Jung und alt begegnen sich im Bilderbuch

Kinderbücher | Bilderbücher

Unser Bild von alten Menschen unterliegt einem stetigen Wandel: In den Medien begegnen uns zunehmend fitte Seniorinnen und Senioren, die das Leben nach dem Ruhestand genießen. Und wie sieht das in Bilderbüchern aus? ANDREA WANNDER hat einen Blick auf aktuelle Titel geworfen.

Oma und Enkel sitzen auf einer Parkbank. Im Hintergrund sind Bäume und ein Riesenrad zu sehen.»Oma, wie ist das, alt zu sein?«, will die Enkeltochter wissen. Die Großmutter, groß und schlank mit Ringelpullover und Hose, gibt bereitwillig Auskunft, während sie auf ihre beiden Enkelkinder aufpasst und mit ihnen auf dem Jahrmarkt unterwegs ist. »Ach, das ist genau wie jung sein. Nur ein bisschen anders«, bringt sie ihre Antwort auf den Punkt, nur um dann doch ein bisschen genauer zu beschreiben, was die ganz Jungen und die Alten verbindet und trennt. Schön, dass Bettina Obrecht so eine konkrete Frage formuliert. Schade, dass sie in den Antworten eher banal und verallgemeinernd bleibt, statt eine Frau mit Lebenserfahrung wirklich aus ihrem Leben erzählen zu lassen. »Wenn du klein bis, hast du viele Menschen lieb. Wenn du alt bist auch«, ist zweifelsohne richtig. Aber warum solche Plattitüden, statt wirklicher Geschichten? Julie Völks federleicht Illustrationen mit viel Pastell und zarten Strichzeichnungen, die andere Zeitebenen andeuten, bringen dann doch viel Tiefe in das Bilderbuch, das schön angedacht ist, aber aus dem man mehr hätte machen können.

Sechs Kinder steigen die Stufen zu einem Altersheim hinauf.Nach den spannenden Waldtagen haben sich die Erzieherinnen der Igel-Kinder ein neues Projekt für ihre Schützlinge ausgedacht. Sie raten: Noch mal in den in Wald? In den Zoo? Auf die Alpakafarm? Alles falsch. Auf dem Programm steht ein Besuch im Altersheim. »Villa Herbstgold« ist der Name der Alteneinrichtung, der bereits vermuten lässt, dass man sich das Altwerden dort leisten können muss. Die Idee ist, dass die Kinder ein Märchen einstudieren, das sie dann vor den alten Menschen aufführen sollen. Önder findet das Ganze langweilig: »Da kommen die Omas und Opas hin, wenn sie nicht mehr richtig laufen können.« Und Una hat Angst, dass unter so vielen Akten vielleicht auch die Hexe von Hänsel und Gretel sein könnte. Lediglich Leslie hat einen vernünftigen Beitrag: Ihr Opa wohnt dort – und hat ein Holzbein.

So, bis zu diesem Zeitpunkt ist schon einiges schiefgegangen in der Geschichte. Dass die beiden Erzieherinnen Frau Ach und Frau Oha, wie sie die Ich-Erzählerin nennt, die Gruppe eigene Erfahrungen machen lassen wollen, war schon bei den Waldbesuchen so, ist Stefanie Höfler dort bestens gelungen und ist eigentlich ein löblicher Ansatz. Dass alte Menschen nicht einfach Omas und Opas sind, sondern dass dadurch ein Verwandtschaftsverhältnis zum Ausdruck gebracht wird, wäre hier ein wichtiger Hinweis. Die Idee mit der Hexe ist schon ziemlich schräg. Wo laufen heutzutage noch Kinder rum, die alte Frauen für Hexen halten? Und muss man sie auf die Idee bringen? Und die Zeit, als Kriegs- oder Unfallopfer sich mit Holzbeinen durch die Gegend schleppten, liegen wohl auch längst hinter uns. Prothesen bestehen heute meistens aus Kunststoff oder Carbonfaser, haben häufig Gelenke und Motoren, mit denen sie sich bewegen lassen. Aus welcher Zeit stammt denn Leslies Opa? Nein, das ist keine kleinliche Kritik. Da hinter steckt die Sorge, welche Altersbilder bis heute in Bilderbüchern transportiert werden und wie sie bereits Kinder im Kindergartenalter beeinflussen. Stefanie Höfler versucht diese Begegnung zwischen Jung und Alt im geschlossenen Raum Altersheim durchaus augenzwinkernd zu erzählen – und tappt dabei in zu viele Fallen. Da sind viel kindliche Neugierde und Offenheit im Spiel, die auf eine zu klischeehaft gezeichnete Welt trifft. Claudia Weikert ist ihren Illustrationen über weite Strecken differenzierter, sorgt für Vielfalt, wenn man durch eine offene Tür auch eine sehr fitte Gymnastikgruppe sieht, und stattet Frau Ursina dann doch mit einer Hexennase und einer großen Warze drauf aus. Schade.

