im Museum müssen die Dinos leider alle bezahlen, denn nur die kleinen Kinder unter 12 Jahren dürfen umsonst rein. »Aber wir sind doch erst elf« , sagt Minisaurus. Linseblick ergänzt: »Elf Millionen Jahre alt«.

Nachdem das geklärt ist, geht das Abenteuer los. Knochen, Gerippe, Skelette von alten Dinos, Steine, Bilder, Zeichnungen, Fossilien, es gibt ja so viel zu sehen. Aber Dinos sind nun mal alles andere als normale Museumsbesucher: Wild, ziemlich unerzogen, frech, neugierig, und vor allem sind einige von ihnen riesengroß, da fällt schon mal etwas um, besonders als der riesengroße Stego in den Raum will. Die Stühle in den Räumen haben ihre Augen und Ohren überall, sie sind die Aufpasser und können sogar sprechen, besonders als Dinos alles umräumen wollen.

Ihnen werden die alten Skelette einfach zu langweilig, so basteln sie Girlanden, malen Bilder und hängen sie auf. Dabei bleibt nicht alles heil, ein Knochenkopf kullert über den Boden. Den Stuhl-Aufpassern wird es jetzt zu bunt. »Das geht so nicht. Bei uns im Museum kann nicht jedino umdekorieren, wie dino will.« Klare Ansage.

Die Kölner Illustratorin Anna Süßbauer geht mit richtig munteren Farben ans Werk, sehr plakativ, aufregend, mit ganz viel Bewegung und Freude an diesem seltsamen Dinobesuch um Museum. Sie arbeitet als selbstständige Illustratorin, mit Schwerpunkt Kinderbuch. Und wieviel Spaß es ihr macht, das belegt sie höchst anschaulich und bunt mit knalligen Farben, vielen aktiven und lebendigen Szenen und putzigen Dinos, die überaus originell angezogenen sind.

Mit Anfang 30 ist Marie Gamillscheg noch sehr jung, aber schon sehr erfolgreich als Autorin, für den tiefen Ozean interessierte sie sich genauso, wie für Dinos, ihre Romane erhielten Preise und, ebenfalls bei Leykam erschien vor einem Jahr das charmante Buch »Café Käfer«.

Die ereignisreichen Abenteuer der Dinos lassen die 32 Seiten sehr kurzweilig werden, und, klare Sache: bei all den Ausstellungsobjekten im Museum kommen viele Erinnerungen an die Verwandtschaft hoch, an all die früheren Dinos, die unterschiedlichen Formen, die verschiedenen Frisuren, die »verrücktesten Outfits«. Na ja, in dem hohen Alter … Fazit: Es ist ein Museumsbesuch der ganz besonderen Art, ein Besuch, der klarmacht, wie aufregend Museen sein können, wie toll eine munter blühende Fantasie sein kann und wie einfach unsterblich Dinosaurier sind. »Wir haben 170 Millionen Jahre gelebt! Wir sind die lebendigsten aller Lebewesen. Es ist nicht wichtig, wer wie viele Zähne im Museum hat. Was zählt, ist, dass wir trotz unserer Unterschiede alle Freunde sind.«

| BARBARA WEGMANN

Titelangaben
Marie Gamillscheg: Was macht ein Dino im Museum?
Illustriert von Anna Süßbauer
Graz: Leykam 2025
32 Seiten, 18 Euro
Bilderbuch ab 4 Jahren
| Erwerben Sie dieses Buch portofrei bei Osiander

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