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Accountability zwischen Geste und Struktur

Thema | Der »Fall Geller«<

Jacob Geller hat das Format des Video‑Essay über digitale Spiele wie kaum ein anderer geprägt. Nun wird er selbst zum Fall. Was bleibt von einer Kritik, die Macht analysiert und dann selbst in einer Gewaltgeschichte verwickelt ist? Darüber denkt RUDOLF THOMAS INDERST im Folgenden nach.

Es ist eine jener Geschichten, die sich in den sozialen Medien schneller verbreiten als jede fundierte Analyse: Jacob Geller, einer der bekanntesten Video‑Essayisten im Bereich der Spielkultur, ist nicht mehr Teil von MinnMax, Nebula und weiteren Projekten, nachdem alte Title‑IX‑Unterlagen der University of North Carolina aus dem Jahr 2016 wieder aufgetaucht sind. Geller hat die Vorwürfe auf seinem Bluesky-Account bestätigt, von sexual assault gesprochen und gesagt, dies sei das größte Bedauern seines Lebens. Zum Gegenstand der medialen Kritik wurde rasch, dass diese Stellungnahme bisher ausschließlich auf Bluesky erschien, nicht jedoch auf YouTube, jenem Plattform‑Zentrum, auf dem er als Video‑Essayist seine größte Reichweite und Autorität beansprucht. Auf den ersten Blick wirkt das wie ein klassischer »Fall«, wie man sie aus den letzten Jahren leider kennt: Vorwürfe, Bestätigung, Konsequenzen. Doch was hier gerade geschieht, trifft das Herz einer bestimmten Art von Games‑Kultur: jener Szene, die sich um YouTube‑Video‑Essays, Podcasts wie The MinnMax Show und eine selbstreflexive, theoretisch ambitionierte Kritik gebildet hat.

Dieser Text versucht nicht, die Vorgänge von 2016 neu zu bewerten. Er bezieht sich auf die inzwischen öffentlich zugänglichen Unterlagen, auf Gellers eigene Stellungnahme und auf die daraus entstandene mediale Situation sowie die beruflichen Konsequenzen. Zudem versteht sich der Text als Beitrag zu einer laufenden Debatte und ist daher als eine reflexive Momentaufnahme zu verstehen.

Jacob Geller gilt als eine der prägenden Stimmen des modernen Video‑Essays zu Spielen. Sein Kanal hat mehr als eine Million Abonnent:innen, seine Videos wurden kumuliert über hundert Millionen Mal gesehen. Er schreibt über Horror, Architektur, Politik, Klima, Medienbewahrung – aber immer mit Games als »point zero«, wie er selbst sagt. Seine Essays zeichnen sich dadurch aus, dass sie Spiele nicht isoliert betrachten, sondern mit Literatur, Film, Kunst und gesellschaftlichen Debatten verknüpfen. Polygon nannte seinen Essay Games, Schools, and Worlds Designed for Violence einen der besten YouTube‑Videos überhaupt; Sight & Sound führte seine Arbeiten mehrfach in Jahresbestenlisten. In Interviews betont er, dass er Spiele als Kunst verstehen will, die mit anderen Medien in Konversation treten muss und dass Games‑Journalismus oft noch zu sehr im »Sollte ich das kaufen?«‑Modus stecke.

Und nun … Geller wird zu einer Person, die öffentlich über strukturelle Gewalt, Macht und Verantwortung in Spielen und Spielkultur gesprochen hat, jedoch nun selbst zum Gegenstand einer Debatte über sexualisierte Gewalt wird. Das ist mitnichten ein rhetorischer Aha-Moment. In meinem Kopf entsteht eher das Bild eines Bruchs, welcher auch die Art betrifft, wie ich seine Texte künftig lese und zu deuten suche. Beides, die Bedeutung seiner Analysen und die Schwere des dokumentierten Vorgangs, muss nebeneinander bestehen bleiben.

