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Anm. Seite 13

TITEL- Textfeld | Wolf Senff: Anm. Seite 13

Ach Stellvertreter! Die Abläufe müssen überschaubar sein, verstehst du, überschaubar, nicht überladen. Nein, du verstehst nichts, du kannst nichts verstehen, du hast nie Liu Xies Schrift über den literarischen Geist und das Schnitzen von Drachen gelesen, nicht wahr, in der er sich über kosmische Ordnung äußert und über den Atem der Literatur. Daß Liu Xie vor eintausendfünfhundert Jahren lebte, ein Zeitgenosse des hochgeehrten Hui-neng, das soll dir das Lesen nicht verleiden: Laß dir Zeit, Stellvertreter Erbsenzähler, laß dir viel Zeit, ddd, Schlaumeier, du wirst sie brauchen.

Das Geschehen ist verwirrend wechselhaft, didLdD, und unser Personal bei weitem zu zahlreich. Ein Roman hat eine Seele. Du verstehst: er hat vitale Kraft, er  atmet – beschäftige dich mit der Landschaftsmalerei der Tang-Zeit, Stellvertreter Erbsenzähler, das chinesische Wort für Landschaftsmalerei lautet übersetzt Berge-Wasser. Du wirst dich sehr wundern, daß das Farbige und Bunte verachtet wurde. Lies über die Knochenmethode in der Führung des Pinsels oder frag’ die Greis-Hustedt, ob sie sich darin auskennt, seit neuestem malt sie Miniaturen in Schwarz.

Das ist dir fremd, nicht wahr, du hast dein Leben lang nicht darüber nachgedacht, was das ist, eine Seele, nicht wahr? Eine Seele, verstehst du, Stellvertreter, eine empfindliche Seele ist leicht einmal gekränkt, ihr stockt der Atem, ding, und deshalb muß Ordnung herrschen, ihre Kanten und Ecken müssen geschützt sein. Nein, nicht geglättet, nicht stromlinienförmig, mit deinen Flugzeugen nicht vergleichbar, Erbsenzähler, eine Seele ist nicht von eurer Welt, Stellvertreter, eine Seele ist nicht gewöhnlich, sie kennt keine dünkelhaften Vorgesetzten, keine Befehlsstruktur, und für überflüssiges Personal, mein Lieber, für nicht enden wollendes Geschwätz, gar für Herrenwitze, die du, wärest du verheiratet, unbekümmert auch in Gegenwart deiner Ehegattin erzählen würdest, ja so einer bist du, mein Lieber, ding, ich kenne dich, für deine Herrenwitze besteht kein Bedarf, omG in welchem Jahrhundert leben wir, ganz und gar nicht, nicht in dieser Erzählung, bitte, das mußt du verstehen, Stellvertreter, spring über deinen Schatten, Stellvertreter, es wäre ein Anfang und eine Chance, Oms, und studiere vor allem die Landschaften der Südlichen Schule.

Porschefahrer, Secondhandporsche-Fahrer. Du hast den japanischen Lehrer durch die Stadt kutschiert, Tonaka-Sensei, so prächtig der Blick von der Elbphilharmonie, und hättest dir deshalb nicht extra deine karminrote Krawatte umbinden sollen, ja an den Abenden leitet Tonaka-Sensei das Bogenschießen.

Oesterreich hat das arrangiert, nicht wahr, jedesmal ist es Oesterreich, Oesterreich Kyoshi Strippenzieher ein Wirrkopf, fasziniert von Kultur und Umgangsformen der japanischen Kriegerkaste, omG in welchem Jahrhundert leben wir! Wem nie ein Zweifel am eigenen Verhalten aufkommt, der macht sich in diesen Tagen innerhalb kürzester Frist einen lauthals tönenden Namen, didLdD. Weiß Gott, Stellvertreter Erbsenzähler, wir stellen hier keine Galerie der Wirrköpfe auf, wir haben genügend davon in diesem Verein, es ist ein Elend, am besten sähen wir darüber hinweg, und nun wird auch Tonaka-Sensei da hineingezogen, omG das wäre nicht nötig gewesen.

Tonaka-Sensei genoß die Situation. Man sehe den 911 in Japan leider selten, ein unvergleichlicher Genuß, in ihm gefahren zu werden – und du, Stellvertreter, weshalb unterbrichst du ihn nicht und weist darauf hin, daß er nicht im 911 sitzt, sondern im Cayman?

