Gesellschaft | Joseph Vogl: Der Souveränitätseffekt Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2015 Exakt, gelegentlich fehlen uns die Worte. Immer häufiger fehlen sie uns, die richtigen Worte. Joseph Vogl, jener Literaturwissenschaftler, der im Jahr 2010 mit seinem ›Gespenst des Kapitals‹ erfolgreich war und von dem wir annehmen, dass gerade er weder Ökonomielatein noch Politiksprech formuliert, spricht im Kontext der Finanzkrise lapidar von einem »Staatsstreich« und einem neuen »finanz-ökonomischen Regime«. Von WOLF SENFF
Gesellschaft | Philip Ther: Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent Preisträger Preis der Leipziger Buchmesse 2015 Mit dem Zusammenbruch des Ostblocks vor 25 Jahren fand gleichzeitig das politische und wirtschaftliche System des Kommunismus sein Ende. Die neoliberale Transformation, die daraufhin in Osteuropa einsetzte, sorgte in den Staaten jenseits des »Eisernen Vorhangs« für ganz unterschiedliche Entwicklungen. Der Historiker Philip Ther hat sie analysiert und daraus als Bilanz die neue Ordnung Europas gezogen. Von STEFFEN FRIESE
Gesellschaft | Weltecke / Gotter / Rüdiger: Religiöse Vielfalt und der Umgang mit Minderheiten JOSEF BORDAT bespricht den Sammelband ›Religiöse Vielfalt und der Umgang mit Minderheiten‹, herausgegeben von Dorothea Weltecke, Ulrich Gotter und Ulrich Rüdiger. In ihm werden Erfahrungen aus Vergangenheit und Gegenwart behandelt, die einen anderen Blick auf das Phänomen ermöglichen: Religiöse Vielfalt ist normal.
Kulturbuch | Dechen Shak–Dagsay: Mantras. Meine Erfahrungen mit der heilenden Kraft tibetischer Weisheit Dechen Shak–Dagsay wagt mit ihrem Buch über ›Mantras. Meine Erfahrungen mit der heilenden Kraft tibetischer Weisheit‹ einen schwierigen Spagat. Sie will gesungenen tibetischen Dialekt in deutscher Sprache lesbar und zugänglich machen. VIOLA STOCKER findet, dass trotz offensichtlicher akustischer Defizite ein interessanter Einblick in die metaphysische Struktur einer alten buddhistischen Gesellschaft gelungen ist.
Gesellschaft | Varoufakis / Holland / Galbraith: Bescheidener Vorschlag zur Lösung der Eurokrise
Gesellschaft | Götz Aly: Volk ohne Mitte. Die Deutschen zwischen Freiheitsangst und Kollektivismus
Menschen | Matabane / Abramsky / Beetz: Madiba. Das Vermächtnis des Nelson Mandela Auch nach seinem Tod im Dezember 2013 gilt Nelson Mandela als Symbol für das gewaltfreie Ende des Apartheidsregimes und die demokratische Befreiung Südafrikas. Nicht der Mythos, der sich um seine Person rankt, sondern der Mensch Mandela steht im Mittelpunkt des Buchs von Khalo Matabane, Sasha Abramsky und Christian Beetz. 29 Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft kommen darin zu Wort und schaffen ein facettenreiches Porträt des charismatischen Friedensstifters. Von STEFFEN FRIESE
Gesellschaft | Front Deutscher Äpfel: Das Buch zur Bewegung Ein neues Buch rekapituliert die Geschichte der »Front deutscher Äpfel«, einer satirischen Organisation gegen Rechts. Gerade im momentanen Klima lohnt sich ein näherer Blick, findet JAN FISCHER.
Gesellschaft | Renz-Polster / Hüther: Wie Kinder heute wachsen Wie tief verunsichert Eltern dieser Tage bezüglich der Erziehung ihrer Kinder sind, zeigt allein die Fülle an Literatur zu familienpädagogischen Fragen. Jedes Buch, das einen Hauch von Normalität in den überpädagogisierten Kinderalltag bringt, verdient deshalb großes Lob. Umso mehr, wenn es, wie Herbert Renz-Polster und Gerald Hüther in ›Wie Kinder heute wachsen‹ derart profund den kindlichen Entwicklungsraum analysiert und die Leser wieder zurück auf den Boden der Tatsachen holt. VIOLA STOCKER ließ sich aufklären.
Kulturbuch | Mueller-Haagen / Simonsen / Többen: Die DNA der Stadt »Sie werden alle Städte, die Sie von nun an besuchen, besser verstehen«, heißt es in dem Vorwort der Verleger. Ein Versprechen, das die Architekten Inga Mueller-Haagen, Jörn Simonsen und Lothar Többen einhalten. Sie zeigen Städte, wie sie nur selten zu sehen sind, im Schwarzplan, ihrer ehrlichsten Form. Von STEFFEN FRIESE

