Der Ernst des Lebens

Kinderbuch | Emi Guner: Nina. Endlich Schulkind

Der Schulanfang ist ein wichtiger und großer Schritt im Leben eines Kindes. Wie die ersten Monate aussehen können, erzählt Emi Guner im zweiten Band um Nina. Von ANDREA WANNER.

Ein lachendes Mädchen mit einem Schulranzen auf dem Rücken sitzt auf einer Mauer. Im Hintergrund ist ein Schulgebäude zu sehenGerade noch hat Nina ›Ein grandioses letztes Jahr im Kindergarten‹, so der Titel von Band 1, erlebt, und jetzt ist soweit: ›Endlich Schulkind!‹

Am ersten Tag ist wirklich alles aufregend. Schon sich zu melden und »Hier!« zu sagen, wenn die Lehrerin die Namen aufruft, kostet Kraft. Aber trotzdem toll. Und schließlich hat Nina ja den glatten, schwarzen Stein, den ihr ihre große Schwester Julia geschenkt wird mit dem Tipp, ihn immer dann in die Hand zu nehmen, wenn es aufregend wird und dann die Kraft zu spüren, die von dem Stein ausgeht. Es funktioniert. Außerdem lassen alle Erstklässler und Erstklässlerinnen einen Ballon steigen. Und die anderen Kinder wirken eigentlich alle sehr nett.

Witzig und einfühlsam sind die kleinen Episoden, die die quirlige Kleine durch die erste, spannende Zeit begleiten. Da gibt es Ingrid und Cora, mit denen sich Nina anfreundet. Es gibt Probleme mit dem Klo und einen Arztbesuch, nach dem dieses Thema mehr oder weniger erledigt ist. Es gibt keine Reibereien und Highlights wie Halloween. Neugierig nähert sich Nina dem Fremden, Ungewohnten ab, erlebt Enttäuschungen und Frust, aber auch jede Menge schöne Momente.

Emi Guner fängt die Stimmung einer Grundschulklasse treffend ein, berichtet davon, wie es wunderbare Bezugspersonen in Ninas Leben gibt, wenn es mal nicht rund läuft. Das motiviert und tröstet, macht Mut und Lust auf Schule.

Wie schon beim ersten Mal hat Anne-Kathrin Behl die Illustrationen beigetragen. Eine stupsnasige, muntere Kleine mit großen runden Augen: So zeigt sich die Sechsjährige in Aktion: Auf dem Cover in Farbe, im Innenteil in Schwarz-Weiß. Aber wer selber schon in die Schule geht, kann das mit den Farbstiften aus dem Mäppchen ja ganz schnell ändern und die Bilder so bunt malen, wie es die Geschichten sind.

| ANDREA WANNER

Titelangaben
Emi Guner: Nina. Endlich Schulkind
Illustriert von Anne-Kathrin Behl
Leipzig: Klett Kinderbuch 2022
128 Seiten, 14 Euro
Kinderbuch ab 6 Jahren
| Erwerben Sie dieses Buch portofrei bei Osiander

Reinschauen
| Leseprobe

Ihre Meinung

Your email address will not be published.

Voriger Artikel

Mit Schirm, Charme und dem kaiserlichen Geheimdienst

Nächster Artikel

Zweifel säen, Gewissheiten zerstören

Weitere Artikel der Kategorie »Kinderbuch«

Wo Licht ist…

Bilderbuch | Vincent Bal: Shadowology Schatten? Klar. Wenn Licht auf einen Gegenstand trifft, dann wird die unbeleuchtete Fläche auf weitere Gegenstände projiziert. Das Spiel von Licht und Schatten macht Vicent Bal zu einer amüsanten wissenschaftlichen Disziplin – ohne tatsächlich wissenschaftlichen Anspruch aber mit viel Sinn für Humor, findet ANDREA WANNER.

Die Macht der eigenen Landkarte

Kinderbuch | Nicola Davies: Ich mal mir meine Welt

Ein paar Farbstifte und schon kann es losgehen: Wem fällt beim Titel dieses Bilderbuchs nicht ganz spontan Pippi Langstrumpfs berühmtes Credo ein: »Ich mach' mir die Welt, wie sie mir gefällt«? Selbstbestimmung, Optimismus und die Kraft der eigenen Fantasie sind darin sofort spürbar. Doch in diesem Buch geht es um etwas noch Grundsätzlicheres, findet ANDREA WANNER.

Große Shoppingtour

Kinderbuch | Stefanie Schütz: Pit und Pelle gehen einkaufen

Einkaufen gehört für viele eher zu den lästigen Pflichten. Dafür zu sorgen, dass im Familienkühlschrank Milch und Butter sind, das Brot in ausreichender Menge vorhanden und auch der Belag nicht ausgeht, hat wenig mit kreativer Freiheit zu tun. Wenn sich die Jüngsten an den Einkauf wagen, sieht das ganz anders aus. ANDREA WANNER freute sich an einer Einkaufstour der besonderen Art.

Stau

Kinderbuch | Susanne Straßer: Rutsch doch, Dachs!

Verkehrsbehinderung, bei der sich Fahrzeuge auf einer Straße nur noch langsam oder gar nicht mehr fortbewegen können, sind lästig. Und es gibt sie eben nicht nur auf der Autobahn, sondern tatsächlich auch auf dem Spielplatz, wenn sich jemand unangepasst verhält- so wie Dachs. Von ANDREA WANNER.

Trauerarbeit

Kinderbuch | Tom Kelly: Die Sache mit Finn

Alles ist anders seit der Sache mit Finn. So anders, dass der 10jährige Danny es zu Hause einfach nicht mehr aushält. Er kauft sich eine Zugfahrkarte und reist ans Meer, dorthin wo er mit Finn zusammen glücklich war. Von ANDREA WANNER