Jugendbuch | Anna Woltz: Gips oder wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte Die Notaufnahme ist der Ort, an dem man nach einem Unfall landet, mit blutenden Wunden, gebrochenen Knochen, Organen, die nicht mehr arbeiten, wie sie sollen. Wo aber soll man sich hinwenden, wenn das Leben in Scherben fällt, weil die Eltern sich haben scheiden lassen? Die Notaufnahme kann auch in so einem Fall kleine Wunder wirken, behauptet Anna Woltz mit ihrem neuesten Streich, der kleinen Geschichte von Fitz. Von MAGALI HEISSLER
Bühne | Mozarts ›Die Hochzeit des Figaro‹. Stadttheater Pforzheim Eines der großen Themen unserer Zeit, mit dem sich unzählige Theaterstücke, Opern, Filme, Serien und auch einige Veranstaltungsformate, regional und überregional − sowie das Leben selbst – auseinandersetzen, ist die Liebe. Diese ist, sowohl in der gesellschaftlichen Realität als auch in der künstlerisch dargebotenen Inszenierung, immer wieder von Hindernissen, Verwirrungen und auch Intrigen durchwoben. Von JENNIFER WARZECHA
Jugendbuch | Andrew Smith: Winger Die Annahme, dass männliche Jugendliche vornehmlich hormongesteuert sind, scheint in vielen Köpfen unausrottbar verankert und wird dementsprechend als Naturgesetz tradiert. Das kann hin und wieder lustig sein. Andrew Smith allerdings mixt in seinem ausufernden Teenager-Sex-Sport-Roman einen am Ende unbekömmlichen Cocktail. Von MAGALI HEISSLER
Musik | Ottar Gadeholt über die mythologische Seite von Guns N’Roses (Teil IV) Die erste – und vielleicht überraschendste – Abweichung der Guns N‘Roses vom Rockmythos, war, dass Izzy Stradlin abgesprungen ist. Indem er sich immer mehr für die Musik und die Attitüde interessierte als für das Geld, und indem seine Ästhetik weit mehr von den 1969er Rolling Stones (!) geprägt war als von den Stadion-Rock-Idealen seiner eigenen Zeit, hörte er auf, als Axl Rose das Video für ›Don’t Cry‹ durchsetzte, das erste der drei megalomanen Musikvideos (mit ›November Rain‹ und ›Estranged)‹, die die ›Use-Your-Illusion‹-Alben Anfang der neunziger Jahre begleitete.
Musik | Ottar Gadeholt über die mythologische Seite von Guns N’Roses (Teil II) Der Beginn von ›Welcome to the Jungle‹ ist zu recht berühmt: der zerhackte Einzelton, der mehrmals wiederholt und dabei stets schwächer wird, wie ein Schritt, der zwischen den Hausmauern hallt; ein neuer Versuch, etwas stärker und sicherer, und daraufhin eine Kaskade fallender Töne, jedoch mit dem ersten Einzelton als Beginn jeder Folge (Laut eines Gitarrenbuchs, das ich mal gekauft habe, werden die Folgen mit einer Echopedale gespielt, wenn man aber ein wenig geübt hat, ist es vollkommen möglich, wenn auch nicht ganz einfach, sie auch ohne zu
Jugendbuch | Literarisches SchülerInnenquartett, 23. September 2016 Vier Jugendliche diskutieren über vier Bücher. Öffentlich. Vorbild war das fernsehgeeignete Literarische Quartett. Herausgekommen ist kein Fernsehen und auch kein Streit. Im Gegenteil haben sich die Jugendlichen auf dem Podium als Pionierinnen und Pioniere auf einem ganz anderen Gebiet gezeigt, dem eines echten Gesprächs über Bücher. Von MAGALI HEISSLER
Kurzprosa | Menschen| Lee Lockwood: Castros Kuba. Ein Amerikaner in Kuba und Michael Zeuske: Kleine Geschichte Kubas Der erstmals in Deutschland veröffentlichte dokumentarische Bildband Castros Kuba gibt einen Einblick in die Ziele der Revolution und zeigt Fidel Castro als einen feinsinnigen und demagogisch begnadeten Politiker. Von BETTINA GUTIERREZ
Music | Bittles’ Magazine: The music column from the end of the world After a short break where Titel Kulturmagazin went on an 18-30 holiday by mistake, we return this week with more album reviews than any sane person could ever need. After having to endure the tortured strangulations of EBM, and the hen party screeches of Ibiza for the last fortnight, fantastic albums by 2814, Wild Beasts, Bryan Ferry, Dinosaur Jr., Conduct, Gerd Janson, John Roberts, Riley Reinhold, Carl Craig are like manna to our ears. By JOHN BITTLES
Roman | Stewart O´Nan: Westlich des Sunset Westlich des Sunset kann auch jenseits vom Paradies liegen. Kann Einsamkeit, Alkoholsucht, berufliches und familiäres Scheitern bedeuten. So wie in den letzten Lebensjahren des einst glamourösen amerikanischen Autors F. Scott Fitzgerald. Stewart O´Nan widmet sich in seinem neuen Roman wieder einmal minutiös genau dem menschlichen Scheitern, der Desillusionierung und dem torkelnden Sinkflug kurz vor dem Aufprall. Von INGEBORG JAISER
Comic | ICSE 2016 Spezial: Interview mit Igort Schon seit den 1980er Jahren ist der italienische Comic-Zeichner, der unter dem Pseudonym Igort schreibt und zeichnet, kaum wegzudenken aus der europäischen Comic-Szene – was einerseits nicht verwundert, arbeitet er doch sogar für japanische Verlage, und sein Buch ›5 ist die perfekte Zahl‹ wurde 2003 auf der Frankfurter Büchermesse zum Comic des Jahres gekürt, was andererseits seltsam anmutet, sind doch seine Comics nonfiktional und überaus schlicht. In den letzten Jahren widmete sich Igort dem Portraitieren von einfachen Leuten in fremden Ländern, etwa in seinen Graphic Novels ›Berichte aus Japan‹, ›Berichte aus Russland‹