Welche Fahrkultur, schwärmte Tonaka-Sensei: Wer weiß ob nicht Porsche sogar, er schmunzelte wie über einen Gedankenblitz, ein heimlicher Sponsor von 9/11 war, das war eine geschmacklose Bemerkung, sei’s drum, lang ist’s her, Humor ist ihm nicht fremd.

Ein Turnierpferd meines Freundes, fügte er hinzu, heißt Porsche, wir Japaner lieben die Geschwindigkeit und den Fortschritt, das Land blühe auf in der Kultur des Industriezeitalters, und du, Stellvertreter, du zeigtest ihm das Museum für Kunst und Gewerbe, das hast du dir fein ausgedacht: Mittagessen in der Destille, anschließend den Blick vom Rathaus durch die Arkaden zur Alster, du fuhrst die Elbchaussee nach Blankenese: Oh!, rief Tonaka-Sensei bewundernd aus: Die weitläufigen Villengrundstücke!, ihr trankt Kaffee bei Lühmann und ließet euch die großzügig geschnittenen Stücke der Torte schmecken: Apfel-Mohn und Himbeer-Vanille – ja, das vermerken wir als eine Schokoladenseite der Stadt, als eine Sahneschnitte, nicht wahr, und in welchen Zeiten lebst du, Stellvertreter, die Wirklichkeit hat längst Schneisen geschlagen, hat Armut und Elend in der Stadt etabliert, die Schattenseiten, Stellvertreter, sie finden keinen Platz in deinem Kopf, nicht wahr, weißt du, woran das liegt, du weißt es nicht?

Er ist einer von denen, die das Großflugzeug herstellen, das dieser Stadt, wir erinnern uns, so generös, so angestrengt wohlwollend vorgeführt wurde, Zehntausende stierten damals in den Himmel, welch exzellentes Marketing, absolut vorbildlich, makellos, diese Stadt lebt von kühnen Events, noch die Evakuierungsübungen für den A 380 wurden als eine party zelebriert, sie sind gegen die amerikanische Konkurrenz in Verzug, doch zeitig genug geriet jene Konkurrenz ins Schlingern, die Krise der Finanzwirtschaft schlug breite Schneisen, und die Abstürze der 737 waren ein schwer verdaulicher Schlag.

Ingenieur Stellvertreter, auf dem Kopf noch die blonden Locken der Jugend, gehörig kurz geschnitten für den arrivierten Anfangsvierziger, dazu ein halbherziger Versuch, sie mit Gel zu bannen, das Gesicht pausbäckig, ein Quintaner, dem Flaum auf Kinn und Oberlippe sprießt.

Hat im Kopf, welche Teile in welcher Reihenfolge montiert werden, der Schlaumeier. Man möchte meinen, diese Exemplare seien ausgestorben oder mindestens auf der Liste für bedrohte Arten notiert, ha! so schnell stirbt sich nicht aus! Gehen Sie in das Gefängnis! Begeben Sie sich direkt dorthin! Gehen Sie nicht über Los! Nehmen Sie nicht viertausend Mark ein!

Jawohl, es handelt sich um einen Rauswurf, eine Entlassung, Oms, du wirst freigesetzt. Aus betrieblichen Gründen, das trifft auch andere, nicht wahr, also bitte, die Jahre des Wohlstands sind vorüber, unwiderruflich, ding, eine neue Zeit bricht an, alles Lamentieren ist zwecklos, wir sind da in guter Gesellschaft, wir bitten um Ihr Verständnis.

Setz dich in deinen Porsche, deinen Second-hand-Porsche, Stellvertreter Erbsenzähler, und tritt aufs Gaspedal, gräm dich nicht, wer wird dich schon vermissen.

Die Macht muß in einer Hand liegen. Worte des Kyoshi. Oesterreich, jedesmal ist es Oesterreich. Jawohl, Stellvertreter, er zieht die Fäden, in gewissem Sinne, wir erwähnten es, also wende dich an ihn. Nein, nein, nichts Besonderes daß jemand rausfliegt, Stellvertreter, lies den Roman No. 7 von Heimito von Doderer, der, ich erwähnte es anderenorts, expediert zwei junge Frauen: Also: hinaus mit euch. Jeder noch einen kräftigen Tritt in den fetten Popo; freilich moderat; mit Patschen, Filz-Patschen. Mit Stiefeln net – sehr aus dem Bauch entschieden vielleicht, Finy und Feverl waren hübsch, sympathisch, anstellig, der Doderer hätte noch gut etwas draus machen können, er wollte halt nicht, was kann man tun.

