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Die köstlichen Rezepte des Herrn Wondrak

Kulturbuch | Janosch / T. Prüfer: Herr Wondrak kocht so wunderbar

Man muss nur den Namen »Janosch« aussprechen, und umgehend hat man seine unsterblichen Figuren vor Augen. Wenn dann noch Co- Autor Tillmann Prüfer hinzukommt, sich liebevolle Darstellung und bezaubernde Komik in Text und Bild mischen, dann ist ein Kochbuch der ganz besonderen Art entstanden und gelungen. Von BARBARA WEGMANN

Janosch Wondrak Kochen, Kunst und Komik, welch herrlich köstliche Zutaten für ein Buch. Und noch ehe man die erste Zeile gelesen, das erste Rezept begutachtet oder die ersten Zutaten realisiert hat, bleibt man geradezu begeistert hängen an Janoschs Zeichnungen, diesen unverkennbaren, wunderbaren Illustrationen, mit denen sich der unverwechselbare Janosch schon zu Lebzeiten ein Denkmal setzte. Seine Kinder- und Jugendbücher eroberten die Herzen von Millionen, wurden zu »Schutzheiligen deutscher Kinderzimmer«.

Wenn dann noch eine Zusammenarbeit mit Tillmann Prüfer, Redakteur bei der Wochenzeitung ›Die Zeit‹ und bekannt durch seine Reportagen und Kolumnen entsteht, dann ist nicht nur der Erfolg des Buches programmiert, sondern dann wird sich jeder, der es auch nur durchblättert, spontan verlieben: in Rezepte und so ganz besonders in die Art ihrer Präsentation.

»Bouillon ist das Beste, wenn es einem schlecht geht, damit es einem schnell besser geht…. Das Problem ist einzig, dass es einem dafür erst einmal nicht gut gehen muss.« Was tun? Na klar: »Wenn Wondrak will, dass es ihm nicht gut geht, isst er 41 hart gekochte Eier mit etwas Salz… Dann geht es einem nicht gut.« Wer könnte sich diesem liebenswerten Tipp widersetzen?

Es ist die umwerfend stille Komik in dem Zusammenspiel von Illustration und Texten, die entwaffnende Leichtigkeit und umwerfende Logik des Meisterkochs Wondrak, die schnell Herz und Sinne erobern. »Man kann die Reste aufheben und aufwärmen, was noch besser schmeckt. Aber wenn man drei Tage gehungert hat, isst man meist alles auf einmal auf. Wegen des Hungers.«

Von »Babekuchen« über »Bratkartoffeln«, »Brotsuppe« und »Pilzpfanne«, bis hin zu »Himmel und Erde“, »Schlesischem Himmelreich«, »Soleier«, »Tomatensalat« oder »Tausendjährigem Kuchen« bietet das querformatige wunderbare Koch-, Bilder- und Kunstbuch eine ganze Menge, zum Lesen, zum Essen, zum Schmunzeln. Und selbst wenn man traurig über das Ende des Buches ist, gibt es da das Rezept für den Quarkpfannkuchen. »Es gibt nichts, das mehr tröstet als Pfannekuchen. Selbst die Liebe tröstet nicht so gut. Denn der Liebe muss man hinterherlaufen. Die Sachen, die man für Pfannkuchen braucht, hat man aber immer im Haus.«

Aber auch hier ist das Problem: für den tröstenden Pfannkuchen muss man erst einmal traurig sein. »Ohne Traurigkeit kein Trost.« Und Wondraks Empfehlung? Das Radio anstellen und Nachrichten hören.

Es sind übrigens alles Rezepte aus Janoschs Kindheit, die Inhalt dieses in jeder Weise geschmackvollen Buches sind. Gerichte, von denen Wondrak sagt, sollte es im Himmel etwas anderes geben, werde er dort wieder ausziehen, soviel stehe fest.

Wondrak kocht durchaus auch gerne für sich alleine. Nur bei einer zünftigen Forelle, da kann auch schon mal der Bär zum Essen vorbeischauen. Aber meist ist es Luise, die Wondrak gerne bekocht und kulinarisch verwöhnt. Liebe, so sagt er, heiße schließlich auch, dass man Ernährer sein müsse. Aber schon bevor Wondrak das »Hähnchen für Verliebte« fertig hat, sagt ihm Luise: »Ich liebe dich«.

| BARBARA WEGMANN

Titelangaben
Herr Wondrak kocht so wunderbar
Text und Konzept: Tillmann Prüfer
Illustrationen: Janosch
München: ZS-Verlag 2019
136 Seiten, Preis: 29,80 Euro
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