Bunte Mischung

Sachbuch | Endlich ab ins Wochenende

Eins steht fest: Hier gibt es viele, viele Anregungen und bei so einer inhaltlich und gestalterisch bunten Mischung ist auch sicher für jeden etwas dabei. Jede Woche ein neues Wochenende, jede Woche die Chance, für zwei Tage Urlaub vom Alltag zu machen. BARBARA WEGMANN ist auf die Suche nach attraktiven Zielen gegangen.

Das Cover zeigt mehrere Landschaften und ReisezieleAuch das steht fest: »Deutschland ist unglaublich vielfältig. So vielfältig, dass man mühelos 52 Wochenenden im Jahr so abwechslungsreich gestalten kann, als würde man jedes Mal in ein anderes oder fernes Land reisen.« Na ja, das mit dem anderen oder fernen Land lassen wir mal so stehen …

Viele der hier vorgestellten Ziele bieten sich zu besonders einer der vier Jahreszeiten an, sei es die Apfelblüte im Alten Land, wenn das Frühjahr da ist, Deutschlands Seen und Küsten im Sommer, im Herbst vielleicht bunte waldreiche Regionen und im Winter die attraktiven Schneeregionen.

Regionen und Städte, ganz besondere Veranstaltungen oder sehenswerte Naturräume, das Buch bietet auf 368 Seiten eine ausgesprochen bunte Mischung. Natürlich können auf 6 bis 8 Seiten pro Station Orte, Landschaften, Besonderheiten, sehenswerte Städte und Stätten nur angerissen werden. Zumal in kleinen Info-Kästchen besondere Hinweise zum Ausgehen, Übernachten und Shopping natürlich nicht fehlen dürfen und noch hinzukommen. Ein Ideenfundus für ein ganzes Jahr und mehr. Ein Reise-Kaleidoskop mit ganz unterschiedlichen Angeboten, ein erstes Kennenlernen, ein Steckbrief, Kurzporträts. Alles von Layout bis hin zu fotographischer Gestaltung, von gut lesbaren Texten bis zu farblichen Darstellungen, das passt und ergibt ein Buch, in dem man gerne blättert und sich anregen lässt.

Dabei stößt das Buch verständlicherweise aber auch schnell an seine Grenzen: Die ausgewählten Hotels orientieren sich eher an der oberen Grenze, unter »Shopping« findet man nicht allzu viel und sicher auch nicht unbedingt immer Typisches. Letztlich richtet sich das Buch auch eher an Menschen, die nicht so oft verreisen und vielleicht jetzt erst entdecken, dass das Jahr 52 Wochenenden hat, die man mit wunderbaren Kurztrips gestalten kann. Von daher sind der Dom in Köln oder Trier, das alte Rathaus in Münster oder Leipzig, Schlösser, Museen oder der Hamburger Fischmarkt Ziele, die nicht unbedingt neu sind und in diesem Buch erstmals erwähnt werden. Immer dasselbe könnte man sagen, aber: Attraktionen bleiben nun ja auch mal Attraktionen. In Zeiten des Internets allerdings hätte man sich so manchen Link gewünscht, der eigene, weitergehende Recherchen beflügeln würde.

Spannend wird das Buch allerdings, wo es um Regionen geht, um Landschaften. Die Mecklenburgische Seenplatte beispielsweise. Das »einzigartige Naturparadies« hat gerade im Sommer viel zu bieten. Ob es das Wattengebiet ist, die Region Niederrhein, die Lüneburger Heide oder das Erzgebirge, hier ist die Dichte der Informationen attraktiv, diverse Orte werden in kurzen Spots beleuchtet. Hier gibt es ganz sicher noch Vieles zu entdecken und zu erkunden. Da macht es Spaß, für ein Wochenende eine Tour durch die kleinen Orte zu planen, das kann der Harz sein, der Schwarzwald, oder zum Beispiel das Vorpommersche Boddengebiet. Ahrenshoop, Prerow oder Zingst, die Ortsnamen hat man gehört, aber zu entdecken gilt die fantastische Landschaft dazwischen, also, geplant oder spontan, freitags mit Koffer und Rad, Wohnmobil oder einfach nur so »Ab ins Wochenende«.

| BARBARA WEGMANN

Titelangaben
Sachbuch | Endlich ab ins Wochenende
1 Jahr – 52 Ziele in Deutschland
München: Kunth Verlag 2020
368 Seiten, 29,95 Euro
| Erwerben Sie dieses Buch portofrei bei Osiander

Ihre Meinung

Your email address will not be published.

