Folkdays … Blues im Gestern und Heute des Genres und Lebens

Folkdays… Bluesplayers Walter Trout, Jonny Lang und Eilen Jewell

Mit Schrecken sieht man hierzulande in den Medien die Naturkatasthrophe der Hurricane ›Harvey‹ und ›Irma‹ an der Golfküste Nord- und Mittelamerikas. Eine Region, die auch Heimat bekannter Musiker ist. Von TINA KAROLINA STAUNER

Trout - Lang - JewellKein Autor, Künstler und Musiker kann helfen. Natürlich lebt auch die Bluesmusik weiterhin und für friends in the Blues ist hoffentlich alles beim Alten.
Wie gerade bei den Amerikanern Walter Trout, Jonny Lang und Eilen Jewell. Für die neue CD des Bluesrock-Gitarristen Trout macht sich name-dropping ganz gut, denn eine Riege von etwa ein Dutzend wichtiger Bluesplayer ist in den Credits genannt von ›We’re All In This Together‹.

Neben Trouts Bandmusikern Sammy Avila, Mike Leasure und Johnny Griparic gehören dazu u.a. John Mayall, Randy Bachman, Edgar Winter, Sonny Landreth, Robben Ford, Charlie Musselwhite, Joe Bonamassa. Wieder einmal Urgesteine und Legenden des Blues unter sich. Im Spektrum black and white, urban and rural, electric and acoustic. Man wird inspiriert zum weiteren stöbern in Aufnahmen.

Der 66-jährige Walter Trout, einst Teil von Canned Heat, ist mittlerweile ein kleiner Gigant. Er schreibt selber Songs, greift aber auf Elmore James zurück und seine Stücke erinnern an Musik manch früherer namhafter Delta Bluesgrößen, von denen auch der jüngere Bluesrock-Gitarrist Jonny Lang gelernt hat. Der sich gelegentlich mit Buddy Guy zusammentut. Mit klassischer Attitude und etwas stylish funky und soulig interpretiert der 36-jährige Lang den Blues.

Auf seinem aktuellen Album „Signs“ werden hierzulande noch nicht so vertraute Namen genannt wie Dwan Hill, Dennis Dodd , Josh Kelley, Drew Ramsey und Shannon Sanders. “Some of the songs are autobiographical, but not usually in a literal way…The main goal is for folks to be able to relate to what I went through. If I can’t make it work using just my personal experience, I use my imagination to fill in blanks.“, teilt Jonny Lang über Songwriting und Bluesfeeling mit. Eine Frau, die die Stärke für den Blues hat, ist Eilen Jewell.

Als Inspiration für ihre Retro Music nennt sie diesmal Bessie Smith und Betty James. Mit ihren Musikern Jerry Miller, Shawn Supra, Jason Beek geht die 38-jährige Jewell in kraftvolle Interpretationen von Stücken von Leuten wie Charles Sheffield, Willie Dixon, Albert Washington. Das wird als Dark Blues bezeichnet und es gibt einige markante Blues Roots Covers.

Hoffentlich hat Jewells kleiner Voodoo-Tanz, ein Kult der durch afrikanische Migranten auch in die Staaten kam, und ihre Liebeszauberei im Song „It’s Your Voodoo Working“ positive power und ist eine gute Kraft. Auch von Gitarrengenius Jerry Miller von der Eilen Jewell Band findet man so manchen Blues.

Alles in allem gibt es nichts als Blues auf dem 26. Album von Trout, dem 7. von Lang, dem 8. von Jewell, die zum Hören vieler weiterer Platten motivieren können…the same old Blues…solider alter Bluesrock ohne modische Schnörkel in traditioneller Manier. Walter Trout ist im Oktober on the road again in Deutschland und auch Jonny Lang. Einige Europatermine hat Eilen Jewell.

| TINA KAROLINA STAUNER

Titelangaben
Walter Trout
„We’re All In This Together“
(Mascot Music Productions/Rough Trade, 2017)

Jonny Lang
„Signs“
(Concord /Rough Trade, 2017)

Eilen Jewell
„Down Hearted Blues“
(Signature Sound Recordings / V2 Records, 2017)

Ihre Meinung

Your email address will not be published.

Voriger Artikel

Familienfluch und Patriotismus

Nächster Artikel

Im Rausch des Fortschritts

Weitere Artikel der Kategorie »Platte«

Die Hoffnung rennt

Musik | John Frusciante: Curtains Das 2005 entstandene Album ›Curtains‹ von John Frusciante ruft eine Menge tiefe Emotionen hervor. Sowohl bei ihm selbst als auch beim Zuhörer. Ein kurzes Meisterwerk, das Tränen fließen lässt, ebenfalls auf beiden Seiten. MARC HOINKIS erinnert sich.

Charismatische Wanderer zwischen den Welten

Musik | Ausstellung | Benjamin Sainte-Clementine: I Tell A Fly / Basquiat: Boom For Real Benjamin Sainte-Clementine baut auf seine Intuition. Unberechenbare Freiheit kann erfolgreich sein. Einst schwarzer Underdog gründete Clementine als Musiker, nachdem er bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes einen Auftritt hatte, sein eigenes Label und konnte so unabhängig arbeiten bis zu einem größeren Plattendeal. Von TINA KAROLINA STAUNER

Jazz Extra, Jazz Future, Jazz Day…

Musik | International Jazz Day: Herbie Hancock

Der internationale Jazz Day listet weltweit eine ganze Reihe Termine für einen Tag auf und er geht diesmal verstärkt online – es wird gestreamt. Aufrufer ist Herbie Hancock und das bietet eine schöne Gelegenheit, sich zum x-ten Mal nebenbei seinem Werk zu nähern, in dem es die einen oder anderen Facetten zu entdecken, besonders aber einen unignorierbaren Klassiker der Jazz-Songs zu featuren gibt: ›Watermelon Man‹. Von TINA KAROLINA STAUNER

FOLKDAYS… some Sweet Bays

Musik | Crosby Tyler und MEIKO Way of a Jingle Jangle Man – Crosby Tyler Crosby Tyler who? Simply some Bay Cuts. Was Crosby Tyler gerade tut, weiß ich nicht. Vermutlich ist er mit seiner Gitarre unterwegs oder geht irgendwo im Bay in einem Supermarkt einkaufen und steht in seiner Küche. Ich weiß nicht genau, wo er herkommt. Keine Ahnung, was für einen Lebenslauf er hat. Wo er hingeht, das weiß ich schon gleich gar nicht. Ich mutmaßte so manches. Von TINA KAROLINA STAUNER