Ein Mädchen mit geschlossenen Augen. Auf ihrem Kopf sitzt ein kleienr Vogel.In eine ähnliche Kerbe schlägt auch Nadia Al Omari in ihrem Bilderbuch »Alles Humbug«: So beruhigt eine Mutter ihre Tochter, die bei einer im Dorf verschriene Frau Eier holen soll: »Die Tante Chapiquita hat eine etwas seltsame Arbeit, ist ein bisschen bucklig und trägt immer diese dunkle Kleidung, aber sie ist eine wunderbare ältere Dame.« Aber so wirklich funktioniert das nicht. Die Kleine weiß wohl, dass die, zu der sie gehen soll, eine ist, »von der das ganze Dorf sagte, sie sei eine Hexe«. Es kursieren Gerüchte ohne Ende. »Ob Mama wohl wusste, dass die Tante Chapiquita in ihrer Vitrine Fläschchen in allen Farben hatte, die ihre Tochter in eine Krähe oder eine schwarze Katze verwandeln konnten?«, überlegt sie sich. Das Beunruhigende erleben auch die Leser:innen in den Bildern mit, wenn die alte Frau nie wirklich zu sehen ist, sondern nur das Ambiente ihres Hauses, wo sie Puppenperücken webt, Kräuter trocknet und irgendwo im Keller auch Hühner hält. Der Blick geht aus dem Dunkel des Hauses nach draußen, wo die Kleine wartet, die schildert: »Klick-klack, zwei Umdrehungen des Schlüssels und schon öffnete sich die Tür. Ich bekam es mit der Angst zu tun, als ich ihre schrille Stimme hörte, die mich bat, einzutreten: ›Komm herein, mein Engel!‹«. Meisterhaft gelingt es Richolly Rosazza in ihren Bildern in gedämpften Erd- und Pflanzentönen diese Stimmung einzufangen mit vielen verzauberten und bezaubernden kleinen Details. Nein, es gibt kein Ende, an dem sich die merkwürdige Alte dann doch noch als liebenswert und herzensgut entpuppt. Das Geheimnisvolle bleibt – und mit ihm das Gefühl, dass die Alte irgendwie gefährlich ist.

Oma und Enkelin sitzen auf einer Schaukel, die in einem Baum hängt.In Mari Kanstad Johnsens Oma-Enkeltochter-Geschichte spielen Zahlen eine große Rolle. Anna ist ein Kindergartenkind und verbringt die Sommerferien bei Oma. Aber während die anderen von ihren großartigen Urlaubsplänen – zu denen London, Dänemark und ein Besuch im größten Spielzeugladen der Welt gehören – berichten, gibt es für Anna einfach Urlaub bei Oma. Die schwärmt: »Wir können Saxophonmusik hören, Kunstwerke malen und bis spätabends im Garten Pfannkuchen essen. Kein Flugzeug, kein Stress!« Dabei scheint Geld, bzw. das Nichtvorhandensein von Geld eine nicht unwichtige Rolle zu spielen, denn auch die Frage nach einem Besuch im Tierpark wird von Oma verneint: »Eintrittskarten kosten Geld!« Da müsste doch wenigstens ein kleines Geschenk drin sein, um Anna die Sommerferien zu versüßen. Sie entdeckt ein Kuschelkaninchen im Schaufenster, das sie unbedingt haben möchte. 50 norwegische Kronen kostet das – wie man zu Beginn des Buches erfährt, sind das umgerechnet 5 Euro. Aber nein, es gibt auch keinen Stoffhasen. Stattdessen schlägt Oma Anna einen Deal vor: Wenn Anna sich statt ihr um die Nachbarhäuser kümmert, deren Bewohnerinnen und Bewohner alle verreist sind, bekommt sie am Ende zehn Kronen für jedes der fünf Häuser, macht in Summe 50 Kronen. Die würden genau für den Kauf des ersehnten Objekts reichen. Dazu allerdings muss Anna jetzt täglich eine Schlange mit einer Maus füttern, zwei Kaninchen zweimal täglich mit zwei Karotten versorgen, drei Vögel drei Körnerknödeln und frisches Wasser geben, die vier Tomaten am Strauch in Haus Nummer vier gießen und an die fünf Fische und ihre fünf Flocken Fischfutter denken. Nein, das ist kein Kinderspiel, Und während die ältere Dame mit Baskenmütze die Tage genießt, gerät Anna zunehmend in Stress. Die Beziehung der beiden wird auf witzige Art und Weise geschildert: Anna bekommt viel Freiraum und eine Person, die ihr vertraut und ihr eine wichtige Aufgabe auch zutraut. Dass dabei eine ganze Menge schiefgeht, ist eine Sache. Wie die Probleme gelöst werden eine andere, die viel Humor, Lebensweisheit und Wärme verrät. Annas Oma ist auch eine Kuscheloma, aber nicht nur. Statt schlicht zu verwöhnen, zeigt sie Anna ökonomische Notwendigkeiten, weist auf die Rolle von Geld hin, das man nur ausgeben kann, wenn man es hat. Mari Kanstad Johnsen findet dafür sehr amüsante Bilder in Mischtechnik, Aquarell, Tempera und Zeichenstift, mit dem Computer nachbearbeitet: dynamisch, originell und mit vielen versteckten Kleinigkeiten, die man alle zählen kann. Mittendrin eine Großmutter, die tanzt und musiziert, malt und ausruht – und sich auch um ihr Enkelkind kümmert. Aber eben nicht nur. Wir erleben eine ältere Frau voller Lebenslust und -freude, die ansteckend wirken.