Was genau ist zum jetzigen Zeitpunkt bekannt? Die öffentlich gewordenen Dokumente stammen aus einem universitären Title‑IX‑Verfahren 2016; Geller wurde für ein Semester suspendiert. In seiner Stellungnahme bestätigte er die findings, sagte, er und die betroffene Person hätten am Tag danach übereingestimmt: »I had assaulted her.« Er betonte zugleich, die Unterlagen seien jetzt ohne Einwilligung der betroffenen Person geteilt worden, und wollte keine weiteren identifizierenden Details nennen. Als Reaktion trennten sich mehrere Projekte von ihm: MinnMax gab bekannt, dass er nicht mehr Teil des Channels und Podcasts ist; Nebula entfernte seinen Kanal; das Magazin Lost in Cult zog sein Buch How a Game Lives aus dem Verkauf und sagte ein zweites ab. Das sind ökonomisch betrachtet keine kleinen Schritte. Geller ist (s)eine Marke und damit sprechen wir von signifikanten Konsequenzen in einer Szene, welche stark von persönlichen Marken und Netzwerken lebt.

An dieser Stelle sei kurz über den Video-Essay als Form nachgedacht. Dieser hat, so argumentiere ich immer wieder, in der Spielkultur eine besondere Stellung eingenommen. Anders als klassische Reviews, die nicht selten auf Kaufempfehlungen reduziert werden, versprechen Essays Tiefe, Reflexion, eine Art intellektuelle Redlichkeit. Geller selbst beschreibt sein Ziel so: Er wolle »eine mögliche Avenue eröffnen, um etwas zu analysieren, an das jemand noch nicht gedacht hat«.

In diesem Kontext kann Kritik beizeiten auch zu einer Form von Autorität werden: Wer überzeugend über Gewalt in Call of Duty, toxische Communitys oder die politischen Implikationen von Spielmechaniken spricht, gewinnt Vertrauen, nicht zwangsläufig als moralische Instanz, wohl aber als jemand, dessen Urteil über bestimmte Fragen Gewicht erhält. Gerade deshalb ist es wichtig, analytische Autorität und persönliche moralische Integrität nicht miteinander zu verwechseln. Die Qualität einer Analyse hängt nicht automatisch davon ab, ob ihr Autor ein moralisch vorbildliches Leben führt; ebenso wenig kann intellektuelle Kompetenz persönliche Verantwortung ersetzen. Der Fall Geller macht diese Unterscheidung nicht weniger wichtig, sondern dringlicher: Was passiert, wenn die Person, deren Urteilen wir vertraut haben, selbst zum Fall wird? Wie verhalten wir uns, wenn die Stimme, die uns gelehrt hat, Machtstrukturen zu lesen, selbst in einer Macht‑ und Gewaltgeschichte verwickelt ist? Und was sagt das eigentlich über unsere eigene Bereitschaft aus, uns mit Macht und Verantwortung auseinanderzusetzen, auch dort, wo es (mindestens) ungemütlich wird? Geller schreibt in seiner Stellungnahme, er denke seit mehr als einem Jahrzehnt jeden Tag darüber nach, versuche zu »reckon, grow, and recover«. Das klingt nach dem, was in Therapie‑ und Aktivis:innen‑Kontexten als accountability verhandelt wird: Anerkennung, Reue und schließlich die daraus erwachsene Intention, anders zu werden. Selbstredend lässt sich bei Geller ein Delta zwischen Aktion und Reaktion feststellen: Der Zeitpunkt seiner öffentlichen Stellungnahme ist kritisch zu betrachten: Die zeitliche Abfolge von der Veröffentlichung der Unterlagen über die beruflichen Konsequenzen bis hin zu seiner Erklärung wirft die Frage auf, inwieweit diese als eigenständiger Akt der Verantwortungsübernahme oder auch als Reaktion auf den wachsenden öffentlichen Druck zu lesen ist.

Accountability bezeichnet dabei allerdings nicht ausschließlich die Verantwortung der handelnden Person. Sie stellt ebenso die Frage, wie andere mit einer solchen Situation umgehen: Wer verbreitet Informationen, wer zieht Konsequenzen, wer hält an einem Werk fest, wer nimmt es aus dem eigenen Lehr- oder Publikationskontext und mit welcher Begründung?

