Balladen erster Klasse

Musik | Nancy Wilson: R.S.V.P.

Wer solide Qualität sucht, sollte sich diese CD von Nancy Wilson nicht entgehen lassen. Sie ist genau das Richtige für die kalten Winterabende, die bevorstehen. Von THOMAS ROTHSCHILD

Nancy WilsonNancy Wilson gehört zur alten Garde der Jazzsängerinnen aus der Epoche des Swing. Aber sie singt heute noch wie eine Junge. Der Titel ihrer neuen CD, R.S.V.P., bittet nicht, wie die französische Abkürzung suggeriert, um Antwort, sondern steht für »Rare Songs, Very Personal«.

Die »seltenen Lieder«, unter denen langsame Balladen überwiegen, stammen unter anderem von Duke Ellington und Irving Berlin, aber auch von weniger bekannten Komponisten. Nancy Wilson kostet jeden Ton aus, malt mit ihrer Stimme musikalische Gemälde von betörender Schönheit.

Man höre sich nur ihre Version von Goodbye an. Unterstützt wird die Sängerin von kleineren und größeren Ensembles, vorbildlichen Arrangements und solchen Solisten wie den Saxophonisten Phil Woods, dem Mundharmonikavirtuosen Toots Thielemans, dem Klarinettisten Paquito D’Rivera, dem Vibraphonisten Gary Burton, dem Pianisten George Shearing und – ein besonderer Leckerbissen – dem Gitarristen Joe Negri.

| THOMAS ROTHSCHILD

Titelangaben
Nancy Wilson: R.S.V.P. MCG Jazz MCGJ 1013
(Vertrieb: in-akustik)

Ihre Meinung

Your email address will not be published.

Voriger Artikel

»Lettre« zu preisen

Nächster Artikel

Börsenbericht

Weitere Artikel der Kategorie »Platte«

Soul Tales

Musik | Auf Platte: Melissa Etheridge: ›Memphis Rock And Soul‹ Soul Tales – Stax Records gibt es seit 60 Jahren und Melissa Etheridge ist the funkiest Woman alive in der Rockmusik mit ›Memphis Rock And Soul‹ Von TINA KAROLINA STAUNER

Folkdays… Maria Solheim – die schöne Leichtigkeit

Musik | Maria Solheim: Stories Of New Mornings Nicht in ein Märchenschloss der Fantasie spazierte Maria Solheim mit ihren Liedern, sondern in ein Königsschloss der Realität. Eingeladen war sie dort zu Besuch für ein Konzert zur Taufe von Prinzessin Ingrid Alexandra. Die Herkunft der Musikerin ist ein kleines Fischerdorf im Nordland Norwegens. Von TINA KAROLINA STAUNER

Neulich, im September (I)

Musik | Toms Plattencheck Während TITEL Urlaub gemacht hat, haben sich unsere Autoren nicht (nur) am Strand vergnügt – sondern natürlich die Augen aufgehalten und Ohren gespitzt, was es Neues gibt. TOM ASAM mit den musikalischen Entdeckungen des Septembers …

Tin Man Techno Tracks

Music | Tin Man: ›Ode‹ Statt mal wieder im ›Tractatus‹ von Ludwig Wittgenstein zu lesen, ist TINA KAROLINA STAUNER wie gelegentlich auf Forschung nach Neuem in der Technolandschaft. Auf der Suche nach wahrnehmbaren Veränderungen im Sounddesign von Detroit-Techno und artverwandten Genres und auffälligen Themen und Melodien im technoiden und hypnoiden Elektroniksound, der auch außerhalb der Club-Szene rezipiert und reflektiert werden kann.

Introspection Is Overrated Anyway: New Album Reviews

Music | Bittles’ Magazine: The music column from the end of the world Now that we have moved to a monthly format I have had lots of time on my hands. Rather than trying to listen to numerous albums a day I have been able to take my time and get to know the nuances of some hand-picked gems. This month I will be dissecting some of the the best LPs to hit the shops so far this year. We have the haunted electronica of Pye Corner Audio, the emotion rich indie rock of Twilight Sad, the fuzz-filled psychedelica of