Megacool

Kinderbuch | Katja Reider: Cool in 10 Tagen

Was liegt näher als sich zusammenzutun, wenn man Juli und August heißt? Das findet wenigstens Julis Mutter. Vernetzen ist sowieso ihr Ding. Und tatsächlich finden Juli und August ein gemeinsames Projekt: sie wollen cool werden. Von ANDREA WANNER

Cool in 10 TagenDas kann so schwierig nicht sein. Schließlich ist Julis Mama Coach und berät Manager. Das Coachen hört auch bei Juli nicht auf und so kennt Juli schon einige Tipps, wie man erfolgreicher wird. Die ultimative Hilfe scheint aber ein Ratgeber in Broschürenform zu sein, der sich im Schlafzimmer findet: »Cool in 10 Tagen! So werden sie im Job souverän und sicher!«

Okay, nicht alles lässt sich eins zu eins auf zwei Schulkinder übertragen. Aber zehn Aufgaben, die von Tag zu Tag ein bisschen schwieriger werden, kriegen Juli und August auch zusammen. Alles ganz easy, oder?

Katja Reider gelingt eine wunderbar witzige Beschreibung von zwei Kids, die nicht gerade vor Selbstbewusstsein strotzen und gerne ein bisschen sicherer im täglichen Leben wären. In der Klasse die eigene Meinung äußern und nicht nur abnicken, was die anderen sagen. Mal widersprechen. Nicht mehr immer überall unsichtbar sein. Auch wenn das nicht alle verstehen und die nette Omi, der Juli versehentlich zweimal in einer etwas ungewöhnlichen Situation begegnet, findet, dass nett und freundlich vollkommen genügt. Tut es eben nicht. Und das kann Juli dann auch gut erklären, sodass ihr die ältere Dame am Ende recht geben muss: es hieß früher nur anders. »Damals sagte man lässig, schneidig oder auch gewitzt, wortgewandt, charmant, selbstbewusst, schlagfertig…«

Juli und August trainieren. Das führt zu Peinlichkeiten, Überraschungen, Erstaunen, zu einem Streit und einer Freundschaft. Und es kann Mut machen, sich selbst auch mal was zu trauen, wenn man eher zu den Schüchternen, Unauffälligen gehört. »Was kann mir schlimmstenfalls passieren?«, ist Julis neue Wunderfrage, mit der sie sich dann doch auf neue Situationen einlässt. Garniert mit vielen kleinen Bildern von Anke Kuhl(!) einfach ein obercooles Buch.

| ANDREA WANNER

Titelangaben
Katja Reider: Cool in 10 Tagen
Mit Bildern von Anke Kuhl
Reinbek: Rowohlt.
176 Seiten 10 Euro
Kinderbuch ab 10 Jahren
| Erwerben Sie dieses Buch portofrei bei Osiander

Reinschauen
| Leseprobe

Ihre Meinung

Your email address will not be published.

Voriger Artikel

Makellose Desaster

Nächster Artikel

Dreamteam

Weitere Artikel der Kategorie »Kinderbuch«

Für und Wider

Kinderbuch | Saskia Hula: 100 Gründe für Urlaub im Zelt Urlaub ist eine Sache. Zelten eine andere. Das muss man mögen. Oder eben auch nicht. Ein amüsantes Pro und Contra in einem witzigen Bilderbuch. Von ANDREA WANNER

Muss das so sein?

Kinderbuch | Aron Dijkstra: Ritter Rufus. Der Drachenkämpfer   Wo Ritter sind, sind Drachen, und wenn sie aufeinandertreffen, müssen sie kämpfen. War so, ist so, muss so sein. Wirklich? »Nicht unbedingt!«, meint Aron Dijkstra und hat flugs ein buntes freundliches Buch gezaubert, um das zu erklären. Allerdings nicht ganz eindeutig. Von MAGALI HEIẞLER

Ein Schaf ist ein Schaf ist ein Schaf…

Kinderbuch | Nanna Neßhöver: Fühlinchen Schafe gelten als eher ein bisschen einfältig und nicht besonders ausdrucksstark, was ihre Gefühle anbelangt. Die Geschichte von Fühlinchen bestätigt dieses Vorurteil – mit aber eben auch einer Ausnahme. Von ANDREA WANNER

Wie aus Tausendundeiner Nacht

Kinderbuch | Ute Krause: Verflixter Flaschengeist

Sommerferien in Wien und eine genervte Familie, der die Renovierung eines geerbten Häuschens über den Kopf wächst: Was käme da passender als ein Wünsche erfüllender Flaschengeist, findet ANDREA WANNER

Ein Huhn-Kaleidoskop

Kinderbuch | Evelien De Vlieger: Das große Buch der Hühner

Sagte man, es sei ein großartiges Buch, käme die spontane Gegenfrage, wie man das denn konkret meine: vom Format her, vom Inhalt, dem Text, den Illustrationen oder dem Thema überhaupt? Ganz einfache Antwort: von allem her! Eine größere Liebeserklärung kann ein Buch diesem besonderen Tier, das viel spannender und beachtenswerter ist, als man annimmt, gar nicht machen, findet BARBARA WEGMANN.