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Fuuuuusiooon!

Digitales | Games: DRAGON BALL FighterZ

Ein neues 2D-Kampfspiel mit dem wohl bekanntesten Affenalien der Welt? Mehr Action und Explosionen als je zuvor?!  Das kann nur ›Dragon Ball: FighterZ‹ sein! Von DANIEL MEYER.

Sind wir zu Beginn einmal ehrlich: Seit Beginn des ›Dragon Ball‹-Mangas Mitte der 80er Jahre wurden Videospiele rund um Son Goku und Co. nicht gerade mit Lob überhäuft. Zu schnell wurde der Franchise auf verschiedenen Konsolen verstreut, zu wenig zu den fast jährlich erscheinenden Titeln hinzugefügt, um den derzeitigen Ansprüchen noch richtig zu genügen. Es ist ein wenig wie bei einem alten Rennauto, könnte man meinen, das hier und da obligatorisch repariert wird und das trotzdem noch in jedem Rennen zum Einsatz kommen soll.

Neues Studio, neues Spiel!

Umso willkommener erschien vielen Fans deshalb wohl die Nachricht, dass sich Bandai Namco für ihren nächsten Titel, ›Dragon Ball: FighterZ‹, von Prügelspielveteran Arc System Works unter die Arme greifen ließ. Hohe Erwartungen, denn schon die ersten Ausschnitte des neuen Animeprüglers zeigten bereits all das, was ältere Spiele missen ließen: Dynamische Bewegungen, spektakuläre Animationen und dabei ein so klar und übersichtliches Kampfsystem, das sich selbst Anfänger schnell in das Getümmel werfen können. Nun, zwei Wochen nach Release (und gefühlt hunderter gemeisterten Herausforderungen später), müssen auch wir uns der breiten Masse fügen und eingestehen: ›Dragon Ball: FighterZ‹ hält wirklich, was es verspricht und könnte zu einem der besten – wenn nicht sogar dem besten – ›Dragon Ball‹-Spiele der letzten Jahre werden.

Boaah! Krach! Haaa! Wooaa!

Die Macher von Arc System Works scheinen durch ihre bisherigen Anime-Adaptionen ein Gespür dafür entwickelt zu haben, gezeichnete Figuren und Umgebungen perfekt in Szene zu setzen. ›Dragon Ball: FighterZ‹ ist das, was ›Dragon Ball‹ eigentlich schon immer sein sollte – ein regelrechtes Feuerwerk aus Farben und stylischen Animationen. Angelehnt an Spiele wie ›BlazBlue‹ oder ›Guilty Gear‹ darf man sich nun erstmals auf eine 2,5D Beat ‘em up-Version der DBZ-Serie freuen, in der fast jeder Ki-Angriff, jede Bewegung oder Schlagserie so ikonisch und detailgetreu daherkommt, wie man sie aus dem dazugehörigen Anime kennt. Grund hierfür ist die Umstellung von umständlich-klobigen 3D-Modellen (à la Budokai) zu weitaus lebendiger wirkenden 2D-Spritefiguren, die teils durch dynamisch wirkende Animationen, teils durch liebevoll zusammengesetzte Details zu etwas ganz Neuem, etwas weitaus Glaubwürdigerem verschmelzen. Charakterspezifische Schlag- und Attacken-Kombinationen tun dabei ihr übriges; werden sie doch nicht nur durch großartige Ton- und Bewegungsmuster untermalt, sondern durch kurze Zwischensequenzen, Kamerafahrten oder perfekt inszenierte Frameskips unterstützt. Ein Fest für die Augen!

Anfängerfreundlich und doch mit Lernkurve

Zudem schafft es ›Dragon Ball: FighterZ‹ die schwere Brücke zwischen anfängerfreundlichen Daddelpartien und einem kompetetiven Umfeld zu schlagen. Aufgrund des integrierten Autokombo-Systems lässt sich ein Großteil aller möglichen Angriffskombinationen bereits in wenigen Minuten erlernen (wobei das wiederholte Drücken einer der Schlagtasten oder das Hinzutun weniger Richtungsfelder zur Ausführung meist schon genügt). So können sich gerade Spielanfänger schnell über imposant aussehende Angriffsketten und Supernova-gleiche Finishing Moves freuen, ohne erst Stunden mit der Einübung komplizierter Tastenkombinationen zu verbringen (Ja, ich sehe dich an ›Mortal Combat‹). Gleichzeitig bieten gut getimte Konterangriffe und die genaue Einteilung von Ki-Parametern Möglichkeiten, jedweden Angriff des Gegners zu kontern und in eine eigene Schlagserie umzuwandeln, was vor allem erfahrenen Spielern einen geringen, aber für Ranglistenaufstiege essentiellen Vorteil einbringt. Das neue 3v3-System, in dem die Kontrahenten erstmals im Kampf aktiv zwischen drei vorher ausgewählten Charakteren wechseln können, erhöht die Rundenzeit darüber hinaus auf angenehme 2-3 Minuten und ermöglicht durch aktive Tausch- und Kombinationsattacken weitere Strategieebenen innerhalb des Spiels.

