FOLKDAYS… some Sweet Bays

Musik | Crosby Tyler und MEIKO

Way of a Jingle Jangle Man – Crosby Tyler

Crosby Tyler who?

Simply some Bay Cuts. Was Crosby Tyler gerade tut, weiß ich nicht. Vermutlich ist er mit seiner Gitarre unterwegs oder geht irgendwo im Bay in einem Supermarkt einkaufen und steht in seiner Küche. Ich weiß nicht genau, wo er herkommt. Keine Ahnung, was für einen Lebenslauf er hat. Wo er hingeht, das weiß ich schon gleich gar nicht. Ich mutmaßte so manches. Von TINA KAROLINA STAUNER

Ich weiß nur, dass ich eine seiner CDs vor Jahren beachtete. Und rezensierte, weil sie mir gefiel. Obwohl Crosby Tyler in Deutschland kein Label hat. Und ihn hierzulande nicht allzu viele kennen. Er ist für mich Protagonist für eine typische amerikanische Songwriterexistenz. Ich mag rein zufällig seine Songs.
Heute schaute ich mal wieder nach, wo er derzeit zu finden ist. Und es lässt sich nicht genau sagen. Da sind nur seine veröffentlichten Lieder. Vor Jahren kamen diese einmal bei mir an, als ich sie in einer Laune raussuchte. Es ging mir noch nie nur um irgendeinen Celebrity Cult. Auch nicht bei Creedence Clearwater Revival, Doobie Brothers und anderen Bay Music Giganten.

Introducing Crosby Tyler

Crosby Tyler where?

Crosby Tylers Album ›10 Songs Of America Today‹ gebe ich immer noch weiter. Da ich es schon 2009 zum souveränen Bay-Songwriting zählte:
»…but to understand the future of America, one needs to understand Los Angeles.« (Crosby Tyler)
Crosby Tyler ist ein hierzulande fast unbekannter Songwriter, der Größe ausspielt. Dass ihm dies gelingt, verdankt er aber wohl einer weiteren, keinem breiten Hörerkreis vertrauten Songwritergröße der L.A.-Szene: Peter Case. Der Tyler produzierte.

Crosby TylerMit ›10 Songs…‹ hat Tyler die besten Karten in der Hand. Jeder Song ein Trumpf, ein Stich klassischen Songwritings. Hinein spielen exzellentes Tex-Mex-Flair und perfekte Bläserarrangements, manchmal auch mit Mariachi-Touch. Manch markante Trompeten- und schwermütige Violinmelodie. Und das Entscheidende ist selbstverständlich, dass Tyler in jedem Moment zu akustischer Gitarre und Lyrics der besonderen Art fähig ist. Gespür für erstklassige Balladen spiegelt besonders ›Warmth Of My Tears‹ wider. Aber Kleinod jeder Song der CD. Lobeshymne auf Taylers ›10 Songs…‹ also. Weil in sich total stimmig und völlig ohne Schwächen. Vielleicht eine Idee zu eingängig durcharrangiert und durchdacht, zu wenig sperrig. Und doch wird Tyler nicht vom Mainstream aufgesogen werden. Ausnahmeaußenseiter-Songwriterexistenz, die er darstellt. Elitär als eigenwilliger, spezieller Charakter.

Tyler how?

Vor Jahren fand sich seine Spur on the road. Crosby Tyler als One-Man-Band. Show oder Alltagsrealität. Ich weiß das nicht. Meine damalige Notiz dazu: Mit seinem Roots-Rock, in den ein gutes Maß an Bluegrass, Blues und Folk hineinspielt, trifft Crosby Tyler 100-prozentig ins Schwarze. Mit dem von John Chelew, der u.a. auch für Richaed Thompson arbeitete, produzierten ›Lectric Prayer‹ gelingt Tyler ein superbes Nachfolgealbum des starken ›10 Songs Of America Today‹. Traditions- und zukunftsbewußt gleichermaßen teilt Tyler seine Beobachtungen als Songwriter mit.

Exzellente Mitmusiker sind Sara Watkins, Sean Watkins, Sebastian Steinberg, Don Heffington. Tyler sagt von sich: »It’s always challenging to delve into your soul and psyche and dare yourself to release the comfort-ability that mocks most of us…There’s only one reason for my new release ›Lectric Prayer…It’s to raise spirits. A spirit of belief, a spirit of I can, a spirit of I will, a spirit of I must. I’m a living example of it. I dived into a dark lagoon…« ›Lectric Prayer‹ wurde 2010 veröffentlicht und ist über Bohemia Music erhältlich.
Ein Video hat Tyler 2011 mit dem sehr hübschen, solo akustisch gespielten Song ›It Ain’t Easy‹ folgen lassen.


