Freunde

Kinderbuch | Sandra Ladwig: Wollen wir tauschen?

Jeder hat sein Zeugs. Sein Zuhause, seine Spielsachen, seine Klamotten. Das muss aber nicht so sein. Tona und Pauli zeigen, wie aufregend es sein kann, Dinge zu tauschen. ANDREA WANNER hatte Spaß an dem Projekt.

wollen wir tauschen?Tona ist ein Mädchen, Pauli ein Junge. Allerbeste Freunde ist sie praktisch schon seit sie auf der Welt sind. Und Tauschen ist eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen. Sie tauschen Spielzeug, Sammelkarten – was ja eher normal ist. Sie tauschen aber auch Klamotten und riskieren es dabei, dass die anderen über die Blümchen auf der Hose lachen, die jetzt plötzlich ein Junge anhat. Ihnen ist es egal. Sie tauschen ihre Brüder: Tona ihren großen Bruder gegen den kleinen Bruder von Pauli und finden es cool.

Nur die Mütter nicht, die diesen Tausch wieder rückgängig machen. Sie tauschen Vesperbrote und müssen feststellen, dass auf dem jeweils anderen Brot nicht das ist, was sie mögen. Sie tauschen, probieren aus, staunen. Am Ende tauschen sie nochmal etwas ganz Besonderes – und machen dann zum guten Schluss diesen Tausch wieder rückgängig.

Sandra Ladwig erzählt eine eigentlich ganz einfache Geschichte, die jeder sofort nachmachen kann. Sie wirft einen Blick darauf, was alltägliche Situationen ausmacht, wie sich Kinder ausprobieren können und mit sich und ihren Rollen spielen. Nein, das ist keine Revolution im Kinderzimmer und auch nicht das Verlassen von Geschlechterrollen. Aber es ist ein Öffnen, ein Zeigen von Möglichkeiten. Nichts muss so bleiben wie es ist.

Experimentieren macht Spaß, sich von manchen Sachen zu trennen und neue dafür zu bekommen ist eine tolle Erfahrung – oder auch nicht. Und einen besten Freund oder eine beste Freundin zu haben sowieso. Dorothea Tust begleitet die Freundschaftsgeschichte mit lebedingen, detailfreudigen Bildern, die die Gefühle von Tona und Pauli treffend einfangen.

Ein witziges Bilderbuch, das auch davon erzählt, wie man erfährt, wer man ist und wie man sich von anderen unterscheidet. Und was Freundschaft so besonders macht.

| ANDREA WANNER

Titelangaben
Sandra Ladwig: Wollen wir tauschen?
Mit Illustrationen von Dorothea Tust
München: Mixtvision 2019
32 Seiten. 15 Euro
Bilderbuch ab 4 Jahren
| Erwerben Sie dieses Buch portofrei bei Osiander

Ihre Meinung

Your email address will not be published.

Voriger Artikel

Zickenkrieg

Nächster Artikel

»Felix Austria!« oder eine Verschwörung »dans le métro«

Neu in »Kinderbuch«

Eine Weihnachtsüberraschung

Bilderbuch | Allen Say: Der Kranichbaum Ein kleiner Junge ist todunglücklich, weil er glaubt, für seinen Ungehorsam von der Mutter bestraft zu werden. In Wirklichkeit ist alles ganz anders. ANDREA WANNER freut sich über eine etwas andere Weihnachtsgeschichte. PDF erstellen

Widerstreit der Gefühle

Kinderbuch | Marie Norin, Emma Adbåge: Lyra ist ganz heimlich Die ganz Kleinen haben es noch leicht, denkt man manchmal. Sie sind spontan in ihrem Fühlen, noch weit entfernt von dem Hin und Her und den Verwicklungen, die die Emotionen Älterer kennzeichnen. Das ist ein gewaltiger Irrtum, auch die ganz Kleinen kämpfen schon mit Gefühlen. Davon erzählen Marie Nordin und Emma Adbåge in dem Bilderbuch Lyra ist ganz heimlich, die eine mit Worten, die andere mit ihren Bildern. Von MAGALI HEISSLER PDF erstellen

Eine Anleitung zum Glücklichsein

Kinderbuch | Bruno Hächler: Herr Blume ist glücklich Wann ist man glücklich? Was braucht es dazu? Gibt es ein Rezept fürs Glücklichsein? Und was macht Herr Blume, um glücklich zu sein? ANDREA WANNER war neugierig. PDF erstellen

Schwebende Kinder im Regen

Kinderbuch | Baek Hee Na: Wolkenbrot

Wie so oft ist auch die diesjährige Astrid-Lindgren-Gedächtnispreisträgerin in Deutschland wenig bekannt. Von der Koreanerin Baek Hee Na gibt es grade ein Buch auf Deutsch. Es erzählt mit ›Lichtbildern‹ eine banale Geschichte mit phantasievollen Bildern über zwei Kindern, die fliegen können. Von GEORG PATZER

Wer will schon allein sein

Kinderbuch | Britta Teckentrup: Der blaue Vogel

Eigentlich ist es eine traurige Geschichte, so fühlt sie sich an. Zunächst jedenfalls. Eine Geschichte vom Alleinsein, vom Traurigsein, von Einsamkeit. Aber vielleicht wird ja doch noch alles gut. Eine Geschichte, die im Wald spielt, dort, wo es ganz dunkel ist. Gelesen von BARBARA WEGMANN