Roman | Jack London: Mord auf Bestellung Es lebe das Dezimalsystem! 2016 hat’s für etwas Flashlight auf Jack London gesorgt: Vor 140 Jahren wurde er geboren, vor 100 Jahren ist er gestorben, der autodidaktische Tausendsassa unter den US-amerikanischen Weltbestsellerautoren – Schwerarbeiter, Weltreisender, Goldsucher, Robbenfänger, Farmer und erklärter Sozialist. 50 Romane und jede Menge kleine Prosa sind die Ausbeute seines Schriftstellerlebens. Von PIEKE BIERMANN
Gesellschaft | Roger Schawinski: Der Allergrößte. Warum Narzissten scheitern … und dann nicht mal wissen (wollen), was das genau ist. Wer mitansehen will, wie prompt das in die Hose geht, greife zum neuesten Buch von Roger Schawinski, ›Ich bin der Allergrößte. Warum Narzissten scheitern‹. Alle anderen amüsieren sich über einen weiteren Fall von Copy&Paste-»Literatur«. Von PIEKE BIERMANN
Gesellschaft | Roland Reuß: Ende der Hypnose. Vom Netz zum Buch Nein, wir wollen in diesen Zeilen nicht die aktuell angekündigte Publikation von Roland Reuß rezensieren; es handelt sich dabei um einen vergleichsweise kurzen Essay von sechzig Seiten, der auf den Ergebnissen von ›Ende der Hypnose‹ aufbaut, einer Arbeit, die innerhalb kürzester Zeit nun zum vierten Mal aufgelegt wird. Das ist’s, was uns neugierig gemacht hat, und wenn ›Ende der Hypnose‹ den Nerv trifft, spräche nichts dagegen, sich auch dem dieser Tage erscheinenden Essay zuzuwenden. Von WOLF SENFF
Petra Wild: Die Krise des Zionismus und die Ein-Staat-Lösung
Der Palästinakonflikt ist in den letzten Jahren medial in den Hintergrund getreten. Der Vormarsch des IS und der Zerfall Syriens und Libyens haben ihn von den Titelseiten verdrängt. Nur wenn wieder einmal ein deutscher Außenminister lustlos die Fortsetzung des Friedensprozesses anmahnt, nimmt man ihn noch wahr. Die Islamwissenschaftlerin Petra Wild macht uns in ›Die Krise des Zionismus und die Ein-Staat-Lösung‹ mit einem neuen Denkmodell bekannt. Von PETER BLASTENBREI
Kinderbuch | Stefanie Höfler: Mein Sommer mit Mucks
Eigentlich weiß Zonja (mit Z und eben nicht Sonja) schon genau, wie ihr Sommer aussehen wird. Sie wird ins Freibad gehen und Leute beobachten. Fragen stellen und den Dingen auf den Grund gehen ist genau ihr Ding. Aber dann wird dieser Sommer ganz anders. Von ANDREA WANNER
Gesellschaft | Raif Badawi, Constantin Schreiber (Hg.): 1000 Peitschenhiebe. Weil ich sage, was ich denke
Der inhaftierte saudische Journalist Raif Badawi wird zum Symbol deklariert. ›1000 Peitschenhiebe. Weil ich sage, was ich denke‹, die Sammlung seiner Blogartikel, zeigt: Er möchte lieber nur ein Symptom sein. Von JAN FISCHER
Jugendbuch | Anne Krüger: Allee der Kosmonauten
Ein Leben, in dem alles passt, Beruf, Einkommen, Familie, Freundinnen und Freunde und selbst das Wetter rund um die Uhr, das ist das Einzige, das anzustreben sich lohnt, mögen so manche denken. Wieso lässt sich das nur nicht finden? Die Welt ist einfach gemein zu jungen Menschen heutzutage, geradezu eine Beleidigung. Wie man sich fühlt als rundum Beleidigte, das steht in Annes Krügers Debütroman. Von MAGALI HEISSLER
Jugendbuch | Lena Hach: Wanted. Ja. Nein Vielleicht
Was ist in Krisenzeiten besser als ein guter Freund, der zu einem hält? Moritz tut alles, um Finn von seinem Liebeskummer zu kurieren. Aber letztlich hilft gegen Liebeskummer nur eines: eine neue Liebe. Von ANDREA WANNER
Roman | Junot Díaz: Und so verlierst du sie
Junot Díaz hat mit seinem Roman Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao (2012), einem erstaunlich kuriosen Debüt, überrascht. Jetzt legt er einen neuen Roman in 9 Storys ›Und so verlierst du sie‹ vor. Wieder geht es um einen jungen Latino, diesmal heißt der Ich-Erzähler Yunior, der manchmal peinlich naiv und ehrlich, dann wieder voll Selbstironie und kritischer Distanz über sein Leben plaudert. Ein erstes Geständnis verändert dabei nur scheinbar sein Leben. ›Und so verlierst du sie‹ ist absolut kein Entwicklungsroman. Oder doch? – fragt sich HUBERT HOLZMANN
Roman | Mike Markart: Ich halte mir diesen Brief wie einen Hund
Nach Calcata (2009) und Der dunkle Bellaviri (2013) erscheint nun der dritte autobiografisch gefärbte Roman von Mike Markart: ›Ich halte mir diesen Brief wie einen Hund‹. Mit diesem neuesten Band mit einem merkwürdigen Titel ist die Trilogie abgeschlossen. Wie auch die beiden ersten Romane erzählt sie uns von einer bruchstückhaften, zerlegten Welt. Von HUBERT HOLZMANN

