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Roman - page 3

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Es liegt etwas in der Luft

in Krimi/Roman

Roman | Håkan Nesser: Der Fall Kallmann

Ein Krimi ohne einen einzigen Schuss? Ohne wilde Verfolgungsjagden, erzböse Schurken und eiskalte Ermittler? Geht das überhaupt? Wenn der Autor Håkan Nesser heißt: auf jeden Fall. Denn der Erfinder des grüblerischen und beim Lesepublikum ausgesprochen erfolgreichen Kommissars van Veeteren (10 Bände, 1993 – 2003) sowie von dessen nicht ganz so erfolgreichem Nachfolger Gunnar Barbarotti (bisher 5 Bände, seit 2006) hat nie in erster Linie auf Action gesetzt. Ihm ging es mehr darum, in die Psyche von Tätern, Opfern und nicht zuletzt jenen, die sich beruflich mit der Aufklärung von Verbrechen beschäftigen, einzudringen. Jetzt kann man Nessers letzten Roman, Der Fall Kallmann, auf Deutsch lesen. Von DIETMAR JACOBSEN

Stahlblaue Nacht

Reiko Himekawas zweiter Fall

in Krimi/Roman

Roman | Tetsuya Honda: Stahlblaue Nacht

Mit Blutroter Tod hat der S. Fischer Verlag vor Jahresfrist damit begonnen, die in Japan äußerst erfolgreiche Thrillerreihe um Tokios jüngste Polizistin Reiko Himekawa auch deutschen Lesern zugänglich zu machen. Die ersten Reaktionen der Kritik lasen sich verheißungsvoll. Nun liegt mit Stahlblaue Nacht – Der deutsche Titel des nicht aus dem Japanischen, sondern aus dem Englischen übersetzten Romans ist schlichtweg scheußlich! – Band 2 der Serie vor. Er steht seinem Vorgänger weder an Spannung noch an der raffinierten Konstruktion des Erzählten nach. Von DIETMAR JACOBSEN

Maier-Universität

Zwischen Gretel Adorno und Doktor Faustus

in Roman

Roman | Andreas Maier: Die Universität

Andreas Maier hat die nächste literarische Etappe seiner großen autobiografischen Lebensrundfahrt bewältigt. Der Roman Die Universität ist der sechste von elf geplanten Bänden des autobiografischen Mammutprojektes mit dem Arbeitstitel »Umgehungsstraße«. Über Kindheit, Jugend und Pubertät in der hessischen Wetterau – ein Landstrich zwischen Gießen und Frankfurt – haben die Vorgängerwerke Das Zimmer (2010), Das Haus (2011), Die Straße (2013), Der Ort (2015) und Der Kreis (2016) des 1968 in Bad Nauheim geborenen Autors berichtet. Von PETER MOHR

Der Presi des Todes

Lobby-Republik Deutschland

in Roman

Roman | Horst Eckert: Der Preis des Todes

Eine Talkshow-Moderatorin mit Biss. Ein Staatssekretär im Zwielicht. Und die ermordete Referentin einer internationalen Hilfsorganisation. In seinem neuen Thriller kümmert sich der Düsseldorfer Horst Eckert um das schmutzige Geschäft des Lobbyismus und die unmenschlichen Auswüchse einer das Profitstreben an oberste Stelle setzenden Gesundheitsindustrie. Von DIETMAR JACOBSEN

Letzte Wahlverwandtschaften

in Roman

Roman | Peter Härtling: Der Gedankenspieler

Weise, feinsinnig und versöhnlich begegnet uns Peter Härtlings letzter Roman, der dennoch das Wissen um die letzten Dinge preisgibt, der schonungslos den langsamen Abschied benennt. Denn sein Johannes Wenger – Protagonist, Gedankenspieler und Alter Ego – erträgt nur mit spöttischer Ironie und Eigensinn die Malaisen des Alters. Einen Zustand, »der einer Existenz zwischen Grube und Gipfel gleicht, zwischen nicht mehr hier und kaum noch dort.« Von INGEBORG JAISER

