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Menschen - page 2

uca Crippa / Maurizio Onnis: Wilhelm Brasse
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Auschwitz als romanzo-verità

Menschen | Luca Crippa / Maurizio Onnis: Wilhelm Brasse

Wilhelm Brasse ist kein Geheimtip, auch wenn der Verlag das unauffällig suggeriert. Irek Dobrowolskis Film mit ihm und über ihn, ›Portretisca‹ (Der Porträtist), lief 2005 im polnischen Fernsehen und seitdem auf vielen internationalen Festivals. Es gab auch in deutschen Medien große Geschichten über Brasse, Erich Hackl hat ihm zwei literarische Reportagen gewidmet, und nach Brasses Tod im Oktober 2012 erschienen Nachrufe in aller Welt. Einen davon, so berichtet das Autorenduo Luca Crippa & Maurizio Onnis in seinem Blog, »hat Maurizio beinah zufällig online gelesen«. So entstand ein Projekt, das tatsächlich bis dato niemand umgesetzt hatte: Die Geschichte von Wilhelm Brasse als Doku-Fiction zu erzählen. Cinéma vérité in Buchform – Der Fotograf von Auschwitz als romanzo-verità. Von PIEKE BIERMANN  

Jack El-Hai: Der Nazi und der Psychiater
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Auf der Suche nach der »Nazi-Persönlichkeit«

Menschen | Jack El-Hai: Der Nazi und der Psychiater

Autorenglück ist, wenn sich eine heiße Story als Matrjoschka entpuppt, aus der während der Recherchen eine zweite, mindestens genauso heiße Story kullert. So ging es dem US-amerikanischen Journalisten Jack El-Hai bei den Vorarbeiten zu seinem Buch über Walter Freeman, ›The Lobotomist‹ (2005). Der Psychiater und Neurologe Freeman hatte der Lobotomie als Mittel gegen psychische und sonstige Störungen zur Popularität verholfen und sich nebenbei für von eigener Hand gestorbene Kollegen interessiert. Insbesondere für einen: Douglas Kelley, heute nur noch Fachkreisen geläufig, aber um die Mitte des letzten Jahrhunderts ein Star. El-Hai horchte auf, nicht so sehr wegen der Tatsache, dass sich ein Psychiater selbst getötet hatte. Es war der modus operandi dieses Suizids, der ihn reizte. Von PIEKE BIERMANN  

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Explosiv und radikal

Menschen | Shulamith Firestone – Eine radikale Feministin (Mittelweg 36)

Als im Spätsommer 2012 die Nachricht vom Tod Shulamith Firestones bekannt wurde, fand sie hierzulande wenig Widerhall. Revolutionärinnen kommen im kollektiven Gedächtnis kaum vor. Wenn sie Frauenrechte auf ihre Fahne geschrieben haben, ist die Chance dazu noch geringer. Ein schmaler Sammelband des Hamburger Instituts für Sozialforschung stellt sich dem Vergessen entgegen und präsentiert Firestone und ihr Werk, explosiv, radikal. Und gelungen, findet MAGALI HEISSLER.  

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Zeige deine Wunde

Menschen | Oliver Polak: Der jüdische Patient

»Comedy: kann man so meinen, muss man aber nicht«, sagt der jüdische Comedian Oliver Polak gerne bei seinen Auftritten, die von mitunter sehr harten Gags bestimmt werden. Mindestens genauso hart ist seine schwere Depression gewesen, über die Polak nun das Buch ›Der jüdische Patient‹ geschrieben hat. MARTIN SPIESS hat es gelesen.  

