/

Heimsuchung

Lyrik | Vierzeiler der Woche – von Michael Ebmeyer


Tumbleweed rollin Jez Arnold

 

Na los, Herr Wirt: einen Meter Morph!
So brüllte der Fremde durchs Westerndorf

Ihm folgte als zweite von sieben Plagen
eine peinliche Hymne von Westernhagen


| MICHAEL EBMEYER
| Abb: JEZ ARNOLD

Reinschauen
| Webseite von Michael Ebmeyer

Ihre Meinung

Your email address will not be published.

Voriger Artikel

Wisdom Is A Dancer: An Interview With Kim Brown

Nächster Artikel

Herzenswunsch mit kleinem Haken

Weitere Artikel der Kategorie »Lyrik«

Geschlechtertrennung

Lyrik | Vierzeiler der Woche – von Michael Ebmeyer Das Fräulein steht am Meere das Männlein steht im Wald da kommen in die Quere die zwei sich nicht so bald  

Drei Gedichte

Lyrik | Peter Engel: Drei Gedichte

Kiellegung eines Einfalls

Wenn er noch ganz formlos ist
und gerade erst geschlüpft,
gibt ihm ein tragendes Wort
den Grundstein, auf den setzen sich
weitere als Unterbau und Gerüst.

So arbeitet sich der Einfall
aus dem Ungefähren heraus
und nimmt seine Fassung an,
wird nach und nach deutlicher
und entwirft sich Sprachhaus.

»hier war doch« was – Magie der Sprache en miniature

Lyrik | Doris Runge: man könnte sich ins blau verlieben Doris Runge, die Grande Dame der poetischen Wortkunst, hat ihren neuen Lyrikband ›man könnte sich ins blau verlieben‹ im Göttinger Wallstein Verlag vorgelegt. Sie besingt die feinsinnigen, zauberhaften Zwischenwelten, die uns im Alltag nicht so leicht in den Sinn kommen, obgleich es wohl gerade die scheinbar so leisen Zwischentöne sein dürften, die unser Leben wertvoll machen. Von HUBERT HOLZMANN

die ameisenstraße führt quer durchs ganze zimmer, ein akt der gnade durch deine venen

Lyrik | Stefan Heuer: und später die nacht mit ihrem aufgerissenen maul

Mit seinem neuen Gedichtband legt Stefan Heuer ein Buch von existenzieller Wucht vor, ein Langgedicht über Freundschaft, Krankheit und Vergänglichkeit, ein Versuch, dem Sterben sprachlich etwas entgegenzusetzen. Der Band enthält Collagen des Autors, die in Schwarzweiß gehalten sind. Mit diesem Gedicht verlässt der Autor sein bekanntes Format, Texte aus vier jeweils dreizeiligen Strophen zu schreiben. Es liest sich wie eine Montage aus Erinnerungsfetzen und der harten Realität des Sterbens, die hier in sehr eindrucksvollen poetischen Bildern geschildert wird. Den vorliegenden Band bezeichnet Stefan Heuer als sein persönlichstes Buch. Ausgangspunkt ist die reale Begegnung mit einem Schul- und Jugendfreund, den Heuer 2019 nach langer Zeit zufällig wiedersieht. Der Jugendfreund hat gerade eine Krebs-Diagnose erhalten. Sein Arzt prognostiziert ihm eine verbleibende Lebenszeit von drei Monaten. Tatsächlich stirbt er zwei Monate nach dem Treffen. Aus dieser Begebenheit hat Heuer einen poetischen Raum entwickelt, in dem sich biografische Erinnerungsfetzen und existenzielle Grundfragen überlagern. Von HARTWIG MAURITZ

Drei Gedichte

Lyrik | Peter Engel: Drei Gedichte

Wassermaler

Gleich kippt die Welle
und schwappt ins Zimmer,
flutet es mit grünlicher
Bläue und schlägt Gischt
an die Decke, brandet
ins Auge des Betrachters.