Dabei sollte eine weitere Unterscheidung nicht verloren gehen: Die persönliche Verantwortung eines Autors bzw. einer Autorin und die argumentative Qualität seiner bzw. ihrer einzelnen Arbeiten sind nicht dieselbe Frage. Dass Gellers Handlungen schwer wiegen, macht eine frühere Analyse nicht automatisch mangelhaft oder ungenügend; umgekehrt kann die Qualität einer Analyse (oder das sympathisch-einnehmende Wesen voller Strahlkraft und Charisma einer Person) kein Gegenargument gegen persönliche Verantwortung sein. Für die Rezeption bedeutet das, dass wir weder das Werk nachträglich vollständig von seinem Autor oder seiner Autorin abtrennen müssen noch so tun sollten, als ließe sich jedes Werk nur noch durch das Wissen über seine Autor:innen verstehen. Gerade wissenschaftliche und kritische Rezeption sollte diese Spannung aushalten können, ohne sie vorschnell aufzulösen.

Für Zuschauer:innen und Unterstützer:innen stellt sich damit jedoch eine schwierige Frage: Was bedeutet es, Reue ernst zu nehmen, ohne sie zum Alibi zu machen? Eine öffentliche Anerkennung von Verantwortung kann ein Teil von Accountability sein; mit Accountability ist sie jedoch nicht gleichzusetzen. Dazu gehört auch die Bereitschaft, Konsequenzen anzunehmen, Verantwortung gegenüber Betroffenen nicht durch die eigenen Bedürfnisse zu überlagern und, soweit dies möglich und angemessen ist, konkrete Veränderungen des eigenen Handelns erkennen zu lassen. Welche Schritte im konkreten Fall angemessen sind, lässt sich von außen (in etwa in Form von Äußerungen und Zwischenrufen in »sozialen« Netzwerken oder Internet-Foren) nur begrenzt beurteilen. Ebenso wenig kann dieser Text entscheiden, wann eine Form von Wiedergutmachung oder Veränderung »genug« ist. Er kann aber darauf bestehen, dass zwischen dem Eingeständnis eines Fehlers und langfristiger Verantwortungsübernahme unterschieden werden sollte.

Dieser Fall spielt sich in einer Ökonomie ab, in der Skandale Traffic online generieren. Dieselben Plattformen, die Geller jahrelang als Star der Games‑Kritik gefeiert haben, profitieren nun von der Empörung. Klingt das wie ein Vorwurf? Gar wie ein ad hominem? Nein, ich denke vielmehr, es ist eine strukturelle Beobachtung: Undurchsichtige Algorithmen lieben Zuspitzung, lieben Drama, lieben Exzess. Für mich heißt das jedoch: Ich muss mich fragen, ob ich Teil dieser Dynamik werde oder ob ich zu unterbrechen suche. Ein Kommentar, welcher nur empört, ist leicht zu schreiben. Schwieriger ist es, eine Haltung zu entwickeln, die weder beschwichtigt noch sensationalisiert, sondern die Komplexität aushält. Gleichzeitig gilt zu unterstreichen: Auch dieser Text, mein Text, ist Teil der soeben beschriebenen Aufmerksamkeitsökonomie.

In Teilen der Games-Szene haben die vergangenen Jahre zu intensiveren Debatten über Sicherheit, Community-Standards und Verantwortung geführt, etwa im Zusammenhang mit #MeToo, Arbeitsbedingungen in der Spieleindustrie oder diskriminierenden Strukturen in Studios und auf Veranstaltungen. Der Fall berührt darüber hinaus eine gesellschaftliche Dimension, die über Geller und die Games-Kultur hinausweist: das zunehmend fragile Vertrauensverhältnis zwischen Männern und Frauen. Wenn sich Fälle sexualisierter Gewalt immer und immer wieder ereignen und Männer, welche öffentlich für sich oder ihre Arbeit eine reflektierte Auseinandersetzung mit Macht und Verantwortung beanspruchen, selbst mit entsprechenden Vorwürfen konfrontiert sind, bleibt dies nicht ohne Folgen für die Wahrnehmung zwischen den Geschlechtern. Es sei unterstrichen: Misstrauen entsteht dabei nicht notwendig aus einem einzelnen Erlebnis, sondern kann sich aus der wiederholten Konfrontation mit solchen Fällen als grundlegende Haltung herausbilden. Skepsis wird dann weniger zur bewussten Entscheidung als vielmehr zu einer alltäglichen Form der Orientierung und ein Vertrauen muss sich unter Bedingungen behaupten, in denen die Möglichkeit des Machtmissbrauchs stets mitgedacht wird. Für mich bedeutet das nicht, Männer pauschal unter Verdacht zu stellen. Allerdings: Es wäre naiv, nicht anzuerkennen, dass die wiederholte Erfahrung sexualisierter Gewalt und die öffentliche Auseinandersetzung mit ihr das gesellschaftliche Vertrauen nachhaltig prägen und dass dessen Wiederherstellung mehr erfordert als individuelle Reuebekundungen oder punktuelle Konsequenzen.

