Lyrik | Vierzeiler der Woche – von Michael Ebmeyer

Den Dresscode geknackt
in bessere Kreise vorgedrungen
»Einer geht noch rein« gesungen
splitterfasernackt
| MICHAEL EBMEYER
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| Webseite von Michael Ebmeyer
Lyrik | Peter Engel: Drei Gedichte Aufforderung aus den Wolken Wie ein Mehlsack schwer der Tag, der seine trüben Aussichten durchs Balkonfenster wuchtet und mir auf den Schreibtisch kippt, mach was draus, sagt er mir.
Lyrik | Axel Görlach: Zwei Gedichte das sich auflösen von tragflächen bis nur schweben bleibt das prickelnde diamond-dust-flirren um die stirn einen moment lang ewig wie phylogenese oder das springen des lichts von rot auf grün ein neuer strom haut tanzender genomschablonen im gegenlicht die umrisse abhebender hydranten kristallmutationen nebensonnen über dem glas der kanzel das schließen der augenblende im meer aus halos + flares ihr ausgestreckter arm die boeing in der hand hoch über dem rollstuhl fliegen
Lyrik | Tom Disch: Endzone. Letzte Gedichte Tom Disch war zeit seines Lebens der Literatur verfallen und unterschied in seinen Vorlieben nicht zwischen Prosa, Lyrik oder Drama. Als Autor von Science-Fiction Romanen bekannt geworden, entwickelte er sich laufend weiter und blieb bis zu seinem Suizid 2008 ein unbequemer Geist, der die eigene Branche kritisch beäugt. Endzone. Letzte Gedichte. Zweisprachige Ausgabe ist nach dem Titel seines lyrischen Blogs, auf dem er bis zu seinem Tod neue Gedichte veröffentlichte, benannt. Nun ist eine Sammlung seiner Lyrik in Buchform zweisprachig erschienen. VIOLA STOCKER ließ sich entführen.
Hölderlin leuchtet. Und ein ganz besonders Buch schafft es, ihn wirklich zum Leuchten zu bringen. Nicht nur für die, die Germanistik studiert und sich in sein Werk vertieft haben. ANDREA WANNER findet, er leuchtet tatsächlich für alle.
Lyrik | Doris Runge: man könnte sich ins blau verlieben Doris Runge, die Grande Dame der poetischen Wortkunst, hat ihren neuen Lyrikband ›man könnte sich ins blau verlieben‹ im Göttinger Wallstein Verlag vorgelegt. Sie besingt die feinsinnigen, zauberhaften Zwischenwelten, die uns im Alltag nicht so leicht in den Sinn kommen, obgleich es wohl gerade die scheinbar so leisen Zwischentöne sein dürften, die unser Leben wertvoll machen. Von HUBERT HOLZMANN