Kurzprosa | Christoph Hein: Vor der Zeit. Korrekturenx Mythen sind versprachlichte Menschheitserfahrungen. Jede Kultur besitzt die ihren. In poetischer Form geben sie Auskunft über das Woher und Wohin einer Gesellschaft. Christoph Hein hat sich nun 25 dieser Erzählungen vorgenommen und sie mit kleinen Korrekturen versehen. Und augenblicklich wird evident: Auch uns haben Zeus und Hera, Helena und Dionysos, Eros und Echo noch einiges zu sagen. Von DIETMAR JACOBSEN
Roman | Christoph Hein: Das Narrenschiff
Die deutsch-deutsche Geschichte mit all ihren gegensätzlichen Befindlichkeiten, die sie entfachte, wird den inzwischen 81-jährigen Schriftsteller Christoph Hein (vermutlich) nicht mehr loslassen. Von PETER MOHR
Menschen | Zum 80. Geburtstag des Schriftstellers Christoph Hein
»Ich wollte mit diesem Stimmen-Teppich ein Bild der Kleinstadt liefern, wo allein die Stimmen die Farben sind«, hatte Christoph Hein in einem Interview über seinen letzten Roman »Guldenberg« (2021) erklärt, in dem er sich mit den kleinen und großen Feindseligkeiten in einer mitteldeutschen Kleinstadt auseinandersetzt. Von PETER MOHR
Roman | Christoph Hein: Guldenberg
Es ist kaum zu leugnen, dass Christoph Hein mit postmoderner Literaturtheorie nichts am Hut hat und ein leicht altmodischer, weil stark moralisierender Erzähler ist. Mit Willenbrock (2000) und Landnahme (2004) hat er präzise und authentische Panoramen der Nachwendegesellschaft vorgelegt. Von PETER MOHR
Menschen | Zum 75. Geburtstag des Schriftstellers Christoph Hein »Relativ locker kann ich alles erzählen, weil es mir besser ergangen ist als vielen meiner Kollegen. Viele Autoren verloren mit der Wende ihre Verlage, die standen auf der Straße – so wie die Arbeiter, deren Betriebe zumachten«, erklärte Christoph Hein kürzlich in einem Interview über seinen jüngst erschienen, schmalen (historischen) Anekdotenband ›Gegenlauschangriff‹, in dem der äußerst kontrovers diskutierte Text ›Mein Leben, leicht überarbeitet‹ enthalten ist, in dem Hein den oscar-gekrönten Film ›Das Leben der Anderen‹ von Florian von Donnersmarck als »Gruselmärchen« bezeichnet. Von PETER MOHR
Roman | Hans Löffler: Letzte Stunde des Nachmittags
Hans Löffler hat mit ›Letzte Stunde des Nachmittags‹ einen grandiosen Roman vorgelegt, der an Dichte und Intensität kaum zu überbieten ist und zuweilen wie ein Gedicht anmutet. Findet FRANK THOMAS GRUB
Reise | Besuch im jüdischen Rothenburg
Mal wieder nach Rothenburg ob der Tauber. Mal wieder, jetzt im späten Winter, einen Gang durch diese Gassen, einen Gang durch Raum und Zeit. Jetzt ist hier noch alles recht ruhig – der Blick hat Zeit, zu verweilen. Von der Stadtmauer aus betrachtet, öffnet sich die Sicht auf das Taubertal wie eine gemalte Landschaft der Romantik. Von MARC PESCHKE
Kinderbuch | Anitra Rowe Schulte: Der kleine Hase und die alte Weide
Bevor ich noch die Geschichte las, hat mich die wundervolle Illustration geradezu gefangen genommen: BARBARA WEGMANN freute sich auf Buch, Inhalt und Text.
TITEL-Thema | Der Rothenburger Weg
Rothenburg ob der Tauber. Der Name klingt, bis heute. Aber es ist schwierig, über die Stadt zu schreiben. So viel wurde schon geschrieben. »Eine Stadt, deren Gesicht auf eine Postkarte gepresst wurde«, so Hans Dieter Schmidt in seinem sehr lesenswerten Taubertal-Buch ›Melusine und schwarze Wasser‹. Oder der Kunsthistoriker Georg Dehio: Die Stadt sei »als Ganzes ein Kunstwerk« schreibt er. Und Herbert Schindler in seinem Buch über die Romantische Straße, an der Rothenburg liegt: Rothenburg, das sei schlichtweg die »Lieblingsstadt der Welt«. Von MARC PESCHKE
Sachbuch | Ralf Meyer-Ohlenhofs: Non Finito
›Né terra né acqua‹, ›Weder Land noch Wasser‹, war der Titel einer Ausstellung von Ralf Meyer-Ohlenhof, die im Jahr 2023 in der Galerie Rottmann Fuenf in München zu sehen war. Hier breitete sich die Kunst des Münchner Künstlers vor dem Auge des Betrachters aus – eine Kunst, die seit Dekaden wächst, die sich um einen Kern zu drehen scheint, seit Anbeginn. Von MARC PESCHKE

