/

Bestimmung

TITEL-Textfels | Ronald Glomb: Gedichte

Der Lachs folgt
dem Lockruf der Wildnis
Er springt
dem Gast vom Teller

 

Erfahrungswochenende, Uckermark

Windräder summen Tag und Nacht
Rotorblätter schneiden Wolken
Wohnen hier wie im Leuchtturm

Apfel rot wie Ampeln im Geäst
Die Finger weg, sage ich dir
Das Vibraphon ist der Wind

Verteilen wir uns, lebende Skulptur
Im Garten, Blätter segeln gelb
Stundenlang stellen wir die DDR auf

 

Robben im Baikalsee

Die Robben im Baikalsee
jagen gut gelaunt nach Fischen
die es hier reichlich gibt
sie singen zu Klängen der Balalaika
von Moosbeeren und Birken der Taiga
und bringen den Menschen am Ufer
allerhand Kunststücke bei

So gut gelaunt sind sie
im Wissen
um ihre Einzigartigkeit
in süßem Wasser

| RONALD GLOMB

Der Autor liest am Mittwoch, den 19. April, um 19 Uhr in Hamburg im Café Chavis, Detlev-Bremer-Straße 41

Ihre Meinung

Your email address will not be published.

Voriger Artikel

Concrete Deserts & Outerspace Blues: New Album Reviews

Nächster Artikel

Freiheit allein genügt nicht

Weitere Artikel der Kategorie »Lyrik«

Leihweise

Lyrik | Vierzeiler der Woche – von Michael Ebmeyer  Einmal hatte ich den Schaden doch für den Spott war nicht gesorgt PDF erstellen

Vier Gedichte

Lyrik | Wolfgang Denkel: Vier Gedichte

Nicht Zeus

Nach langer Zeit der erste
Wind. Keinen Namen
trägt er mir zu. Nur sich
selbst. Er streift meine
empfindsam gewordene
Schläfe, die gezackte
Ader entlang

Kollateral-Lyrik

LYRIK | Till Lindemann: In stillen Nächten Der Rammstein-Sänger Till Lindemann hat einen Gedichtband veröffentlicht – In stillen Nächten. JAN FISCHER versucht zu verstehen, was das eigentlich soll. PDF erstellen

Die Würde des Dichtens

Menschen | 100. Geburtstag von H.C. Artmann

»Kein Dichter in diesem mit ihm zu Ende gehenden Jahrhundert hat so bedingungslos wie H. C. Artmann die Existenz und die Würde des Dichtens noch einmal vorgelebt. In keinem Dichter des Jahrhunderts kamen wie bei ihm noch einmal die Möglichkeiten des Dichtens in einer über tausendjährigen Tradition zusammen und zeigten sich wie gerade erst erschaffen, herrlich wie am ersten Tag«, hatte Klaus Reichert auf der Beerdigung des Georg-Büchner-Preisträgers des Jahres 1997 erklärt. Von PETER MOHR