Endlos …

Kinderbuch | Jutta Bücker: Noch einmal mit Heinz

Wir kennen es alle: das »Noch einmal«, wenn nicht Schluss sein soll mit dem, was gerade so furchtbar viel Spaß macht. ANDREA WANNER hatte Spaß an jeder Seite.

Noch einmal mit HeinzDer Spielplatz. Prima, die lieben Kleinen sind beschäftigt, können schaukeln, buddeln, klettern – oder rutschen. Aber irgendwann muss auch mal Schluss sein und es geht heim. Die Ansage kommt vom begleitenden Papa: »Ab nach Hause!« – dabei macht das Rutschen gerade soooo viel Spaß.
Also beginnt die Kleine mit einem »Noch einmal« und spielt es in allen erdenklichen Rutschvariationen durch: Noch einmal im Liegen, noch einmal von unten die Rutsche hochklettern, noch einmal mit dem Kopf voraus, noch einmal mit Heinz und noch einmal ohne…

Jutta Bücker reduziert die Geschichte auf drei Personen: ein kleines Mädchen, ihren Papa und Heinz und genau ein Spielgerät, die Rutsche. Der Himmel ist hellblau, der Untergrund grasgrün, die Rutsche leuchtet in kräftigem Blau und die Kleine in gelb-orange-geringeltem Kleidchen und roten Schuhen hebt sich deutlich ab.
Das Vergnügen steht ihr ins Gesicht geschrieben: große Kulleraugen, ein lachender Mund und rote Wangen. Kein Strich ist hier überflüssig: alles klar, selbsterklärend und voll fröhlicher Bewegung.

Das Ganze wirkt plastisch und genau beobachtet, inklusive der kleinen Reibereien zwischen den Kindern. Herrlich, wie die Person, die Heinz zum Spielplatz begleitet, aus dem Off mit nur einer sichtbaren Hand agiert. Ein offensichtlich geduldiger Vater lässt dieses ganze Noch-einmal-Spiel über sich ergehen, rutscht sogar noch einmal mit.

Das Blau am Himmel verblasst allmählich, die ersten Sterne tauchen auf. Und dann hat sich Jutta Bücker noch einen letzten kleinen Schlussgag einfallen lassen. Herrlich!

| ANDREA WANNER

Titelangaben
Jutta Bücker: Noch einmal mit Heinz
Leipzig: Klett Kinderbuch 2020
26 Seiten, 10 Euro
Bilderbuch ab 2 Jahren
| Erwerben Sie dieses Buch portofrei bei Osiander

Reinschauen
| Leseprobe

Ihre Meinung

Your email address will not be published.

Voriger Artikel

Brunettissimo – come sempre

Nächster Artikel

Jede Menge Glücksportionen

Weitere Artikel der Kategorie »Kinderbuch«

Ein Küken auf Selbstfindung

Kinderbuch | Sebastian Meschenmoser: Chick

Ein Kinderbuch, das sogar einen wahren Hintergrund hat: Sechs kleine, frisch geschlüpfte Küken leben in einem Karton. Und eines dieser niedlichen Küken macht schon früh ganz energisch auf sich aufmerksam. Aber wie wird die Zukunft aussehen für die kleinen Federbälle? Sebastian Meschenmoser ist mit ›Chick‹ ein Bilderbuch mit sehr überraschendem Ausgang gelungen, meint BARBARA WEGMANN.

Forever young

Kinderbuch | Astrid Lindgren: Michel aus Lönneberga

Wie ließe sich der 60. Geburtstag eines ewigen Lausbuben besser feiern, als mit einem fast 400 Seiten starken Sammelband. ANDREA WANNER freut sich.

Ein Bär ohne Winterschlaf, Sterne und Hasen

Kinder- und Jugendbuch | Ein Gang über die 61. Internationale Kinder- und Jugendbuchmesse Bologna

Der Hans-Christian-Andersen-Preis ging dieses Jahr an den Österreicher Heinz Janisch und den kanadischen Illustrator Sydney Smith – sehr verdient. Aber die Internationale Kinder- und Jugendbuchmesse in Bologna ist vor allem eine Entdeckungsreise für Kinderbuchenthusiasten, die sich zum Glück nicht um Preise, Auflagen oder Lizenzen kümmern müssen. Ein Gang über die diesjährige Messe von GEORG PATZER und SUSANNE MARSCHALL.

Das Geheimnis am Murmelpfad

Kinderbuch | Kai Lüftner: Der Verwechsling

Alte Sagen und Märchen haben immer etwas Geheimnisvolles, etwas in den Bann Ziehendes. Der Verwechsling ist so eine Geschichte und spielt auf der dänischen Ostseeinsel Bornholm. Ganz lebendig spuken hier noch Elfen, Trolle, Zwerge oder Riesen. Schnell ist klar: Dieser Stimmung und Spannung kann man sich nur schwer entziehen. BARBARA WEGMANN ist eingetaucht in die magische Geschichte.

Viel mehr als eine Farbe

Sachbuch | Bobby Kastenhuber (Hrsg.): Rot

Blut, rote Ampel, Tomaten und der Stier, vor dessen Augen man mit dem roten Tuch herumwedelt, kommen mir als erstes in den Sinn, wenn ich an ROT denke. Aber dass das viel zu wenig ist, merke ich schnell, als ich das Buch aufschlage. Unglaublich, was mich da erwartet – findet ANDREA WANNER.