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Headspin für die Zukunft

Fast 1.800 Tänzer*innen. Unzählige Choreografien. Vom ersten Two-Step bis zu den anspruchsvollen Power Moves. Beim diesjährigen »Classes on Stage« der »Flying Steps Academy« gab es weit mehr zu sehen als in einer klassischen Tanzaufführung. Die Veranstaltung war ein lebendiger Beweis dafür, dass der Urban Dance in Berlin nicht nur in der Gegenwart existiert, sondern vor allem Zukunft hat. ANNA NOAH war dabei.

Warm-up: Synchronität und Beat

Viele Menschen stehen vor eine Konzertbühne, auf der Tänzerinnen und Tänzer aufgereiht sindKaum kommen die ersten Tänzer*innen auf die Bühne, wird den Besuchenden klar: Hier geht es nicht um eine gewöhnliche Tanzaufführung. Bereits die erste Formation legt ein Niveau vor, das viele Zuschauer*innen staunen lässt, besonders da es sich größtenteils um die Eltern und Verwandten der Aufführenden handelt. Präzise Synchronität, saubere Choreografien und eine enorme Bühnenpräsenz eröffnen die Veranstaltung. Die Messlatte liegt von Beginn an hoch.

Es folgen Kontraste. Beim »Classes on Stage« der Flying Steps Academy wechseln sich Anfänger*innen mit fortgeschrittenen Tänzer*innen ab, Hip-Hop trifft auf Kinder, Breakdance auf Teens oder andere Tanzvariationen auf ü30er, es gibt reine Mädchenformationen sowie eine K-Pop-Gruppe. Alle Mitwirkenden zeigen, wie vielfältig Urban Dance inzwischen geworden ist.

First Steps: Die Jüngsten tanzen schon ganz groß

Besonders beeindruckend sind die jüngsten Tänzer*innen. Bereits Kinder im Alter von etwa sechs Jahren absolvieren komplette Choreografien mit erstaunlicher Sicherheit. Tanzabfolgen greifen ineinander, Einsätze sitzen mal mehr mal weniger gut, aber die ersten typischen Breaking-Moves wirken bereits selbstverständlich.

Die Nachwuchsgruppen aus Reinickendorf, Kreuzberg und Steglitz zeigen eindrucksvoll, wie früh hier tänzerische Grundlagen vermittelt werden. Natürlich unterscheiden sich die Leistungsniveaus innerhalb der einzelnen Gruppen, aber jede Crew präsentiert ihren eigenen Entwicklungsstand und jede erhält den verdienten Applaus. Gleichzeitig wird ein extremes Entwicklungspotential innerhalb der Academy deutlich.

Kinder in weißen Shirts und Jeans bei einer Tanzchoreographie im Rampenlicht auf einer ansonsten dunklen Bühne.

No Age Limit: Wenn der Groove Generationen verbindet

Dass Urban Dance weit mehr ist als ein Jugendsport, beweist die Ü30-Gruppe. Mit viel Ausstrahlung und sichtbarer Freude am Tanz zeigt sie, dass Leidenschaft nicht an Altersgrenzen endet. Es gibt weniger spektakuläre Powermoves, dafür umso mehr Ausdruck, Präzision und Bühnenroutine, das macht ihren Auftritt zu einem der sympathischsten der Show.

Backspin ins Klassenzimmer

Die Nachwuchsarbeit endet längst nicht an den Türen der Academy. Mit dem Programm »Flying Steps Education« bringen die »Flying Steps« Urban Dance direkt in Berliner Grundschulen. An mittlerweile rund 30 Schulen nehmen mehr als 3.000 Schüler*innen daran teil.
Dabei geht es nicht ausschließlich um Tanzschritte oder den perfekten Move: Bewegung, Teamgeist, Kreativität und Selbstvertrauen stehen ebenso im Mittelpunkt.
Wer die jungen Tänzer*innen beim »Classes on Stage« erlebt, erkennt schnell, dass dieses Konzept aufzugehen scheint.

19 Jahre Academy: Vom ersten Move zum Jubiläum

Die »Flying Steps Academy« selbst blickt inzwischen auf 19 Jahre Geschichte zurück. Im kommenden Jahr steht damit ein großes Jubiläum an. Was einst als Vision von Vartan Bassil begann, hat sich längst zu einer der größten Urban-Dance-Schulen Deutschlands entwickelt und bildet Jahr für Jahr Tausende Tänzer*innen aus.

Tänzerinnen in bunter Kleidung, die sich auch einer dunklen Bühne bewegen.

Dass hier Spitzenleistungen entstehen, beweisen die zahlreichen Wettkampferfolge.
Die ICU Group bis 14 Jahre war der Vize Weltmeister 2025. Auf der Bühne standen aber auch Formationen, wie die »Flying Dreamers« in der Altersklasse von sieben bis neun Jahren. Sie zeigten, wie viel Bühnenreife bereits in den jüngsten Talenten steckt und haben auch schon Titel gewonnen. Bemerkenswert.

Final Freeze: Eine Bühne für die Zukunft

Zum Abschluss betritt »Flying-Steps«-Gründer Vartan Bassil die Bühne. Seine Worte würdigen die Gemeinschaft, die hinter jedem Auftritt steht sowie das unglaublich Tolle, das jede*r einzelne von den Mitwirkenden seit der Gründung 1993 geleistet hat. Anschließend werden die Trainer*innen ausgezeichnet, die im vergangenen Jahr die meisten Unterrichtsstunden gegeben haben. Es gab einen verdienten Applaus für diejenigen, die täglich manchmal mehrfach den Takt vorgeben und unzählige junge Talente begleiten.

Nach dieser Show bleibt vor allem ein Eindruck zurück: Der Nachwuchs steht längst bereit. Vom ersten Toprock über den nächsten Spin zu den Go Downs bis zum sicheren Power Move wächst hier eine Generation heran, die den Urban Dance in den nächsten Jahren prägen wird. Wer erleben will, wie die Zukunft des Breakings aussieht, sollte nächstes Jahr in der Uber Arena einen Blick auf die Bühne werfen.

| ANNA NOAH
| Fotos: TINA KRATOSHVIL

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