/

731 Days Gone

Digitales | Games: Days Gone

Gibt es heutzutage zu viele Zombies? Mitnichten! Von Survival-Horrorspielen á la ›Resident Evil‹ über Open-World-Gemetzel-Abenteuer wie in ›Dead Island‹ bis hin zu Multiplayer-Action-Spaß wie in ›Left 4 Dead‹. Zombies prägen die Gamingwelt gehörig und die Fans lieben es. Von Übersättigung ist hier keine Spur. Mit ›Days Gone‹ kommt ein weiterer Titel, exklusiv für Sony, auf den Markt. Doch wie kommt das Spiel bei den Fans an? LINH NGUYEN findet es heraus.

Postapokalypse Now

Games: Days GoneIn ›Days Gone‹ spielt ihr den Helden Deacon, der in der postapokalyptischen Welt auf der Suche nach seiner Freundin ist. 731 Tage ist es her, seit er sie zuletzt gesehen hat bzw. seitdem die Pandemie ausgebrochen ist. Klingt nach einem Drama? Wenn man der Tatsache ins Auge blickt, dass die Welt von Zombies umgeben ist und sich die letzten Reste der Menschheit in verschiedenen Gruppen zusammentun, um zu überleben, dann ist die Suche nach der großen Liebe nur logisch.

Beim Spielen selbst fokussiert man sich allerdings gar nicht so sehr auf die Story, da viele nebensächlichen Aufgaben immer wieder in den Vordergrund treten. Schließlich müsst ihr euren Lebensunterhalt, zusammen mit eurem Partner, als eine Art Kopfgeldjäger verdienen. Die Story ist also ganz nett, aber ganz bestimmt nicht die Stärke des Spiels. Doch in einem Open World Spiel, in dem man die Freiheit hat, die Welt zu erkunden und in dem an jeder Ecke Überraschungen lauern, ist die Story meist eher ein Nebenaspekt.

Mein Motorrad, mein Schatz!

Ihr dürft euch freuen: Die meisten Strecken müsst ihr nicht zu Fuß zurücklegen. Ihr habt ein Motorrad und das ist gut so, denn an jeder Straßenkreuzung warten Zombies auf euch. Wenn ihr mal nicht auf dem Zweirad sitzt, ist es aber auch gut zu wissen, dass ihr schneller rennen könnt als euer Feind. Allerdings nur eine gewisse Zeit lang – denn ihr habt einen Ausdauerbalken, der sich nur langsam wieder regeneriert. In diesem Fall lohnt es sich, sich umzudrehen und mit der Flinte blindlings loszuschießen. Survial pur. Oder?

Im Prinzip schon, da euch viele Elemente wie bspw. Lebens- und Ausdauerbalken, stark begrenzte Munition sowie zahlreiche Feinde das Leben schwer machen. Auch während eurer Fahrt mit dem Motorrad müsst ihr auf die Tankanzeige achten. Zudem müsst ihr es immer wieder reparieren. Teile bzw. Benzin könnt ihr an verschiedenen Stellen im Spiel looten.

Games: Days Gone

Insgesamt fühlt sich das Spiel dennoch nicht an wie ein Survival Spiel – und wie ein Horror-Spiel schon gar nicht. Eher handelt es sich hierbei um ein Survival Light. Schließlich habt ihr keine Müdigkeitsanzeige, wodurch der Zwang zum Schlafen nicht gegeben ist und Ressourcen und Munition findet ihr fast überall. Eine Munitionsknappheit ist zwar vorhanden, allerdings könnt ihr jederzeit ins Lager gehen, wo ihr die gesammelten Gegenstände und Materialien verkaufen und mit Geld die nötige Munition kaufen könnt. Eine Schnellreise zum Lager gibt es auch, was lästiges Fahren erspart. Mit Erfahrungspunkten durch Abschließen von Missionen könnt ihr eure Survival-Fähigkeiten im Skill Tree aufbessern.

Hau den Zombie

Aufgrund der Tatsache, dass ihr nur über stark begrenzte Munitionsreserven verfügt, kommt ihr oft in die Situation, auf euer Schießeisen verzichten zu müssen. Es gibt daher die Möglichkeit, die Feinde mit euren fiesen Nahkampfwaffen zu erschlagen. Standardmäßig habt ihr ein Messer bei euch, das allerdings nicht immens viel Schaden verursacht. Anders sind hingegen die großen Wummer, wie Axt oder Baseballschläger, die ihr überall in der weiten Welt findet.

Ausgestattet mit eurer Fähigkeit feindlichen Nahkampfangriffen auszuweichen und anschließend zuzuschlagen, fühlt ihr euch schon fast übermächtig – wenn da nicht diese Haltbarkeitsanzeigen bei den Nahkampfwaffen wären. Nach 10 oder 20 Schlägen seid ihr dazu gezwungen, euer Spielzeug auszutauschen, da es in tausend Teile zerfällt. Unpassend, wenn in dem Moment ein paar Zombies hinter euch her sind.