Der Fall Geller steht noch in einem weiteren Kontext: Hier geht es nicht primär um die Verantwortung eines Unternehmens oder einer Institution, sondern um den Umgang mit einer einzelnen, hochsichtbaren Person, deren berufliche Identität eng mit ihrer öffentlichen Stimme verbunden ist. Gerade deshalb stellt sich erneut die Frage, welche Formen von Verantwortung wir von Einzelpersonen, ihren beruflichen Umfeldern und ihrem Publikum erwarten können und sollten. Mich zwingt das als langjähriger Rezipient und Dozent, der seit 2018 und seinem Beitrag The Architecture of Fumito Ueda Gellers Arbeiten regelmäßig in Seminaren, Vorträgen und Veröffentlichungen thematisiert und behandelt, zunächst zu einer einfachen, aber unangenehmen Feststellung: Die Kenntnis seiner Arbeiten verändert für mich ihre Rezeption, ohne dass sie jede einzelne darin enthaltene Beobachtung automatisch entwertet. Zugleich verändert sie die Bedingungen, unter denen ich diese Arbeiten anderen vermittle. Wenn ein Video-Essay im Seminar gezeigt, diskutiert oder als Ausgangspunkt einer eigenen Analyse verwendet wird, übernehme auch ich Verantwortung dafür, wie ich diesen Text kontextualisiere, welche Informationen ich über seinen Autor bereitstelle und welche Perspektiven ich meinen Studierenden auf das Werk eröffne. Accountability bezeichnet insofern nicht nur die Verantwortungsübernahme desjenigen, der gehandelt (oder es unterlassen) hat, sondern auch die Verantwortung derjenigen, die anschließend mit dem Werk umgehen. Beides muss ausgehalten werden.

Vielleicht liegt gerade darin eine Aufgabe kritischer Rezeption: nicht vorschnell zwischen »Werk« und »Autor:in« zu wählen, als ließe sich eines vom anderen vollständig trennen, sondern die verschiedenen Ebenen sichtbar zu halten. Wer forscht, lehrt oder kommentiert, sollte dabei weder die eigene Nähe zu einer Person verschweigen noch für sich eine moralische Distanz beanspruchen, die es nicht gibt. Accountability wäre dann nicht allein die Verantwortung derjenigen Person, deren Handlungen Gegenstand der Auseinandersetzung sind, und auch nicht die perfekte Geste nach außen. Sie betrifft ebenso diejenigen, welche mit diesen Handlungen, ihren Darstellungen und ihren Folgen umgehen: Rezipient:innen, Wissenschaftler:innen, Lehrende, Veranstalter:innen, Publikationen und Institutionen. Sie verlangt von ihnen, die eigenen Formen des Umgangs mit einem Werk und seiner Autorin oder seinem Autor zu reflektieren, Widersprüche auszuhalten, Konsequenzen ernst zu nehmen und die Perspektiven der Betroffenen nicht dem eigenen Bedürfnis nach einem eindeutigen Urteil unterzuordnen.

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Accountability Between Gesture and Structure

The »Geller Case«

Jacob Geller has shaped the video‑essay format on digital games like few others. Now he himself has become »the case«. What remains of a critique that analyzes power and then becomes entangled in a narrative of violence itself? RUDOLF THOMAS INDERST reflects on this in the following.

It is one of those stories that spread faster on social media than any well‑founded analysis: Jacob Geller, one of the most prominent video essayists in game culture, is no longer part of MinnMax, Nebula, and other projects after old Title IX documents from the University of North Carolina dating to 2016 resurfaced. Geller confirmed the allegations on his Bluesky account, spoke of sexual assault, and called it the greatest regret of his life. Media criticism quickly focused on the fact that this statement appeared only on Bluesky so far, not on YouTube—the platform center where, as a video essayist, he claims his greatest reach and authority. At first glance, this looks like a classic »case«, as unfortunately known from recent years: allegations, confirmation, consequences. But what is unfolding here strikes at the heart of a certain kind of game culture: the scene built around YouTube video essays, podcasts like The MinnMax Show, and a self‑reflexive, theoretically ambitious form of criticism.

