Roman | Michel Bergmann: Herr Klee und Herr Feld Mit seinem dritten Band Herr Klee und Herr Feld hält gediegene Bürgerlichkeit Einzug in Michel Bergmanns Frankfurter Trilogie: Stellenweise blitzt zwar die gewohnte Mischung aus Esprit und Absurdität auf, dennoch plätschert dieser Teil über weite Strecken eher im staatstragenden Parlieren dahin. Michel Bergmann erzählt vom jüdischen Leben als Teil Deutschlands. HUBERT HOLZMANN hat die humorvollen Pointen durchaus genossen.
Roman | Peter M. Roese: Allgäu Sixties Seit einiger Zeit ist ein äußerst burleskes Buch auf dem Markt: Allgäu Sixties von Peter M. Roese. Dieses Werk – angekündigt als olivgrün angehauchte Hommage und Liebeserklärung an das Allgäu und die 60er Jahre – ist ein Erinnerungstext gespickt mit Plattitüden der Bundeswehr, Allgäuer Heimatepisoden mischen sich mit Schmankerln der Wochenendfreigänger. Durch ein militaristisches Absurdistan hat sich HUBERT HOLZMANN geschlagen.
Roman | Polina Daschkowa: Bis in alle Ewigkeit Polina Daschkowa ist die Grand Dame unter den russischen Krimiautorinnen. Immer wieder verbindet sie in ihren Romanen Vergangenheit und Gegenwart: Was einst geschah, zeitigt Folgen im Jetzt. In ihrem neuen Roman Bis in alle Ewigkeit lässt sie den Urgroßvater ihrer Heldin im Jahre 1916 eine sensationelle Entdeckung machen. Der Mann ahnt freilich nicht, dass er damit noch fast 100 Jahre später das Leben seiner Nachkommen in Gefahr bringt. Von DIETMAR JACOBSEN
Roman | Deborah Levy: Heim schwimmen Heim schwimmen, untertauchen, versinken – Deborah Levys neuester Roman, der für den renommierten Man Booker Prize nominiert wurde, spielt mit beunruhigenden Metaphern rund um das Wasser. Eine französische Villa mit Swimmingpool gibt gleichermaßen Schauplatz, Bühne und Tatort ab. Von INGEBORG JAISER
Roman | Alberto Manguel: Zwei Liebhaber des Schattens Die beiden so eben bei S. Fischer erschienen neuen Kurzromane – so der Autor – Zwei Liebhaber des Schattens von Alberto Manguel führen den Leser in die Dunkelkammer des Hades. Die Aufnahmen eines Fotografen als auch die Heimreise eines Südamerikaners verheißen nichts Gutes. Von HUBERT HOLZMANN
Roman | Patrick Modiano: Dora Bruder Zur Wiederauflage von Patrick Modiano: Dora Bruder. Von SIBYLLE LUITHLEN
Roman | Robert Schindel: Der Kalte Robert Schindel legt seinen zweiten druckfrischen Roman Der Kalte vor: ein Monumentalwerk zur Zeitgeschichte Österreichs der Jahre 1985 bis 1989, Jahre der Aufarbeitung der Shoa, aber auch ein Roman, in dem sich Opfer und Täter aufs Neue begegnen. Schindel setzt hier fast 30 Jahre später ein neues Denkmal am und für Heldenplatz – findet HUBERT HOLZMANN.
Roman | Vea Kaiser: Blasmusikpop Wieviel Popliteratur steckt in Blasmusikpop? Wieviel Dialekt verträgt ein moderner Heimatroman? Wie kann Herodot zu einer alpenländischen Saga inspirieren? Die österreichische Jungautorin Vea Kaiser liefert mit ihrem fulminanten Debüt einige Überraschungen. Von INGEBORG JAISER
Roman | Wolf Haas: Verteidigung der Missionarsstellung Der österreichische Erfolgsautor Wolf Haas kreist in seiner Verteidigung der Missionarsstellung in tantrischer Verzückung um einfache Weisheiten: Im Leben wiederholt sich alles so oft, bis man es durchschaut hat. Sein neuer Roman ist nicht immer ganz zu durchschauen. Aber will dies Haas? Oder zeigt er nicht doch wieder einmal vor allem auf das Absurde in der Welt, fragt sich HUBERT HOLZMANN.
Roman | Philippe Besson: Venice Beach Venice Beach– das ist – wenigestens zum größten Teil – der Handlungsort des Romans des französischen Schriftstellers Philippe Besson. Venice Beach – ein Ort mit großer Anziehungskraft: Touristen, Musiker, Straßenkünstler, aber auch Trinker und Junkies tummeln sich hier. Ein idealer Ort, um im Trubel unterzutauchen. Hier entwickelt sich eine Liebesgeschichte zwischen zwei Männern, die sich gegen ihre Gefühle nicht wehren können. Und auch nicht wollen. Erst vier Jahre nach dem Erscheinen in Frankreich liegt nun endlich auch die deutsche Übersetzung vor. Rezensiert von TANJA LINDAUER