Crosby Tyler: It Ain’t Easy

Tyler when?

Die ›Hillbilly Stomp Tour‹ soll 2015 featuring Crosby Tyler One Man Band auf Konzertreise gewesen sein. Einige Interviews der vergangenen Jahre gibt es in den Zeitungen zusammenzusuchen. Ich weiß nicht alles über ihn. Ich weiß nur ein paar seiner Songs. Die sind in meinem Artikel und auf CDs und in Videos. Der Film ›Introducing Crosby Tyler‹ wurde 2009 veröffentlicht. Und ich glaube, dieses Jahr hat Crosby Tyler in Ashbury geklampft. Ein weiteres Studio-Album ist noch nicht erschienen. Kürzlich war Los Angeles sowieso nicht mit seiner Musikszene in den Headlines, sondern mit Katastrophenberichten. In den Medien wurde auch das sogenannte Woolsey Fire gezeigt.

Eine von Neil Young’s Villen existiert schrecklicherweise seitdem nicht mehr. Vermutlich ist den Songwritern der Bay Region sonst nichts passiert. Und neue Storys tauchen wie gewohnt mit aktuellen Songs auf. Auch von Crosby Tyler. Ich nenne ihn nur stellvertretend für zahlreiche Musiker, die ohne Major Deal tingeln. Es gibt viele tausende Wege mit vielen unzähligen Worten und Melodien in Folksongs. Auch die Folkies Secondhand Serenade und Sweetbay sind unterwegs.

Way of a Mrs. Tambourine Woman – Meiko


Meiko: Hiding

Meiko who, how, where, when?

MAiko Playing FavouritesSimply some Bay Takes. Über ein Jahrzehnt verstreut Meiko schon ihre sehr, sehr hübschen Lieder aus ihrem reizend existenzialistischen Bohèmeleben in L.A. Wo sie auch als Barkeeperin Drinks servierte. Sie war jedenfalls im Hotel Café in Hollywood eine Waitress. Inzwischen gibt es mehrere feinsinnige Alben von ihr. Eigentlich habe ich schon seit einer Weile vor diese kapriziöse Singer-Songwriterin zu nennen. Dieses Mal tue ich es. Einem Video zufolge saß sie kürzlich einer skurrilen Puppenbüste gegenüber, und zwar in einem Raum, der wie eine alte Kirche aussieht.

Die junge Frau redete und spielte dort. Ein paar Folksongs und ein Stück Lebensgeschichte. Zu erfahren sind dabei auf einmal die Lieblingssongs der Mitdreißigerin. Altgewohnter Rock und Pop jetzt als neuer Folkpop. Und so zu den typischen Meiko-Songs passend. An den Coverversionen ›Playing Favorites‹ sind die Musiker Ed Maxwell (Bass & Synth), Casey Abrams (Bass) und Josh Day (Drums) beteiligt und die Sängerin spielt wie immer akustische Gitarre.

Meiko führt die eine oder andere zuckersüß klingende Variationen eines fremden Stücks auf, sparsam arrangiert. Unter ihren klug ausgetüftelten Saitenspielereien in den Tiefen melodisch-schwere Bassmelodien und swingend-leichte Drums. Sporadisch durchdrungen von fiepend-melancholischem Synthesizer. Bedeutend gemacht hat sich die Musikerin auch mit Tracks für die TV-Shows ›Grey’s Anatomy‹, ›One Tree Hill‹ und ›The Vampire Diaries‹. Im The Hirsch Center in Brooklyn hingegen wurde ›Playing Favorites‹ in einfachem Realismus mit einem einzigen Mikrofon im Raum aufgenommen.

Meiko zeigt ihre Eigenart und Persönlichkeit überlegen auf jeder Bühne. Die aus Georgia stammende Musikerin verbrachte viele Jahre in Kalifornien und lebt jetzt in Tennessee. Etwas entfernt von schillernden Metropolen-Freaks, megalomen City-Zombies und überdrehten L.A.-Großstädtern. Und hat sanfte Akustikadaptionen von Kompositionen von Bekanntheiten wie The Cranberries, Erykah Badu, Duran Duran, Blind Melon, Otis Redding und Rick James mit im Eigenmaterial. Sie stellt schon immer einen ›Wandering Star‹ dar mit ihrer Gitarre: »…For its such a lovely day / To have to always feel this way…«


Meiko: I Do

Simply some Bay Entertainment. Songs to the sweet, hello! Über Hollywood wurde so mancher ›Wandering Star‹ bekannt: »…Home is made for comin‘ from, for dreams of goin‘ to…« Hat schon Lee Marvin gewusst.

| TINA KAROLINA STAUNER

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