This text does not attempt to re‑evaluate the events of 2016. It refers to the now publicly available documents, to Geller’s own statement, and to the resulting media situation and professional consequences. Moreover, it understands itself as a contribution to an ongoing debate and is therefore to be read as a reflexive snapshot.

Jacob Geller is considered one of the defining voices of the modern video essay on games. His channel has more than one million subscribers; his videos have collectively been viewed over one hundred million times. He writes about horror, architecture, politics, climate, media preservation–but always with games as »point zero«, as he puts it. His essays are characterized by not treating games in isolation, but by linking them to literature, film, art, and societal debates. Polygon named his essay Games, Schools, and Worlds Designed for Violence one of the best YouTube videos ever; Sight & Sound has repeatedly included his work in annual best‑of lists. In interviews, he emphasizes that he wants to understand games as art that must enter into conversation with other media, and that games journalism often remains too stuck in the »Should I buy this?« mode.

And now … Geller becomes someone who has publicly spoken about structural violence, power, and responsibility in games and game culture, yet now himself becomes the subject of a debate about sexualized violence. This is by no means a rhetorical »aha« moment. In my mind, the image that arises is rather one of a rupture, which also concerns the way I will read and seek to interpret his texts in the future. Both–the significance of his analyses and the gravity of the documented incident–must coexist.

What exactly is known at this point? The documents that have become public stem from a university Title IX procedure in 2016; Geller was suspended for one semester. In his statement, he confirmed the findings, saying that he and the affected person agreed the next day: »I had assaulted her.« He also emphasized that the documents were now shared without the consent of the affected person and did not wish to provide further identifying details. In response, several projects parted ways with him: MinnMax announced that he is no longer part of the channel and podcast; Nebula removed his channel; the magazine Lost in Cult withdrew his book How a Game Lives from sale and canceled a second one. Economically speaking, these are not small steps. Geller is (his) own brand, and thus we are talking about significant consequences in a scene that lives strongly from personal brands and networks.

At this point, it is worth briefly reflecting on the video essay as a form. As I have repeatedly argued, it has occupied a special position in game culture. Unlike classic reviews, which are not infrequently reduced to purchase recommendations, essays promise depth, reflection, a kind of intellectual honesty. Geller himself describes his goal as follows: he wants to »open up a possible avenue to analyze something someone hasn’t thought of yet.«

In this context, criticism can at times also become a form of authority: whoever speaks convincingly about violence in Call of Duty, toxic communities, or the political implications of game mechanics gains trust–not necessarily as a moral authority, but as someone whose judgment on certain questions carries weight. Precisely for this reason, it is important not to conflate analytical authority and personal moral integrity. The quality of an analysis does not automatically depend on whether its author leads a morally exemplary life; likewise, intellectual competence cannot replace personal responsibility. The Geller case does not make this distinction less important, but more urgent: What happens when the person whose judgments we have trusted themselves becomes »the case«? How do we respond when the voice that taught us to read power structures is itself implicated in a story of power and violence? And what does this actually say about our own willingness to engage with power and responsibility, even where it becomes (at the very least) uncomfortable? Geller writes in his statement that he has thought about this every day for more than a decade, trying to »reckon, grow, and recover.« That sounds like what is negotiated in therapy and activist contexts as accountability: recognition, remorse, and finally the intention emerging from it to become different. Of course, a delta between action and reaction can be observed in Geller’s case: the timing of his public statement is critical to consider. The sequence–from the publication of the documents, through the professional consequences, to his explanation–raises the question of the extent to which this should be read as an independent act of taking responsibility or also as a reaction to growing public pressure.

However, accountability does not refer exclusively to the responsibility of the acting person. It equally raises the question of how others deal with such a situation: Who disseminates information, who draws consequences, who holds on to a work, who removes it from their own teaching or publication context–and on what grounds?