Ein Großvater und sein Enkel fahren auf einem Schiff, dem Enkel fällt seine Eiswaffel über die Reling ins Wasser.Wenn Großväter in Bilderbüchern auftauchen, machen sie gerne Ausflüge mit ihren Enkeln. Spendabel zeigt sich Kasimirs Opa: es gibt nicht nur eine Dampferfahrt bei strahlendem Sonnenschein, sondern auch Himbeerbrause und für Kasimir das weltgrößte Eis: eine Waffel mit sage und schreibe einer Kugel Vanille, einer Kugel Pistazie und drei Kugeln Himbeereis. Das Eis in der Waffel kommt wirklich gigantisch daher, der Junge ist glücklich, winkt vom Schiff aus den Leuten zu – und dann die Katastrophe: das Eis stürzt ins Wasser. Wut und Verzweiflung packen Kasimir, der lauthals nach Tauchern und Meerjungfrauen verlangt, die seine Köstlichkeiten retten sollen. Da braucht es schon sehr viel Ruhe und Gelassenheit, um zu verständnisvoll zu reagieren wie der Großvater und dem Jungen sogar noch eine kleine Lektion zu erteilen, wie es ist, wenn man mit solchen Reaktionen konfrontiert wird. Der sympathische Senior mit Brille und Sonnenhut meistert die Lage und rettet den Tag mit viel Humor! Jana Heinicke findet dafür die passenden Worte und Niki Alaska bringt auf den leuchtenden Bildern im Querformat, von denen sich viele über die Doppelseite erstrecken, diese Himbeerbrausenfreude überzeugend zu Papier.

Ein älterer Mann und ein Junge im GebirgeDaniel Fehr schickt Opa und Enkel gemeinsam auf eine Bergtour. Gut ausgerüstet, beide mit Wanderschuhen, der Großvater zusätzlich mit Hut, Wanderstock und Rucksack, machen sie sich frühmorgens auf, um einen Berg vor der Haustür zu besteigen, auf dem Opa schon 50 Jahre zuvor war. Aber trotz einiger Pausen schaffen sie es nicht bis zum Gipfel, sondern kehren etwas nach der Hälfte der Strecke um, als Jon, der Enkel, sagt, es sei müde. Jon hält es für sein Versagen, dass sie es nicht geschafft haben. Dabei wird – zumindest erwachsenen Vorlesenden – schnell klar, dass der alte Mann froh über die Entwicklung ist. Der große Berg gehört seiner Vergangenheit an. Und wenn der Enkel versichert: »Wenn ich groß bin, steigen wir zusammen auf den großen Berg«, ist der durch die Anstrengungen müde gewordene Großvater bereits eingeschlafen. Die Vergangenheit spielt eine zentrale Rolle. »Früher habe ich jedes Tier gesehen«, erklärt er seinem Enkel, als er die flinke Waldmaus anders als dieser nicht sieht. Und als ein Stein auf dem See nicht hüpft, sondern gleich untergeht, kommentiert er: »Der war zu alt. Die alten springen selten gut«. Leicht wehmütig genießt der alte Mann die Zeit mit seinem Enkel, erinnert sich aber auch daran, wie es früher war, als er noch jung war. Gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme prägen die Geschichte, die Lote Bräuning mit Buntstiften illustriert hat: Neben Porträtbildern von Jon und seinem Opa auch viel Natur, in der die beiden Menschen klein und unbedeutend wirken.