Voriger Artikel

Ziemlich eigenwillig

Nächster Artikel

Gelöst

Weitere Artikel der Kategorie »Sachbuch«

Boden ohne Blut, bitte!

Menschen | Michael Brenner (Hg.): Geschichte der Juden in Deutschland von 1945 bis zur Gegenwart Die schlechte Nachricht zuerst: Nein, es hätte sie nicht geben sollen – Juden und Geschichte in diesem Land nach der Shoah. Weder für die gojischen Deutschen noch für den Jüdischen Weltkongress. Jetzt die gute: Doch, es gibt sie wieder! Wie, gegen welche Widerstände und durch welche Kräfte sie trotzdem zustande kam, zeichnet die von Michael Brenner herausgegebene Geschichte der Juden in Deutschland von 1945 bis zur Gegenwart nach. Ohne Scheu vor ungemütlichen Fakten und ohne »Oh-wie-schön!«-Schmu. Von PIEKE BIERMANN

Von Anfang bis heute

Kulturbuch | Klaus Schikowski: Der Comic. Geschichte, Stile, Künstler Ein kundiger und launiger Streifzug durch die Comic-Historie: Klaus Schikowskis kulturgeschichtlicher Abriss ›Der Comic‹ verdichtet knapp, aber umfassend ein grundlegendes Wissen über Geschichte, Stile, Künstler des Mediums. Von CHRISTIAN NEUBERT

Schwerstarbeit für Vogeleltern

Sachbuch | Heinz Schmidbauer: Ein Garten voller Vögel

Man muss nicht in die Regenwälder dieser Welt fahren, um attraktiven Vogelarten zu begegnen, nicht in die Tropen, um spektakuläre gefiederte Farbspiele zu bewundern, dieser Bildband bleibt ganz, ganz nah, in heimischen Gärten. Er sensibilisiert für eine gefährdete Tierwelt, die viel zu wenig wahrgenommen wird, die aber durchaus in unserer direkten Umgebung anzutreffen ist. Und das schafft dieses Buch mit einzigartigen Mitteln, wie sich BARBARA WEGMANN überzeugen konnte

Kampf dem Klimawandel: Neue Geschichten braucht die Welt

Sachbuch | Cyril Dion: Kurze Anleitung zur Rettung der Erde

Alleine vor dem Klimawandel zu warnen bringt wenig, schreibt der französische Autor und Aktivist Cyril Dion im Vorwort seines Buchs ›Kurze Anleitung zur Rettung der Erde‹ und alle, die schon mal vor etwas gewarnt haben, irgendwas, egal was, wissen, dass er damit recht hat. Warnungen werden gerne in den Wind geschlagen. Warum Dion schon im folgenden Kapitel vor wahrscheinlichen Änderungen durch den Klimawandel warnt, bleibt sein Geheimnis. Von BASTIAN BUCHTALECK

Herr Maurer macht sich Sorgen

Gesellschaft | Marco Maurer: Du bleibst, was du bist. Warum bei uns immer noch die soziale Herkunft entscheidet Bildung als beste Chance zum Aufstieg, sozial, ökonomisch, gleich, von welchem Ausgangspunkt, gilt als gesellschaftlicher Konsens. Die sogenannte Bildungsdebatte entlarvt das als Mythos, solange es die Debatte gibt, und sie hat wirklich Jahrzehnte auf dem Buckel. Marco Maurer, um einiges jünger als die Debatte, hat die Legende nun auch entdeckt. Sie macht ihm gewaltig Sorgen. Nicht nur der Bildung wegen, das ist ihm zu wenig, sondern gleich wegen der Demokratie überhaupt. Von MAGALI HEISSLER