Lyrik | Vierzeiler der Woche – von Michael Ebmeyer

Wer dreht schon früh am Tage
die Dusche ganz weit auf?
Es ist die alte Klage
über den Weltenlauf
| MICHAEL EBMEYER
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| Webseite von Michael Ebmeyer
»Man muss nämlich im Auge behalten, dass Jandls Werk sich nicht in Reduktion, Lautgedicht, Typogramm erschöpft, sondern dass ebenso das Ausschreiten des Sprachinnenraums, der semantischen Färbungen und Mischungen, der Bedeutungsmodalität eine Rolle spielt«, hatte Helmut Heißenbüttel 1984 in seiner Laudatio zur Verleihung des Georg-Büchner-Preises an Ernst Jandl erklärt. Ein Porträt von PETER MOHR
Lyrik | Kurzprosa | Mascha Kaléko: Sämtliche Werke Jutta Rosenkranz gibt Sämtliche Werke und Briefe von Mascha Kaléko heraus. Eine Besprechung von FLORIAN WELLE
Mein Fenster schneidet helles Herbstblau
aus dem Himmel heraus, es leuchtet
zu mir herein auf den Schreibtisch
und wird in Zeilen eingehegt,
sie blauen meine Wörter ein,
jeder Satzwinkel wird aufgehellt.
Ein neuer Gedichtband von Andreas Altmann – und wer sich mit und vor allem in den Gedichten des in Berlin und in der Prignitz lebenden Autors auskennt, für den ist an dieser Stelle Vieles bereits gesagt, sind die Gedichte von Andreas Altmann im lyrischen Kanon doch längst zu einem Synonym für den gewissenhaften und jede Effekthascherei meidenden Umgang mit und die sorgsame Arbeit am Wort geworden, für einen eigenen Sprachkosmos, in dem er sich seit seinen ersten Bänden traumwandlerisch sicher bewegt; intensiv, souverän, freiwillig reduziert. Von STEFAN HEUER
Lyrik | Axel Görlach: Zwei Gedichte gegen das streunen konfektionierter sinntumore gegen das atemkalksein brauchen wir entzündung versfäden gordisch gewirkt zur brücke ins weltall die stadt geschlagen in sternenfilz noch wäscht uns der fluss die sevofluranprogramme aus dem blut