/

Andreas Hutt: drei gedichte

TITEL-Textfeld | Lyrik | Andreas Hutt: drei gedichte

erwachen: verlagerung meiner angst
in den sommer.

sie fügt sich tagsüber
in die rinden der bäume.

gebeugt
höre ich wie ich bin in der hitze

wachse – selbst sprachlos –
werde borke werde baum

standhaft & warm
wie menschen im juli

 


 

hinter den birken weitet sich die straße
zur fläche

beginne ich im gehen
deinen häusern zu trauen

blicke von brauen zu augen
zu wangen zum mund

während du hörst
wie zeit in den zeiten versickert
kaffee im bistro am ende des platzes

zucker ein löffel
deine details?

 


 

jenseits der tannenschonung
liegt die stadt hält
mich etwas auf?

es ist als seien die häuser
verschlossene wände kein mensch

auf den wegen

äußert sich zeit
als blick auf nadeln & gräser

ahnung von gärten zäunen & toren
schritte auf schotter

| ANDREAS HUTT

veröffentlicht in WORTSCHAU Nr. 30, »Nacht«, September 2017

Ihre Meinung

Your email address will not be published.

Voriger Artikel

»Kunst muss endlich definiert werden!«

Nächster Artikel

Weniger ist mehr

Weitere Artikel der Kategorie »Lyrik«

Drei Gedichte

Lyrik | Peter Engel: Drei Gedichte

Stimmungsstudie

Aufgeplustert vom Morgenwind
der vertäute Sonnenschirm,
als vergessene Erinnerung
steht er auf der Terrasse
und ruft mit seinem verschossenen
Blau den Sommer wieder herauf.

Nach oben offen

Lyrik | Vierzeiler der Woche – von Michael Ebmeyer   Den Dresscode geknackt in bessere Kreise vorgedrungen »Einer geht noch rein« gesungen splitterfasernackt  

Die Würde des Dichtens

Menschen | 100. Geburtstag von H.C. Artmann

»Kein Dichter in diesem mit ihm zu Ende gehenden Jahrhundert hat so bedingungslos wie H. C. Artmann die Existenz und die Würde des Dichtens noch einmal vorgelebt. In keinem Dichter des Jahrhunderts kamen wie bei ihm noch einmal die Möglichkeiten des Dichtens in einer über tausendjährigen Tradition zusammen und zeigten sich wie gerade erst erschaffen, herrlich wie am ersten Tag«, hatte Klaus Reichert auf der Beerdigung des Georg-Büchner-Preisträgers des Jahres 1997 erklärt. Von PETER MOHR

Konstanten (2)

Lyrik | Vierzeiler der Woche – von Michael Ebmeyer  Wenn die alte Leier tönt mag die Standpauke nicht schweigen

Blätter

TITEL-Textfeld | Susanne Spielberger: Blätter Grün, gelb, braun, Ast. Wachsen, fallen, voller Hast Schneiden in des Lebens Gast Stunden, Tage, ohne Rast.