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Geliebtes Almschi

Menschen | Susanne Rode-Breymann: Alma Mahler-Werfel

Alma Mahler-Werfel gilt gemeinhin als exaltierte Persönlichkeit und Muse zahlreicher schöpferischer Männer. In einer neuen Biographie entzaubert Susanne Rode-Breymann manch gängigen Mythos und zeigt ein höchst außergewöhnliches Frauenleben auf. Von INGEBORG JAISER  

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Erinnerungen einer Unbequemen

Menschen | Marianne Birthler: Halbes Land. Ganzes Land. Ganzes Leben

Fünfundzwanzig Jahre nach dem Mauerfall analysieren prominente Gesichter Ursachen und Folgen der deutschen Wiedervereinigung. Marianne Birthler ist eine der bekanntesten Figuren auf dem Schachbrett der deutsch-deutschen Geschichte. Sei es als Oppositionelle in Ostberlin, als Abgeordnete der Bündnisgrünen im Deutschen Bundestag oder schließlich als Hüterin der menschenverachtenden Dokumente des Ministeriums für Staatssicherheit der ehemaligen DDR. Ihre Erinnerungen lesen sich als bewegendes Dokument des kollektiven Gedächtnisses einer wiedervereinten Nation. VIOLA STOCKER hörte zu.  

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Alles tiefgauck eingefärbt im Lande

Menschen | Margaretha Kopeinig: Jean-Claude Juncker

Wer die Meldungen zum Thema Europa während der vergangenen Jahre einer Alarm-Skala zuordnet, dürfte Spitzenwerte erreichen. Griechenland, Zypern, Jugendarbeitslosigkeit, Ukraine, Austeritätspolitik, Bankenkrise, Rechtsradikalismus, UKIP etc. pp. Aber letztlich ist Alarm dabei, oder? Viel Aufgeregtheit. Dieser Tage erscheint die politische Biographie Jean-Claude Junckers, des im Juli direkt gewählten Präsidenten der Europäischen Kommission. Von WOLF SENFF 

Muss man wissen! Ein Interview mit Dr. Axel Stoll
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Irgendwie pathologisch

Menschen | Waschkau / Bartoschek: Muss man wissen!

Ob es Ken Jebsen ist oder Jürgen Elsässer, Andreas Popp oder (ja, allen Ernstes) Xavier Naidoo – Verschwörungstheorien sind, spätestens seit Bestehen der neuen »Montagsdemos«, so beliebt wie nie. Ein im Vergleich zu den genannten eher harmloser Vertreter der Gattung Verschwörungstheoretiker war Rechtsesoteriker und Internetberühmtheit Dr. Axel Stoll. MARTIN SPIESS über das Interviewbuch ›Muss man wissen!‹ von Alexander Waschkau und Sebastian Bartoschek  

Andrea Barnet: Am Puls der Zeit
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Wild, weiblich, wagemutig

Menschen | Andrea Barnet: Am Puls der Zeit

Am Puls der Zeit branden, aus den engen Korsetts schlüpfen, die alten Moralvorstellungen über Bord werfen und sich komplett neu erfinden – das war in New York zu Anfang des letzten Jahrhunderts vor allem in Greenwich Village und Harlem möglich. Andrea Barnet zeichnet die Porträts von rund einem Dutzend bemerkenswert moderner Wegbereiterinnen nach. Von INGEBORG JAISER  

Joel F. Harrington: Die Ehre des Scharfrichters
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Im Kopf des Henkers

Menschen | Joel F. Harrington: Die Ehre des Scharfrichters

Gleich, wie sie heißen, Scharfrichter, Henker, Folterer, in unseren Köpfen entsteht eine bestimmte Vorstellung. Eine düstere Gestalt, das Gesicht oft hinter einer schwarzen Maske versteckt, die im Namen einer unheimlichen Macht eines barbarischen Zeitalters Menschen sinnlos Schreckliches antut. Unsere Vorstellung und die Realität eines Scharfrichterlebens in der frühen Neuzeit aber unterscheiden sich deutlich voneinander. Der US-amerikanische Historiker Joel F. Harrington ist für sein Buch ›Die Ehre des Scharfrichters‹ sozusagen in den Kopf eines Henkers im späten 16. Jahrhundert geschlüpft und kann Überraschendes berichten. Von MAGALI HEISSLER 

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