Games: Days Gone

Doch sind Nahkampfwaffen immer sinnvoll? Bei einer Horde von Gegnern wird euch eure Geschicklichkeit beim Ausweichen auch nicht helfen. Zudem habt ihr nicht nur mit Zombies zu tun, sondern auch mit anderen Überlebenden, die euer Leben nehmen wollen. Das führt dazu, dass ihr wieder auf eure Feuerwaffen zurückgreifen müsst. Denn der Gegner tut hier das gleiche und wehrt sich mit Kugeln.

Doch zum Gefecht kommt es nur, wenn der Gegner euch entdeckt. Solange ihr nicht gesehen werdet, könnt ihr euch heranschleichen und den Gegner instant ausschalten. Sehr empfehlenswert, da die verfügbare Munition oft nicht für alle Gegner ausreicht.

Fazit

›Days Gone‹ ist insgesamt ein schönes Open World Spiel geworden. Der Mix aus Survival und Action ist hier gut gelungen. An einigen Stellen hat mich das Spiel ein wenig an ›The Last of Us‹ erinnert. Das Open World Abenteuer macht Laune, die Welt auf seine eigene Art zu erkunden. Überall lauern Gefahren und Überraschungen. Auf eine gute Story muss verzichtet werden. Hier haben die Entwickler viel Potential verschenkt.

LINH NGUYEN

Hat gefallen
  • Umfangreiche und lebendige Open World
  • Gutes Crafting System
  • Guter Ansatz von Survival Aspekten
  • Interessante Missionen
  • plötzliche Events
Hat nicht gefallen
  • Story nicht gut umgesetzt
  • Mehr Bosskämpfe wünschenswert
  • Zu Beginn lange Ladezeiten
  • Survival Light (Casualisierung)
[su_progress_pie percent=“84″ text=“84%“ pie_width=“15″ fill_color=“#327d1e“ text_color=“#333a33″]

 

Titelangaben
Days Gone
erhältlich für Playstation 4.

Ihre Meinung

Your email address will not be published.

Voriger Artikel

Leise Aufschreie

Nächster Artikel

Schreiben mit dem Weitwinkel

Weitere Artikel der Kategorie »Digitale Spiele«

Der Reiz des Bösen

Digitales | Games: Tyranny »Der strahlende Held ist tot«, muss sich Rian Johnsson wohl gedacht haben, als er 2017 Luke Skywalker von einer der ikonischsten Heldenfiguren moderner Popkultur zu einem ambivalenten Antihelden degradiert hat. Obwohl das vielen ›Star Wars‹ Fans sauer aufstieß, folgt der Regisseur lediglich modernen Trends. Ambivalente – ja gar böse – Charaktere erobern die Medien. Nur zu gerne beobachten wir einen Walter White in der Serie ›Breaking Bad‹ beim langsamen Aufstieg zum Drogenboss. Nur zu gerne schlüpfen wir in ›Red Dead Redemption‹ oder ›GTA‹ in die Rolle eines Schwerverbrechers. Aber es geht noch übler: in ›Tyranny‹ vom Entwickler

Zeit für Zombies!

Digitales | Games: Killing Floor 2 Längst gehören Zombies zum guten Ton der digitalen Gesellschaft und sind Grundbausteine vieler Spiele. Filme und Serien schildern die lebenden Toten oft als böse, postapokalyptische Ungeheuer, vor denen es selten ein Entrinnen gibt. Gamer greifen stattdessen zur Gegenwehr. Von LINH NGUYEN.

From Doom to Nuke!

Digitalspielkultur | Make-Believe-50s, Podcasts und Scheitern

Würde man Michael K. oder Peter J. fragen, wer denn der beste CoD-Multiplayer-Spieler in ihrem Freundeskreis sei, kämen die beiden bestimmt nicht auf RUDOLF INDERST. Denn der tagträumt sich seit 2010 durch eine der ikonischsten, re-iterierenden virtuellen Topographien der Digitalspielgeschichte.

Knüppel auf Kopf!

Digitales | Games: Far Cry Primal ›Far Cry Primal‹ wirft den Spieler mitten in die Steinzeit. Am Wendepunkt des Jäger- und Sammler-Daseins zur Sesshaftigkeit kannte die politische Kultur viele Werkzeuge der Konfliktlösung. Egal ob Pfeile, Speere, Keulen oder Faustkeile, FLORIAN RUSTEBERG hat sie alle ausprobiert.

Big in Japan

Digitales | Games: Nioh ›Nioh‹ – Das ›Dark Souls‹ im feudalen Japan. Damit lockten die Entwickler des exklusiv für die Playstation 4 erschienenen Rollenspiels. Bereits 2005 wurde ›Nioh‹ für die damalige Playstation 3 angekündigt, verschwand dann aber wieder von der Bühne. Letztes Jahr gab es schließlich wieder ein Lebenszeichen und plötzlich erschien das andere ›Dark Souls‹ im Februar auf dem Markt. Ist die lange Entwicklungszeit gerechtfertigt? Und hält ›Nioh‹ das, was es verspricht? Antworten sucht: LINH NGUYEN.