So viele Modi, so wenig Zeit

Wie auch seine Vorgängern bedient sich ›Dragon Ball: FighterZ‹ zudem mehrerer Spielmodi, die sich alle über eine öffentliche, nett anzusehende Forenplattform erreichen lassen. Freunde der Netzwerkspiele werden hier in einem regionalen, zweidimensionalen Raum mit maximal 64 anderen Spielern einquartiert. Mit den Chibi-ähnlichen Figuren und durch vorinstallierte Kurznachrichten á la »Hallo, lass uns kämpfen!« können Spieler miteinander kommunizieren und so allerlei Interaktionen, wie etwa interne Turniere oder private Spaßmatches, gemeinsam planen – eine nette Idee, die zum einen lustige Konversationen fördert, zum anderen jegliche Beleidigungsmöglichkeit (geben wir‘s zu, es gibt sie überall) präventiv eindämmt. Zur gleichen Zeit stehen einem erneut ein privater Arcademodus, in dem Gegnerscharen verschiedenster Schwierigkeitsgrade hintereinander geschlagen werden müssen, die überregionalen Ranglistenspiele sowie das höchsteigene, lokale 2-Spieler-Sofa-Duell zur Verfügung, die generell eine gute Abwechslung zwischen ernstem Wettkampf und einfacher Blödelei bieten können. Aus eigener Erfahrung war hierbei das Matchmaking jederzeit fair, benötigte jedoch geraume Zeit (ca. 2-3 Minuten), bis ein entsprechender Onlinegegner gefunden werden konnte.

Der Storymodus bleibt spieltechnisch hingegen leider weitestgehend seicht, könnte jedoch eingefleischten Fans einige lustig anzusehende Slapstickmomente bieten, insofern man lange genug durchhält: Erneut wird die Erde durch die Red Ribbon Armee bedroht, welche nicht nur die Dragon Balls dazu genutzt hat, alte Feinde (aka Freezer und Co.) wieder auferstehen zu lassen, sondern gleichzeitig einen Weg gefunden hat, jegliche Macht eines Kämpfers durch eine externe Seele (den Spieler) binden zu können.  Es beginnt eine, gelinde gesagt, eintönige Reise, in der man sich in einem Team von maximal drei Kämpfern schachbrettartig durch eine Schar sich kaum wehrender Klone prügelt, bis letztendlich zum großen Showdown der jeweiligen Seite gerufen wird. Man könnte es eine nette Gelegenheit nennen, sich mit der Mechanik der immerhin 24, zwischen ›Dragon Ball Z‹ und ›Super‹ existierenden, Charaktere auseinanderzusetzen – in den meisten Fällen findet man sich allerdings dann doch wieder in der lokalen Kampfarena wieder.

Fazit

Trotz kleineren Schwächen in der Story und dem gefühlt etwas zu gering gehaltenem Roster gelingt Arc System Works eines der besten ›Dragon Bal‹-Beat ‘em ups aller Zeiten. Gleichzeitig einsteigerfreundlich, wie auch tiefenkomplex, zieht einem das Kampfsystem in eine Welt voller detailreicher Animationen und fetziger Action, die man in einem ›Dragon Ball‹-Spiel nicht mehr missen möchte.

»Destructional Finish!!!«

Hat gefallen
  • Wundervolle Animationen
  • Detailreiche und einzigartige Charakterdarstellung
  • Rockige, passende Intonierung
  • Einfach zu erlernendes, dennoch schnelles Kampfsystem
  • Gutes Matchmaking System
  • Epische Endsequenzen, Finishing Moves
  • Lustige Sequenzen innerhalb des Story Modes
Hat nicht gefallen
  • Etwas lange Suchzeiten zwischen PvP Kämpfen
  • Schnell repetetiv werdende KI-Kämpfe innerhalb der Story

 

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| DANIEL MEYER

Titelangaben
DRAGON BALL FighterZ
Bandai Namco
Erhältlich für Playstation 4, Xbox One und PC.

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