Eine Großmutter und ihr Enkel in einer chaotischen Wohnung.Bilderbücher sparen aber auch die Themen Krankheit und Tod alter Menschen nicht aus. Der Untertitel von Brigitte Endres Geschichte von Matti und Oma Rose spricht es deutlich aus: »Ein Bilderbuch über Demenz«. Seit Matti eine kleine Schwester hat, ist er noch froher über seine Zeit bei der Großmutter. Jeden Mittwoch verbringt er bei Oma Rose. Sie puzzeln gemeinsam, die Oma liest ihm vor oder sie backen Waffeln. Alles ist genauso, wie es sein soll. Bis Oma Rose vergesslich wird. Sie vergisst die Wochentage, also auch, dass Matti kommt, sie verwechselt Zucker und Salz beim Backen und legt ihre Brille versehentlich in den Kühlschrank. Alles Kleinigkeiten – aber von Mal zu Mal wird es schlimmer. Oma vergisst Wörter. Und den Herd auszuschalten. Aus der Perspektive eines Kindes wird erzählt, wie das Vergessen voranschreitet, wie die Eltern Matti zu erklären versuchen, dass die Großmutter an einer Krankheit leidet und wie schließlich der Umzug in ein Altersheim ansteht. Schritt für Schritt kann man den Jungen dabei begleiten, jeder neue Abschnitt wird in Ruhe erzählt und von den fröhlichen Illustrationen von Marc-Alexander Schulze begleitet, die viel Wärme ausstrahlen. Hier wird das Anfangsstadium der Demenz wirklich altersgerecht bearbeitet. Schön die Idee, aus dem letzten ganzseitigen Bild, das Oma Rose in ihrem neuen Zuhause zeigt, ein Puzzle zu machen, bei dem bereits einige Teile am Rand fehlen. Ein Kritikpunkt am Rande ist die Verantwortung, die dem Jungen dabei zugemutet wird – ein häufig zu beobachtendes Phänomen in Bilderbüchern. Nein, Kinder können sich in solchen Fällen nicht kümmern und nicht zuständig. Was sie tun können, ist den erkrankten Großeltern weiterhin zu zeigen, dass sie sie mögen und immer mit ihnen verbunden sein werden, auch wenn die Krankheit voranschreitet. Alles andere ist Überforderung.

Eine chaotische WohnungAuch die Neuausgabe von »Beni, Oma und ihr Geheimnis« erzählt von Demenz. Aber nicht nur. Der Band war der erste einer ganzen Reihe um Beni. Hier verbringt der das Wochenende bei seinen Großeltern und feiert mit ihnen Schabbat, was viel strenger gehandhabt wird als zuhause. Ansonsten darf Beni tun und lassen, was er mag. Dabei erlebt er zum einen die zunehmende Vergesslichkeit seiner Oma, die ihm auch peinlich ist, wenn sie gemeinsam unterwegs sind und sie Strümpfe trägt, die nicht zusammenpassen. Aber sie ist es auch, die ihm, anders als der Großvater aus der Vergangenheit erzählt. Während der Großvater eher schweigt, berichtet sie, was es hieß als Jüdin in Nazideutschland groß zu werden, verfolgt zu werden, nur mit Glück zu überleben und vieles zu verlieren. Das von Anna Adam mit wundervollen Collagen und nachgebauten Modellen der großelterlichen Wohnung und Umgebung, die von Thorsten Heideck fotografiert wurden, ausgestattete Bilderbuch richtet sich an ältere Kinder ab etwas acht Jahren. Es zeigt, dass auch Großeltern einmal jung waren und ein Stück erlebter Geschichte in sich tragen, das sie ihren Enkeln zugänglich machen können. Für Beni führt das zu der Erkenntnis, dass Ordnung nicht das Wichtigste im Leben ist, und er teilt ab diesem Wochenende ein Geheimnis mit seiner Großmutter.