Dirty-Cops | Krimi

Das Belfaster Schweigen

in Krimi/Roman

Roman | Adrian McKinty: Dirty Cops

Mit seinem »katholischen Bullen« Sean Duffy befindet sich Adrian McKinty (geboren 1968 in Belfast) seit gut einem halben Dutzend Jahren auf der Überholspur. Der Detective Inspector beim Carrickfergus CID lebt inzwischen mit seiner jüngeren Freundin Elizabeth und ihrer gemeinsamen kleinen Tochter Emma zusammen in 113 Coronation Road, einer Adresse, die einem fast schon so vertraut ist wie die Baker Street 221 b. Als sein neuer Fall nicht nur ihn, sondern auch die beiden Menschen, die er am meisten liebt, in Lebensgefahr bringt, steht er vor einer schwierigen Entscheidung. Aber aufzugeben und ein skrupelloses Verbrechen ungesühnt zu lassen, kommt für Duffy natürlich nicht infrage. Von DIETMAR JACOBSEN

Heuer Katzen im Sack

Comic-Helden on tour

in Roman

Roman | Stefan Heuer: Katzen im Sack

Katzen im Sack – so lautet der bedeutungsschwangere Titel des Romans von Stefan Heuer. Alles klar. Alles geritzt. Alles voll auf Spur. Denkt man sich und wird bereits auf den ersten Seiten bestätigt. Denn temporeich und mit einer Prise Humor entführt uns der Autor in die ferne, fast exotische Welt der Schausteller und Kirmesbudenbesitzer, der wir längst entwachsen zu sein schienen. Und werden dennoch eingeholt von unseren Kindheitserinnerungen und unserer Fantasie von heimlicher Flucht und Aussteigertum der Jugend. Ein Flashback in die wilden 80er – gelesen von HUBERT HOLZMANN.

Munin oder Chaos im Kopf

Hundefutter für die Krähe

in Roman

Roman | Monika Maron: Munin oder Chaos im Kopf

»Ich wollte eigentlich keinen Roman über die Umweltzerstörung schreiben, sondern vor allem erzählen, was passiert, wenn jemand, in diesem Fall eine Journalistin, das tut, was sie für richtig hält: die Wahrheit zu schreiben«, erklärte die Schriftstellerin Monika Maron 2009 in einem Spiegel-Interview über das Entstehen ihres in der damaligen DDR verbotenen Romans Flugasche (1981). PETER MOHR über ihre neuen Roman Munin oder Chaos im Kopf.

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Zwei Entführungen und ein Todesfall

in Krimi/Roman

Roman | Ross Thomas: Der Mordida-Mann

Auch der 18. Band der im Berliner Alexander Verlag seit 2005 neu erscheinenden Ross-Thomas-Ausgabe ist wieder ein kleines Wunderwerk. Das unter dem Titel Der Backschischmann bereits 1982 im Ullstein Verlag auf Deutsch erschienene und nun von Jochen Stremmel neu und erstmals vollständig übersetzte Buch führt seine Leser dorthin, wo der spät zum Schreiben gekommene ehemalige Politikberater, Journalist und Gewerkschaftssprecher Thomas sich am besten auskannte: in die Zirkel der Mächtigen dieser Welt, wo Korruption, Intrigen und Verrat zum Tagesgeschäft gehören. Als nach der Entführung eines Top-Terroristen im Gegenzug der Bruder des amerikanischen Präsidenten gekidnappt wird, schlägt die Stunde des Mordida-Manns Chubb Dunjee. Von DIETMAR JACOBSEN

Kinsky: Hain

Wenn die Landschaft Trauer trägt

in Roman

Roman | Esther Kinsky: Hain

»Jeden Morgen wache ich in einer Fremde auf«, heißt es in Esther Kinskys viertem Roman Hain, und das ist nicht nur geografisch gemeint. Eine Frau begibt sich an drei unterschiedlichen Orten in Italien auf Spurensuche. Als »Geländeroman« hat die 61-jährige Autorin und Übersetzerin ihr Werk bezeichnet. Man könnte es auch Landschaftsroman nennen, doch Gelände klingt wilder, ungezügelter – und so ähnlich geriert sich auch der Roman, der uns durch unwegsame Territorien führt. Von PETER MOHR

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