Da können unsere Leser ja froh sein, daß es nur um dich geht. Schön, es hätte genauso gut den Dulzdorf treffen können, da hast du recht, eine wenig ansprechende Figur, aber was soll’s, verstehst du, wir führen sowieso schon eine Menge sonderlicher Charaktere in dieser Erzählung: den Strippenzieher, die Brückner, den Rötzer, den Lantz, den Dulzdorf sowieso – einer wie der andere äußerst unerfreulich, nicht wahr, und ich könnte mehr dieser Wirrköpfe nennen, da muß man ein Exempel statuieren. Mit der Faust auf den Tisch, du verstehst.

Klare Verhältnisse. Gleich zu Beginn, wann sonst? Streicht der Wind über Gras, dann biegt es sich.

Stimme: Das ist ein hartes Wort, und dennoch sag ich’s. Ich kann kein Volk mir denken, das zerriss’ner wäre. Handwerker siehst du, aber keine Menschen, Denker, aber keine Menschen, Priester, aber keine Menschen, Herrn und Knechte, Jungen und gesetzte Leute, aber keine Menschen – wenn sie nur bescheiden wären, zum Gesetze nicht sich machten für die Bessern unter ihnen!

Keine Aufgeregtheit, Stellvertreter Erbsenzähler, bitte, dir stößt nichts zu. Nein, nein, du wirst nicht abstürzen, du fällst nicht in ein schwarzes Loch, was glaubst du, Schlaumeier, nichts davon, zerbrich dir nicht den Kopf wegen solch einer Lappalie, das Leben geht weiter. Keine Einwände, Stellvertreter, nein, geh stell dich hin im Flur des Dojo und erzähl denen, die dir zuhören möchten, was du für die Ursachen der Finanzkatastrophe hältst, oh nein du wirst es Finanzkrise nennen, du Schlauberger, und erklär‘ uns den Brexit, erklär‘ die Inflation, erwähne den Bau des Flughafens Beijing, ob Stuttgart 21 je fertiggestellt wird, und füg meinethalben lobende Sätze über den Eisenbahnchef hinzu, wie war gleich sein Name, den du als einen exzellenten Unternehmer schätzt, ist er nicht längst entlassen, erklär denen deine Welt, Erbsenzähler, und laß uns in Ruhe damit.

Das Ensemble muß nun einmal eingegrenzt werden, tut mir für dich leid, auch eine Erzählung muß einsparen, rationalisieren, das wirst du verstehen, und sei es einen Abteilungsleiter Schlauberger, sonst tritt der Erzählfluß über die Ufer, und das wäre vergeudete Energie, es würde zu Spannungen und internen Komplikationen führen. Letzten Endes eine Kostenfrage, alles ist eine Kostenfrage. Eine Leiche, sagst du? Jetzt übertreibst du aber. Komm mir nicht mit Moral, dieses Wort kennst du gar nicht.

Leiche, Stellvertreter, das wäre nun wirklich das falsche Wort. Ich schweife ab, ich schweife ungern ab. Leichen, Stellvertreter, verstehst du, Leichen fallen täglich im Nahen Osten an und in der Ukraine. Als ob dort nicht schon hinreichend Menschen ums Leben kämen, Stellvertreter, die Verzweiflung nimmt kein Ende, du solltest das nicht schönreden, akF, jede Ordnung ist zerbrechlich, Stellvertreter, auch die Ordnung dieser Erzählung, so unvorstellbar zerbrechlich, Stellvertreter, du kannst dir nicht ausmalen, wie sensibel so eine Romanseele ist, und da sortierst du mir eine Leiche in meinen Roman!