In this process, another distinction should not be lost: the personal responsibility of an author and the argumentative quality of their individual works are not the same question. That Geller’s actions are grave does not automatically render an earlier analysis deficient or inadequate; conversely, the quality of an analysis (or the likable, radiant charisma of a person) cannot serve as a counter-argument against personal responsibility. For reception, this means that we neither have to retrospectively sever the work entirely from its author nor pretend that every work can now only be understood through knowledge of its author(s). Precisely scholarly and critical reception should be able to endure this tension without prematurely resolving it.

For viewers and supporters, however, this raises a difficult question: What does it mean to take remorse seriously without turning it into an alibi? A public acknowledgment of responsibility can be part of accountability; but it is not synonymous with accountability. Also belonging to it are the willingness to accept consequences, not to overlay responsibility toward affected persons with one’s own needs, and, insofar as this is possible and appropriate, to allow concrete changes in one’s own actions to become visible. Which steps are appropriate in the concrete case can only be judged to a limited extent from the outside (for example in the form of statements and interjections on »social« networks or internet forums). Nor can this text decide when a form of redress or change is »enough«. But it can insist that a distinction should be made between admitting a mistake and long‑term assumption of responsibility.

This case plays out in an economy in which scandals generate traffic online. The same platforms that celebrated Geller for years as a star of games criticism now profit from the outrage. Does that sound like an accusation? Or even an ad hominem? No, I think rather it is a structural observation: opaque algorithms love escalation, love drama, love excess. For me, however, this means: I must ask myself whether I become part of this dynamic or whether I seek to interrupt it. A comment that merely expresses outrage is easy to write. More difficult is to develop a stance that neither appeases nor sensationalizes, but endures the complexity. At the same time, it must be underlined: this text, my text, is also part of the attention economy just described.

In parts of the game scene, recent years have led to more intensive debates about safety, community standards, and responsibility, for example in connection with #MeToo, working conditions in the games industry, or discriminatory structures in studios and at events. Beyond Geller and game culture, the case also touches a societal dimension: the increasingly fragile relationship of trust between men and women. If cases of sexualized violence occur again and again, and men who publicly claim a reflective engagement with power and responsibility for themselves or their work are themselves confronted with corresponding allegations, this does not remain without consequences for perceptions between the genders. It should be emphasized: mistrust does not necessarily arise from a single experience, but can form as a basic attitude out of repeated confrontation with such cases. Skepticism then becomes less a conscious decision and more an everyday form of orientation, and trust must assert itself under conditions in which the possibility of abuse of power is always kept in mind. For me, this does not mean placing men under general suspicion. However: it would be naive not to recognize that the repeated experience of sexualized violence and the public engagement with it durably shape societal trust, and that its restoration requires more than individual expressions of remorse or punctual consequences.

The Geller case also stands in another context: here it is not primarily about the responsibility of a company or an institution, but about how to deal with a single, highly visible person whose professional identity is closely tied to their public voice. Precisely for this reason, the question arises anew which forms of responsibility we can and should expect from individuals, their professional environments, and their audiences. As a long‑time recipient and lecturer who, since 2018 and his contribution The Architecture of Fumito Ueda, has regularly addressed and treated Geller’s work in seminars, talks, and publications, this forces me first to a simple but uncomfortable observation: knowledge of his works changes their reception for me, without automatically invalidating each individual observation contained therein. At the same time, it changes the conditions under which I mediate these works to others. When a video essay is shown, discussed, or used as a starting point for one’s own analysis in a seminar, I also assume responsibility for how I contextualize this text, what information I provide about its author, and which perspectives I open up for my students on the work. In this sense, accountability denotes not only the assumption of responsibility by the one who acted (or failed to act), but also the responsibility of those who subsequently deal with the work. Both must be endured.

Perhaps precisely therein lies a task of critical reception: not to choose prematurely between «work« and »author,« as if one could be completely separated from the other, but to keep the different levels visible. Those who research, teach, or comment should neither conceal their own proximity to a person nor claim for themselves a moral distance that does not exist. Accountability would then not be solely the responsibility of the person whose actions are the subject of the discussion, nor the perfect outward gesture. It equally concerns those who deal with these actions, their representations, and their consequences: recipients, scholars, teachers, organizers, publications, and institutions. It demands of them that they reflect on their own forms of engagement with a work and its author(s), endure contradictions, take consequences seriously, and not subordinate the perspectives of affected persons to their own need for a clear judgment.

| RUDOLF THOMAS INDERST

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