Feiner neuer Indie-Folk

Musik | The Franklin Electric: Blue Ceilings

Die Idee auf dem Terrain Jungenband nach hörbarer Musik zu suchen, habe ich nie. Allerdings kam an ›No Woman‹ von Whitney vergangenes Jahr niemand vorbei. Und auch The Franklin Electric haben eine Idee Einmaligkeit im Indie-Folk-Pop. Von TINA KAROLINA STAUNER

The Franklin Electric - Blue CeilingsAm Besten man klinkt sich sofort in die Mid- bis Up-Tempo-Stücke des Debutalbums ›This Is How I Let You Down‹ ein wie ›Unsatisfied‹, ›17‹, ›Uninvited‹. Nicht nachdenken, nur die Musik und den Rhythmus fühlen und erleben. Und dann gibt es da noch die Balladen. Zum Nachgrübeln und Träumen wie ›Show Me The Quiet Air‹.

The Franklin Electric sind Kanadier und kommen aus Montreal. In der Besetzung: Jean Sebastien Leblanc und Johnny Griffin (Gitarren), Kevin Warren und Liam Killen (Drums), Martin Desrosby (Bass) und Jon Matte (Vocals, Piano, Trumpet) . Neue Musiker, die man sich mal näher anhören könnte und neue Namen, die man sich merken sollte: Ihre minimalistisch-akustischen Gitarren mit folkig-beseelten Balladen und viel Spielraum für Gemütsstimmungen in manchen Facetten, mal mit überbordender Leichtigkeit, dann wieder melancholischen Anklängen und immer wieder Frohmütigkeit mit Tempo und auffallender percussionbetonter Rhythmusstruktur. Auch jazzige Momente fehlen nicht und stimmige Trompeten- und Pianoakzente. Alles wirklich sehr, sehr schön.

Beim Nashville Songwriting Contest gewannen The Franklin Electric unter 8000 Teilnehmern mit ihrem Song ›Old Piano‹. Das war im Bandgründungsjahr. Das beinahe geniale Debutalbum ›This Is How I Let You Down‹ wurde dann 2014 veröffentlicht.

Ihr zweites Album ›Blue Ceilings‹ ist nun etwas sperriger, unübersichtlicher und manchmal zu gefühlstriefend. Aber ›So Far‹ oder ›Can I Get It Back‹ zeigen sich doch noch von bestechender Songwriter-Kraft. The Franklin Electric mit immer wieder mal vorwärtstreibenden Rhythmusmustern, dem mehrstimmigen Gesang, feinen, einfachen bis vertrackten akustischen Gitarrenklängen, atmosphärischen Klavierpassagen und Trompetenmelodien, die sie als eine Art Geheimstrategie mit einsetzen, ziehen in ihren Bann.

»A song is like a friend or a lover. The more you listen to it, the more you get an understanding of their complexity and it sometimes create this magical feeling that surges without us expecting it«, soll Jon vor Jahre mal gesagt haben. Jon schrieb hauptsächlich die Lyrics und produzierte die bishrerigen Alben.

The Franklin Electric sind zurzeit auf Tour und am Donnerstag, 13.04.17 in München im Strom-Club zu sehen und hören.

| TINA KAROLINA STAUNER

Titelangaben
The Franklin Electric
„This Is How I Let You Down“ (2015)
„Blue Ceilings“ (2017)
(rough trade)

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