/

Blätter

TITEL-Textfeld | Susanne Spielberger: Blätter

Grün, gelb, braun, Ast.
Wachsen, fallen, voller Hast
Schneiden in des Lebens Gast
Stunden, Tage, ohne Rast.

Volle Blüte, grüne Pracht.
Bäume, Blumen, Kräuter, erwacht.
Die Sonne küsst die Erde leicht
bis sie einer Blumenwiese gleicht.

Wind und Regen kehren ein.
Die Zeit vergeht, die Hoffnung klein.
Die Blätter tauschen ihr Gewand
und warten, auf was kommt, gespannt.

Kahl ragen sie, die Äst, empor
der Gast des Lebens – auch er fror.
Die Zeit, sie rinnt wie feiner Sand
bis sie kommt, die letzte Hand…

| SUSANNE SPIELBERGER

Ihre Meinung

Your email address will not be published.

Voriger Artikel

Let me introduce you to a Sound called House: February new Singles reviewed

Nächster Artikel

Lügenbaroness

Weitere Artikel der Kategorie »Lyrik«

Diogenes erwacht

Lyrik | Vierzeiler der Woche – von Michael Ebmeyer   Guten Morgen, liebe Sonne sag, wonach steht dir der Sinn?

Drei Gedichte

Textfeld | Wolfgang Denkel: Drei Gedichte

Schwerkraft

Leuchtgrüne Libelle, nadel-
dünn. Dein schimmernder
Flügel grüßt von so weit
her. Einst wollte auch ich
ihn mir wachsen lassen.

»Die Wahrheit ist ein Weib, aber ein Wasserweib«

Lyrik| Doris Runge: Zwischen Tür und Engel So harmonisch das Kloster in Cismar und das dortige »Weiße Haus« in die Landschaft Ostholsteins eingebunden sind, so angenehm ist sogar im Hochsommer zur Badesaison des nahe gelegenen Ostseebads die dortige Ruhe und »Insellage« des Klostergemäuers – schattig und kühl die Lage, besinnlich und fast meditativ der Ort und nur wenige Touristen machen hier einen Zwischenhalt. In diesem besonderen, abgegrenzten Areal lebt seit 1976 die mecklenburgische Dichterin Doris Runge. Anlässlich ihres 70. Geburtstags hat die Deutsche Verlagsanstalt in diesem August ihre gesammelten Gedichte in einem wunderbar gestalteten Sammelband herausgegeben – zwischen tür und

heidelberg-nord, abendlauf

TITEL-Textfeld | Şafak Sarıçiçek: heidelberg-nord, abendlauf der zeiger weist auf vier uhr früh die stadt liegt betrunken zu beiden seiten des neckars schwarzer wasserleibesfülle einsame lastwagen tuckern

Heimsuchung

Lyrik | Vierzeiler der Woche – von Michael Ebmeyer   Na los, Herr Wirt: einen Meter Morph! So brüllte der Fremde durchs Westerndorf