Leichen, Stellvertreter. Wir müssen achtgeben, welche Worte wir verwenden, Stellvertreter. Ich schweife ab, ich schweife ungern ab,  lieber steuern wir geradewegs das Ziel an, stolz, aufrecht, mit hochgeklapptem Visier, so wie der Pfeil fliegt. Unsere Sprache ist voller Anmut, Jahrhunderte sind in ihr verwurzelt, sie ist ein teures Geschenk wie auch unser blauer Planet ein teures Geschenk ist. Ich fürchte, du verstehst nicht, was das bedeutet, Schlaumeier, darüber, mein Lieber, denkst du nicht nach. Wir müssen unseren Blick für unsere Worte schärfen, für ihre Grazie, für ihre Eleganz, das ist mühsame Arbeit, jeder von uns trägt Verantwortung, Stellvertreter Erbsenzähler, da gibt’s kein Pardon.

Vor Jahren, du erinnerst dich, schrieben die Nachrichtenagenturen Entsorgungspark und jedermann plapperte es nach, so unaufmerksam sind die Leute, das führt dir den unseligen Einfluß der Nachrichtenagenturen vor Augen, die Sprache ist in die Hände der Designer und der Werbung gegeben, der Schönredner, und zurecht werfen wir denen Gehirnwäsche vor. Da bleibt selten Platz für Großzügigkeit und Toleranz.

Auf lange Sicht kommt es teuer, mithilfe der Medien zu herrschen, so viel Kapital wird vergeudet, der Aufwand nimmt kein Ende, doch einem jeden von uns ein X für ein U vorzumachen – das schaffen sie nimmermehr. Kaum ist hier eine Lücke geschlossen, tut sich dort eine auf, in der Phantasie erst beweist sich das Leben, didLdD, das ist das Schöne daran, die Gedanken sind frei, nicht wahr?

Hast du gesehen? In den Zeitungen wird wieder Müllkippe geschrieben. Das läßt hoffen, trotz allem, nicht, Schlaumeier? Also genug der Plauderei, und gräm dich nicht, alter Schwede, es hat keinen Sinn, du wirst nunmehr diese Seiten wie angekündigt verlassen, auf mich kannst du bauen, Oms.

Unternimm etwas Streßfreies, jetzt hast du Zeit. Wäre ich du, Erbsenzähler, ich würde Achterbahnen sammeln. Das ist dein Metier, Stellvertreter Erbsenzähler, absolut, und bin ich nicht ein Menschenfreund, daß ich dir auf die Beine helfe? Ich biete dir den Sozialplan, gewissermaßen.

Du buchst einen Flug nach Six Flags, New Jersey, und fährst auf der Kingda Ka – das ist gleich zuerst ein ausgefallenes Exemplar, extrem im Charakter, du verstehst, keine Loopings, keine Schrauben, keine Umschwünge, keine überneigten Kurven, sondern nichts als eine Anfahrt, dann zieht sich der Wagen an einer phallusähnlichen Form aufwärts und stürzt von der Spitze blitzartig ab. Aus hundertneununddreißig Metern Höhe. Hat nicht unbedingt etwas mit herkömmlichen Achterbahnen zu tun. Eben für deinen besonderen Geschmack, Stellvertreter, du dokumentierst das Erlebnis photographisch, so etwas muß sein, schreibst dazu einige Zeilen Tagebuch, und dann ab zur nächsten, Stellvertreter Erbsenzähler: nur keine Scheu vor dem Heidepark, die Colossus ist die vierthöchste Europas, eine Holzachterbahn, du stürzst aus sechzig Metern Höhe ab, ein absolut geiles Gefühl, laß dir das nicht entgehen, vergiß deine Abteilungsleiterwelt, vergiß sie, und weshalb nicht Japan, Japan liegt dir näher, Fujikyu Highland zwischen Yamanashi und dem Berg Fuji, oder die wirklich imposante Steel Dragon 2000 im Nagashima Spa Park, gar nicht weit von Asahi in der Präfektur Mie, sie ist zweikommavier Kilometer lang, das wäre etwas für dich, klar, Stellvertreter, also trödle nicht! Nichts wie los! Weg von hier!

Und nicht verwechseln, Erbsenzähler: Six Flags, New Jersey, und Six Flags, New Orleans, könntest du auch, aber denk dran, seit Kathrina ist Six Flags, New Orleans, stillgelegt, ja, außer Betrieb, ich sag’s doch, aber sicher kann man es aufsuchen gewissermaßen aus archäologischen Interesse, so etwas geschieht, das hat ein apartes melancholische Flair, omG, und atmet den Hauch des finalen Desasters, überleg’s dir.

| WOLF SENFF

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