»Wie meine ukrainische Großmutter auf dem Brombeerblatt flog« lautet der poetische Untertitel von Yaroslava Blacks Bilderbuch. Ein Junge erzählt vom Tod seiner geliebten Großmutter, Baba Anna. So sieht man auf dem ersten Bild einen weißen Suhl, über dessen Lehne eine braun-weiße Strickjacke hängt, auf der Sitzfläche liegen ein grüner Rock und ein begonnenes Strickzeug, unter dem Stuhl ein paar blaue Hausschuhe. Auf der rechten Seite steht auf lichtblauem Grund in weißer Schrift lediglich ein Satz: »Die Großmutter starb im Herbst«. Einfühlsam wird nun aus der Sicht des Kindes erzählt, was in den drei Tagen nach dem Tod bis zur Beerdigung geschieht. Da mischen sich Erinnerungen in das Erleben der dem Jungen fremde Trauerrituale: so verhängt der Vater alle Spiegel und hält die Uhren an. Und Baba Anna trägt jene schönen Kleider, ihre »Sterbe-Garderobe«, an die sie die Familie wieder und wieder erinnert hatte. So wie ihr Gebiss, von dem es ihr ganz wichtig war, dass sie es bei ihrer Beerdigung tragen wird, damit sie ihren Mann im Himmel mit Zähnen wiedersieht. Berührend und mit großer Zärtlichkeit wird Persönliches und Erinnertes mit volkstümlichen Bräuchen vermischt, entsteht das Bild einer Frau, die Humor hatte und für ihre Familie da war und deren Verlust nun betrauert. Und die ihrem Enkel versichert, dass Sterben nicht schwer sei. Dazu gibt es ein Nachwort von Tara Prochasko, das sich an erwachsende Vorlesende richtet und ein Rezept von Knödelchen mit Zwetschgen, die Baba Anna immer singend kochte. Begleitet von den Bildern von Ulrike Jänichen, in denen Ornamentales die Figuren zusammenhält so wie die Rituale das Leben, ist das ein wunderschönes und tröstliches Erinnern, das Yaroslava Black, die in Köln als Pfarrerin lebt, festgehalten hat.

| ANDREA WANNER

Titelangaben
Bettina Obrecht: Wie anders ist alt?
Mit Illustrationen von Julie Völk
München: Tulipan 2022
32 Seiten, 16 Euro
Bilderbuch ab 4 Jahren
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Stefanie Höfler: Die Eroberung der Villa Herbstgold
Mit Illustrationen von Claudie Weikert
Weinheim: Beltz & Gelberg
34 Seiten, 13 Euro
Bilderbuch ab 4 Jahren
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Nadia al Omari: Alles Humbug
(Tutte Storie, 2021). Aus dem Italienischen von Maxime Pasker
Illustriert von Richolly Rosazza
Heidelberg: Carl-Auer Verlag 2022
38 Seiten, 19,95 Euro
Bilderbuch ab 5
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Mari Kanstad Johnsen: 3, 2, 1 – Anna und Oma zählen los
(3 2 1, 2019) Aus dem Norwegischen von Friederike Buchinger
Weinheim: Beltz & Gelberg 2022
74 Seiten, 22 Euro
Bilderbuch ab 5
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Jana Heinicke: Oje, mein Eis!
Illustriert von Nini Alaska
Bamberg: Magellan 2022
32 Seiten, 15 Seiten
Bilderbuch ab 4
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Daniel Fehr: Früh los
Illustrieret von Lotte Bräuning
Stuttgart: Thienemann 2021
32 Seiten, 14 Euro
Bilderbuch ab 4 Jahren
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Brigitte Endres: Matti, Oma Rose und die Dingse
Ein Bilderbuch über Demenz
Illustriert von Marc-Alexander Schulze
Zürich: aracari 2021
32 Seiten, 14 Euro
Bilderbuch ab 5 Jahren
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Eva Lezzi: Beni, Oma und ihr Geheimnis
Illustriert von Anna Adam
Berlin Leipzig: Hentrich und Hentrich 2010 und 2022
Bilderbuch ab 8 Jahren
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Yaroslava Black: Baba Anna
Wie meine ukrainische Großmutter auf dem Brombeerblatt flog
Illustriert von Ulrike Jänichen
Mit einem Nachwort von Taras Prochasko
Stuttgart: Urachhaus 2022
46 Seiten, 19,90 Euro
Bilderbuch ab 5 Jahren
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