Tin Man Techno Tracks

Music | Tin Man: ›Ode‹

Statt mal wieder im ›Tractatus‹ von Ludwig Wittgenstein zu lesen, ist TINA KAROLINA STAUNER wie gelegentlich auf Forschung nach Neuem in der Technolandschaft. Auf der Suche nach wahrnehmbaren Veränderungen im Sounddesign von Detroit-Techno und artverwandten Genres und auffälligen Themen und Melodien im technoiden und hypnoiden Elektroniksound, der auch außerhalb der Club-Szene rezipiert und reflektiert werden kann.

tin man: odeZeitlich mehr als zwei Jahrzehnte nach ›Minimal Nation‹ von Robert Hood ist Minimal nicht nur in Art und Design, sondern auch in der Musik ein wichtiger Faktor. Wenn auch in der Rave- und Clubszene unterrepräsentiert. Immerhin finden sich Tracks wie die aus ›Fictions‹ des Sound-Projects Wittgenstein.

Und um auf Techno-Old-School zurückzukommen: Vier Jahre ist es her, dass Theo Parrish, treibende Kraft des Musikerkollektivs The Rotating Assembly, sein Album ›American Intelligence‹ veröffentlichte. Im selben Jahr kam auch ›Ode‹ von Tin Man auf den Markt, das ich jetzt erst bemerke. Tin Man mit seinen Synths und Tin Machines scheint aus der Neo-Acid-Szene in Wien zu sein. Genauer: Das ist Neo-Neo-Acid »on absurd – laced with slow and subtly shifting patterns that are infused with a very real machine soul.«

Tin Man kommt eigentlich aus Kalifornien und wurde aber von der Chicagoer Szene und von der englischen Electronic-Scene beeinflusst. Er heißt Johannes Auvinen und es gibt auch The Acid Symphony Orchestra, Neo-Classics und Ambient-Works von ihm. Mir ist er erstmals musikalisch begegnet. Ist er sonst zu Fuß unterwegs oder sitzt er auf dem Rücksitz eines Cadillac?

Tin Man gilt als ein Plattensammler, der nicht nur die Pop-Szene, sondern die ganze Musik-Szene kennt und in Japan, Europa und Amerika mit seiner eigenen Arbeit auf Bühnen ist. Nächstes Mal im August in Berlin. Vielleicht mit Pattern und Skill Built wie bei ›Vienna Blue‹ und ›Breakpoint Logic‹ im Set. RA meint: »Tin Man tracks recall the emotional purity of dance music’s early years, a timeless blend of melancholy and bliss.«

| TINA KAROLINA STAUNER

Titelangaben
Tin Man: ›Ode‹
(Acid Test / Alive, 2014)

Ihre Meinung

Your email address will not be published.

Voriger Artikel

Sprechstunde bei Dr. Acula

Nächster Artikel

Das letzte Chamäleon

Neu in »Platte«

Bunter Stilmix

Musik | Gabby Young and other animals: The band called out for more Der Bandname deutet schon auf den britischen Humor hin, mit dem die Exzentrikerin Young auch ihr zweites, buntes Album fein abschmeckt. Von TOM ASAM PDF erstellen

If I Think Of Love, I Think Of You: New Release Reviews

Music | Bittles’ Magazine: The music column from the end of the world With the autumn season firmly upon us most of us want nothing more than to lock our doors and peacefully hibernate for a month or two. What we need now are records made for listening to in the cosiness of your own home (or at least a club with a decent heating system). This week I will be raving about some new releases which make the perfect soundtrack for escaping the perils of the outside world. By JOHN BITTLES PDF erstellen

Schlampen und Elfen!

Musik | Toms plattencheck Neues vom Gipfeltreffen deutscher Gitarrenpop-Produzenten und akustische Souvenirs einer Island-Reisenden. Von TOM ASAM PDF erstellen

Scratchy archive tapes and empathic accordions

Musik | Folkdays… progressiv-hynotisch, volksnah-theatralisch: Anne-Mari Kavimäki Akkordeon? Unterbrechungs-Aerophone, Handzuginstrumente, heißen auch Handharmonika, Ziehharmonika, Handklavier, Ziehorgel, Handorgel, Quetschn, Ziach, Schifferklavier, Maurerklavier, besser genannt Konzertina, Bandoneon, Diatonische. Oder geringschätzig Quetschkommode, Heimatluftkompressor, Tretschrank. Von TINA KAROLINA STAUNER PDF erstellen

Sweet fruit once bit me

Musik | Loving: Loving Wenn Syd Barrett und Alex Brettin zusammen, frisch verlassen, in den Strawberry Fields liegen und träumen würden, hätten sie wahrscheinlich das gleiche Ergebnis erzielt: Das Album ›Loving‹ der gleichnamigen Band ist eine psychedelische Frühstücksmelancholie. MARC HOINKIS trank seinen Kaffee dazu. PDF erstellen