Kinderbuch | Nathalie Kuperman: Wer zweimal lügt Es gibt Situationen, in denen nur der Selbstschutz zählt. Und schon hat man gelogen. »Nicht so schlimm!«, mag manche denken. War ja nur einmal. Lügen allerdings haben die Eigenheit, dass sie nicht gern allein bleiben. Im Handumdrehen folgt die zweite, dann die dritte. Ob man sich von der unangenehmen Gesellschaft wieder befreien kann? Nathalie Kuperman erzählt von Clara, die zu ihrem Entsetzen zu einer echten Lügenbaroness mutiert. Von MAGALI HEISSLER
Comic | Milo Manara: Werkausgabe Bd. 16 / Caravaggio Bd. 1 Milo Manara ist einer der Grandseigneurs des erotischen Comics. Als solcher habe er jedoch nicht viel zu erzählen, sagen so manche. Stimmt das? CHRISTIAN NEUBERT hat Blicke in aktuelle Bände aus dem Hause ›Panini‹ geworfen, die Arbeiten von ihm außerhalb des Erotikfachs zeigen.
Gesellschaft | Frankreich Dem Wanderer zwischen zwei Kulturen fällt bei seinen häufigen Grenzüberschreitungen nach rechts des Rheins bzw. innerhalb von Gesprächen immer wieder auf, wie fragend Deutsche selbst in unmittelbarer Nachbarschaft auf Begriffe wie ›Pieds-noirs‹ oder ›Beurs‹ reagieren, genauer, ihnen diese in letzter Zeit häufiger auch in deutschsprachigen Medien auftauchenden Wörter nahezu ausnahmslos nicht bekannt sind. Von DIDIER CALME
Comic | Nicolas Jarry (Texte)/ Erion Campanella Ardisha (Zeichnungen): Troja, Band 1: Das Volk des Meeres Die ›Odyssee‹ und die ›Ilias‹ von Homer gelten als Startschüsse der Weltliteratur im siebten oder achten vorchristlichen Jahrhundert. So überrascht es nicht, dass beide Epen auch die Popkultur beeinflussen und spätestens seit dem Spielfilm ›Troja‹ von Wolfgang Petersen aus dem Jahr 2004 einen dominanten Part darin einnehmen. Texter Nicolas Jarry und der Zeichner Erion Campanella Ardisha haben begonnen, eine Graphic-Novel-Reihe über den trojanischen Krieg zu kreieren. Inzwischen liegt der erste von vier Bänden vor – mit dem Titel ›Troja: Das Volk des Meeres‹.
Roman | Joseph Kanon: Leaving Berlin Leaving Berlin ist der zweite im Berlin der unmittelbaren Nachkriegszeit spielende Thriller des US-amerikanischen Bestsellerautors Joseph Kanon. Während The good German (2001, deutsch 2002 unter dem Titel In den Ruinen von Berlin) unmittelbar nach Kriegsende, im Juli 1945, spielt und den Kampf der Siegermächte um Hitlers Raketentechnologie und die Männer, die an deren Entwicklung beteiligt waren, ins Zentrum stellt, kreist Kanons letztes, im amerikanischen Original 2013 erschienenes Buch um ein anderes brisantes Thema jener Zeit, den Uranabbau in Bergwerksanlagen der sowjetischen Besatzungszone und späteren DDR. Unter dem Firmennamen »SAG Wismut« wurde ab 1946 zunächst
Bühne | Die Blechtrommel. Schauspiel nach dem Roman von Günter Grass Horace Engdahl titulierte in seiner Nobelpreisrede auf Günter Grass im Jahre 1999 dessen Roman ›Die Blechtrommel‹ als die »Wiedergeburt für den deutschen Roman des Zwanzigsten Jahrhunderts«. Die Schauspielbühnen Stuttgart haben sich mit der ›Die Blechtrommel‹ ergo einen großen Brocken vorgenommen, denn es ist zwar gerade en vogue, Romane als Theaterstücke zu adaptieren, aber selten nimmt man sich dazu einen dermaßen dicken und auch verdichteten Wälzer vor, zumal wenn es sich dabei um einen literarischen Erguss handelt, der so typisch im Genre des Romans gefangen zu sein scheint. Dennoch hat
Lite Ratur | Roth und Tucholsky, Avignon und Marseille. Und Laura Der Publizist Klaus Jarchow wies vor einiger Zeit in seiner ›Besichtigung literarischer Werkstätten‹ darauf hin, Kurt Tucholsky würde Joseph Roth häufig vorgezogen. Er hielt das für ungerechtfertigt, sei Roth doch als politischer Schriftsteller genau so gewichtig. Als gewichtig charakterisiert THIERRY PORTULAC Roth denn tatsächlich, im Vergleich zur Leichtigkeit des sich nicht minder politisch äußernden Tucholsky. Am Beispiel des Frankreich-Bildes beider Autoren nimmt er eine Gegenüberstellung vor.
Gesellschaft | Hans Joachim Schellnhuber: Selbstverbrennung. Die fatale Dreiecksbeziehung zwischen Klima, Mensch und Kohlenstoff Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung genießt in der Klimaforschung hohes Ansehen, und sein Gründungsdirektor legt terminlich passend zur Weltklimakonferenz, die Anfang Dezember in Paris stattfindet, ein umfangreiches Werk zur Lage des Klimas vor. Von WOLF SENFF
Film | Im Kino: Home Care Zwar wird ›Home Care‹ im Programmheft des diesjährigen Filmfestivals Mannheim-Heidelberg als Komödie angekündigt, doch eigentlich handelt es sich um eine Tragödie. Zum einen ist da die Krankenversorgung, die innerhalb des vereinigten Europas EU eine immer reduziertere, sogenannt kostengünstigere Rolle spielt. Grenzüberschreitend heißt es auch in diesem Bereich, es müsse »gespart« werden. Übertragen heißt das, die mittlerweile überall regieführenden privaten, konzernartig agierenden Betreiber des Gesundsheitswesens reduzieren Personal, Mittel und Zeit, die für Menschen nicht mehr vorhanden ist; denn die kostet bekanntlich Geld. Und zum anderen befindet sich dann doch ausreichend Kapital in den Steuerkassen, um
Film | Road to Shahriyar von Vahid Qazimirsaeid Gedanken über das Filmfest Mannheim-Heidelberg sowie die kulturelle Unterschiede zwischen Ost und West von DIDER CALME

